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Old 11-07-2018, 11:19 AM   #1
brucewelch
Stratovari
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Hirsch, Julian: Die Genesis des Ruhmes. V1 [German] 7.11.2018

Julian Hirschs Studie "Die Genesis des Ruhmes" von 1914 (XVI u. 287 Seiten) trägt den anspruchsvollen Untertitel "Ein Beitrag zur Methodenlehre der Geschichte". Hirsch war 1910 promoviert und dann als Lehrer tätig gewesen; er emigrierte 1933, da er jüdischer Herkunft und der Verfolgung des Nationalsozialismus ausgesetzt war. Er starb 1951.
Ein Denker wie Walther Benjamin, der dem Werk grundsätzlich positiv gegenüberstand, sah freilich das Problem nicht hinreichend geklärt; so schreibt er in einer Rezension von 1927 ("Drei Franzosen"), dass "eine »Genesis des Ruhmes« trotz Julian Hirschs vorzüglicher Studie noch immer zu schreiben bleibt". Und zwei Generationen später kritisiert Klaus Garber (Rezeption und Rettung. Drei Studien zu Walther Benjamin. Tübingen 1987) nicht ganz zu Unrecht, Hirschs Studie sei umständlich systematisiert und streife nicht selten das Triviale (S. 21); noch grundsätzlicher heißt es: "Aber »Ruhm« und »An sich-Sein« des Gegenstandes weiß Hirsch nicht zu vermitteln, sondern nur additiv zu komplementieren. Er verharrt beim Rankeschen Objektivismus, den doch Rezeptionsgeschichte wie keine andere Disziplin genuin zu erschüttern imstande wäre." (Anm. 60 zu S. 21)
Zweifellos weist die Studie insbesondere erkenntnistheoretische Defizite auf, die sich Hirsch durch ein gewisses (psychologisches und sozialwissenschaftliches) ›Praktikastern‹ zu kompensieren bemüht. Ein Konzept, wie es Georg Simmel philosophisch an das Phänomen "Geld" angelegt hat, wäre gewiss wünschenswert gewesen. Gleichwohl bleibt Hirschs Verdienst, als erster versucht zu haben, kollektivpsychologisch die Masse als Faktor in die Wirkungsgeschichte (bei Hirsch "Phänographie") und damit die sozialpsychologische Rolle des Rezipientenkollektivs als verantwortliche Größe einzuführen, anstatt den Ruhm lediglich als essentielles Korrelat der Größe eminenter Individuen zu erklären. Beeindruckend ist dabei die Fülle von Beispielen aus den verschiedensten historisch gelagerten Wissensgebieten. Nicht unerwähnt bleiben sollte auch, dass er bereits die Bedeutung moderner Reproduktionsverfahren erfasst hat, ein Gedanke, dem Walther Benjamin 1935 einen epochemachenden Aufsatz widmete ("Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit"). — In den späten 90er Jahren des 20. Jh. wurde schließlich die Bedeutung von Hirschs Buch für die Entwicklung von Theorien der Rezeption und des Ruhms allmählich erkannt.

Das Cover verwendet einen Ausschnitt eines Gemälde von Leo von Klenze, ›Ansicht der Walhalla bei Regensburg‹ (1836, also noch vor Vollendung des Bauwerks). Dieses Monument war, errichtet von König Ludwig I. von Bayern, 1842 eröffnet worden und enthielt zunächst 96 Büsten bedeutender Persönlichkeiten aus der deutschen Tradition; bis heute umfasst die Sammlung 130 Büsten - die letzte kam 2003 hinzu und zeigt Sophie Scholl. Geht man die Liste der hier Aufgenommenen heute durch, so illustriert sie augenfällig die Problematik, die das weiterhin aktuelle Buch von Julian Hirsch behandelt.

Die Präsentation des Textes beruht auf eigenem OCR einer GoogleBooks-Vorlage. Das vorliegende eBook orientiert sich im Layout sowie in Interpunktion und Orthographie am Original; das bedeutet u.a., dass die fremdsprachlichen Passagen in derselben Antiqua wiedergegeben sind wie der übrige Text, da das gesamte Buch damals bereits nicht mehr in Fraktur, sondern lateinischen Lettern gesetzt war. Der html-Code enthält versteckt (ggf. PN oder eMail) die Seitenzahlen, das eBook ist somit zitierfähig.
Das umfangreiche Inhaltsverzeichnis - dem Original nachempfunden - erschließt das Buch über die Seitenziffern; nur die drei "Abschnitte" und die Zwischenabschnitte des zweiten Abschnitts (A. B. C.) sind über die Überschriften anwählbar. Das Buch enthält 201 Anmerkungen und ferner zahlreiche Querverweise, die alle (mit dem richtigen Lesegerät!) das eBook zum Gegenstand vergnügten Studiums werden lassen.
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