Zwei Dinge fallen mir in dem AP-Artikel (den anscheinend alle einfach nur kopieren) auf:
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Schwerer wiegt jedoch, dass man auf dem iPad nicht einmal digitale Bücher im grundsätzlich für jedermann offenen E-Book-Format EPUB unbeschwert wird lesen können.
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Das ist so ja erstmal Unsinn, denn eBooks im "
für jedermann offenen E-Book-Format EPUB" wird man sehr wohl unbeschwert lesen können. Nur eben kopiergeschützte, also
geschlossene EPUB-Dateien nicht. Und das wiederum zeigt, dass nicht das Dateiformat, sondern die Verwendung von DRM das grundsätzliche Problem ist.
Und dieses Zitat zeigt, warum ich an Apples Stelle genauso handeln würde:
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"Es wird da einige potenziell schmerzliche Lektionen geben", sagt der für digitale Publikationen zuständige Adobe-Manager Nick Bogaty.
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Meiner Meinung nach ist diese Aussage an Arroganz kaum zu überbieten. DRM ist nur dazu da, den Kunden in seinem Umgang mit der Datei einzuschränken. DRM sorgt also generell für Inkompatibilität. Adobe nimmt sich nun das Recht, sind als einzigen legitimen DRM-Lizensierer zu betrachten –*nur sie dürfen den Kunden gängeln, bei anderen Anbietern komme es dagegen zu "potenziell schmerzlichen Lektionen". Was übersetzt heißt: die Schafe müssen lernen, bei wem sie angekettet sind.
Meiner Meinung nach bringt diese Aussage das Problem aber gleichzeitig auch absolut auf den Punkt: Wenn der Kunde merkt, dass er seine bei verschiedenen Anbietern gekauften eBooks nicht auf jedem beliebigen Gerät nutzen kann, wird er eine schmerzliche Lektion erfahren. Doch entgegen der Meinung des Adobe-Managers wird die Lektion nicht sein "kaufe DRM-Dateien nur bei Adobe", sondern: "kaufe keine DRM-Dateien".