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Kabel, Walther: Harald Harst (307) - Panzerschr der Mohalla. V1.0 [German] 09.02.2026
Der Panzerschrank der Mohalla
Gegen elf Uhr vormittags war das Unheil am Nordrande der Ruinen der alten Mharattenstadt Badnapur geschehen, — Kaptain Harry Webbs, angeblich oberer Beamter von Scotland Yard, London, war mit der blonden Gerda Allison entkommen, und deren Mutter Nadira und Inspektor Edward Derrick, Gerdas Verlobter, waren vollständig verzweifelt, als wir fünf Stunden später nach ergebnisloser Verfolgung wieder zu dem weißen Bungalow zurückkehrten, den die schwergeprüfte Frau Nadira bereits vor ihrem ersten, harten Schicksalsschlage, der Verurteilung ihres Gatten wegen Mordes in London, hier an der Koromandel-Küste Vorderindiens nur zu dem Zwecke bezogen hatte, nach dem etwas sagenhaften Mharattenschatze zu suchen. Harry Webbs hatte mit der geraubten Gerda im Sattel sich nach Osten gewandt, sein Pferd fanden wir in einer der Schluchten der Ostghats, eines langgestreckten Gebirgszuges völlig erschöpft auf und hatten es mit zum Bungalow gebracht. Er selbst und Gerda waren und blieben verschwunden, obwohl wir Harry Webbs’ Bulldogge Ghosteater (Gespensterfresser) bei uns gehabt und das kluge Tier nach den Fährten des zu Fuß in die Berge Geflüchteten hatte suchen lassen. Millionär H. Armo »Sahib … Sahib …!!« Ich hatte noch im Liegestuhl auf der Veranda des Posthauses der Eisenbahnstation Putawur (Linie Nellor—Madras) eine Zigarre geraucht und war eingenickt. Ein vorüberratternder Güterzug hatte mich geweckt, und im Mondlicht stand eine schlanke Inderin vor mir, ein ganz junges, kaum erblühtes Mädchen, das sich scheu im Schatten des Holzpfeilers der Veranda zu decken suchte. Ich war im Augenblick vollkommen munter, denn, obwohl wir uns hier am Rande der Zivilisation befanden, gaben wir uns doch keineswegs einem trügerischen Sicherheitsgefühl hin. Arden und der junge Derrick schliefen bereits, das Rasthaus, für Indien eine Art öffentliches Hotel, war wenig besetzt, und die Gäste sämtlich ärmere Inder, die uns mit größter Höflichkeit begegnet waren. Dennoch war Vorsicht geboten. Der gegen den Dampfer »Mohalla« geplante Schurkenstreich konnte nur gelingen, wenn der Kapitän ohne Kenntnis der drohenden Gefahr blieb, und wie vortrefflich die Bande »Omra« arbeitete, bewiesen uns die drei Versuche, von dörflichen Postagenturen aus mit Madras Verbindung zu bekommen. Die Telegraphendrähte waren offenbar zerschnitten worden. Der Text wurde mir von Thom zur Verfügung gestellt, vielen Dank! This work is assumed to be in the Life+70 public domain OR the copyright holder has given specific permission for distribution. Copyright laws differ throughout the world, and it may still be under copyright in some countries. Before downloading, please check your country's copyright laws. If the book is under copyright in your country, do not download or redistribute this work.
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