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brucewelch
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Huch, Ricarda: Aus der Triumphgasse. V1.1 [German] 3.4.2018

"Aus der Triumphgasse. Lebensskizzen" ist der zweite, 1902 erstveröffentlichte und mit Jugendstil-Buchschmuck gezierte Roman von Ricarda Huch. Anders als ihr erster, der eine leidenschaftliche Liebesgeschichte erzählte, wirft dieser einen ruhigen, teilnehmenden Blick auf ein Elendsviertel von Triest und entwickelt darüber eine höchst fesselnde Geschichte. Mir ist kein anderes deutschsprachiges Buch bekannt, das diesem in seiner Art an die Seite zu stellen wäre.

Spoiler:
"Ihr Frauen wäret ohne Männer, wie es scheint, besser daran, und doch kriecht ihr ihnen immer nach. Was ist das? Ist es Dummheit? Tollheit? Liebe? »Es ist Schicksal«, sagte sie."
(Belwatsch zur Farfalla , S. 82)

Marie L. Lotze schreibt in ihrem Artikel in "Kindlers Neues Literaturlexikon":

"Ricarda Huch schilderte dieses Milieu aus eigener Anschauung: Sie wohnte in den Jahren 1898/99 mit ihrem Mann Ermanno Ceconi in Triest und war durch ihn, der als Arzt in die Wohnungen der Armen kam, mit Not und Leiden der Menschen in Berührung gekommen. Das Urbild der Farfalla war Giovanna, ihre Triestiner Hausgehilfin; von ihr hörte sie manche der Geschichten, die im Buch die alte Farfalla erzählt; auch Giovanna hatte einen kranken Sohn, dessen Tod sie gleichzeitig ersehnte und fürchtete. Trotz dieser der Wirklichkeit entnommenen Züge unterscheidet sich Ricarda Huchs Roman sowohl von W. Raabes realistischer Chronik der Sperlingsgasse, an die Stoff und Titel denken lassen, wie von der naturalistischen Literatur der Epoche. Wirklichkeit und Traum greifen in diesem Werk, seinen symbolischen Bildern, seiner melodischen Sprache ineinander. Auch enthält es keine soziale Anklage. Zwar fühlt die Erzählerin tiefes Mitleid mit dem Elend und der Not, doch der Ton des Romans ist mehr auf die Klage um die zerstörte Schönheit des Lebens gestimmt, als daß er das Gewissen der Wohlhabenden aufrütteln wollte."


Dem letzten Gedanken wäre hinzuzufügen:
Zum einen verschließt der Erzähler keineswegs die Augen davor, wie die Besitzenden versuchen, "das Volk bei Gelegenheit einer großen Festlichkeit durch reichliche Verschwendung von Wein und leutseligen Worten zu überrumpeln" (S. 229), um seine aufrührerischen Gelüste verpuffen zu lassen (der Ich-Erzähler beteiligt sich an der manipulativen Bearbeitung der Armen ausdrücklich nicht). Auch die Haltung der Behörden, die in dem Satz eines Beamten gipfelt: "Aufhängen! Aufhängen sollte man sie allesamt! Man macht zu viel Federlesens mit diesen Leuten! Sie sind alle Trunkenbolde, Diebe, Räuber und Mörder, und die es nicht sind, sind Ausnahmen und bestätigen die Regel!" (S. 282), bleibt mitnichten unkritisiert. Das Gewissen Aufrüttelndes enthält der Roman genug.
Andererseits ist es zwar durchaus auch Mitleid, was die erzählerische Sicht auf die Figuren bestimmt, vor allem aber geradezu Bewunderung, wie jene in ihrer Ergebenheit in ihr Schicksal das Leben über all seine Bedrohungen ›triumphieren‹ lassen. Die "Triumphgasse", deren Torbogen der Erzähler im vorletzten Kapitel mit dem Eingang zu Dantes "Inferno" assoziiert, an dem geschrieben steht, "daß wer hindurchgeht, die Hoffnung fahren lassen muß", hat zwei Gesichter; eines davon ist ihr Höllenantlitz. Sie wird aber zugleich - entsprechend der vitalistischen Weltanschauung der Autorin - zu einer Großmetapher für menschliches Leben überhaupt, das sich - seinem Wesen nach amoralisch - an alles klammert, an Aberglauben, Kitsch, Hass und Verbrechen ebenso wie an Vernunft, Religion, Liebe und Kunst, um den Tod zu meistern.
Dass der Erzähler gleichwohl weiß: "das Elend verdirbt die Menschen" (S. 143), dass also die sozialen Verhältnisse das moralische Verhalten bestimmen, steht zu jener Grundüberzeugung nur in scheinbarem Widerspruch. Der Vitalismus leugnet keineswegs die Existenz von moralischen Kategorien im Individuum ; dem Leben als solchem spricht er sie freilich ebenso ab wie der Natur. Bezeichnend dafür ist die Geschichte mit den gestohlenen Ölflaschen (S. 155f.); auf die Vorhaltungen des Erzählers meint die Farfalla, immerhin "gäbe es doch viele Leute, die Gottes Geboten ebensowenig nachlebten wie die Armen, und die er doch mit Gnaden überschüttete". Ihrer Auffassung nach verhält sich Gott bzw. das Schicksal bzw. das Leben dem Einzelwesen gegenüber nicht moralisch. -
Die besondere Qualität dieser "Lebensskizzen" liegt darin, dass der Erzähler nicht klüger sein will als das geschilderte Leben, dem gegenüber er selbst vielmehr ein Lernender ist, der sich das Verständnis erst erarbeiten muss. Und dieses äußert sich im Roman zunehmend als "die große Klage des Lebens um seine Schönheit und seine Vergänglichkeit und seine Blindheit" (S. 239).

Das Buch beruht auf eigenem OCR einer Archive.org-Vorlage, und zwar der 4.Aufl. von 1904, die gegenüber der ersten unverändert blieb. Den Buchschmuck Heinrich Vogelers versuchte ich, soweit das in ePub möglich ist, zu integrieren; so setzt die Titelseite lediglich die Schriftpassagen neu (das Buch verwendet Fraktur), und die Kapitel-Vignetten sind übernommen; auf die die Seitenziffern umgebenden Vignetten musste aber leider verzichtet werden.
Das Cover wurde unter Verwendung anderer Motive neu entworfen.

Im eBook sind versteckte Seitenzahlen enthalten (ggf. PN oder eMail). Da die vierte Auflage mit der ersten satzgleich ist, liegt eine vollständig zitierfähige Edition vor.

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Last edited by brucewelch; 04-14-2018 at 05:33 AM. Reason: Reparatur eines Lyrik-Formats (4.3.2018).
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