Mr. Duddelbrucks Affenfarm
Die mehr als schäbige Eleganz eines blauen Jackenanzugs und des kurzen Sportmantels stand durchaus im Einklang mit den zerplatzten Lackschuhen, dem zerfaserten Kragen und dem grünlich schimmernden schwarzen steifen Filzhut, den Tobias Galwan demütig mit beiden ebenso schäbig behandschuhten Händen vor die Brust gedrückt hielt, als er uns an jenem warmen Vorherbsttage von der Pforte des Gemüsegartens aus mit wehleidiger Stimme um eine milde Gabe bat.
Harst saß oben auf der Trittleiter und hatte sorgfältig mit dem Beutelpflücker die Edlen Gravensteiner abgenommen. Ich war damit beschäftigt, den Komposthaufen durchzusieben und hatte mit einer großen Schippe gemächlich den schwarzbraunen Kompost gegen das schrägstehende Sieb geworfen.
Um die Königin Wilhelminje
Daheim empfing uns unser neuer Diener Lambach-Galwan in einer sehr angemessenen Maske, die er sich inzwischen selbst zurecht gemacht hatte. Er hatte in unseren Ankleideschränken sogar eine Livreejacke aufgestöbert, die ihm leidlich paßte, und mit erstaunlichem Geschick war er bereits in seine neue Rolle hinein gewachsen.
Das Abendessen erlitt eine vorzeitige Unterbrechung durch unsere Mathilde, die plötzlich leise die Tür des Speisezimmers öffnete und halb erschrocken, halb schadenfroh uns zuflüsterte, daß Kriminalrat Penz uns zu sprechen wünsche. Hinter Mathilde stand im halbdunklen Flur, der geisterhaft bleiche Doktor Galwan, dessen weit aufgerissene, entsetze Augen mit den blanken Knöpfen seiner Livreejacke um die Wette funkelten. Er drängte unsere Dicke jetzt bei Seite und trat dicht an den Eßtisch heran. Seine Erregung hatte ihn jeder Gewalt über seinen Körper beraubt, er zitterte, er versuchte zu sprechen, und nur in kurz abgerissenen Worten quälte er schließlich hervor.
»Herr Harst, — verraten Sie mich nicht … Ich weiß, was mir droht … Die Umstände sprechen gegen mich, und selbst Ihre vielseitige Erfahrung wird dieses grauenvolle Intrigenspiel nie aufklären, das bereits vor drei Jahren begann — — auf dem Dampfer Testuria …«
Der Text wurde mir von Thom zur Verfügung gestellt, vielen Dank!This work is assumed to be in the Life+70 public domain OR the copyright holder has given specific permission for distribution. Copyright laws differ throughout the world, and it may still be under copyright in some countries. Before downloading, please check your country's copyright laws.
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