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brucewelch
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Broch, Hermann: Der Tod des Vergil. V1 [German] 20.3.2026

"Der Tod des Vergil" (1945, 540 Seiten) war der vorletzte Roman von einem der bedeutendsten deutschsprachigen Autoren des 20. Jh., Hermann Broch, der - ähnlich wie Thomas Mann im "Doktor Faustus" - damit sein literarisches Vermächtnis formulierte.

In wikipedia liest man:

Broch zog darin eine „Parallele zwischen der kulturellen Umbruchszeit des Augusteischen Zeitalters und seiner Gegenwart“. Wie damals, meinte Broch, ging eine alte Kultur zu Ende, und die Konturen einer neuen (mit einem wiederkehrenden religiösen Zentrum) deuteten sich an. In den Monologen des sterbenden Vergil rechnet er mit der Kultur der untergehenden Epoche ab. Seine Traumvisionen durchschweben Bilder, die ihn in seiner Hoffnung auf den Beginn einer neuen Menschheitsepoche bestärken. Was den Stil des Buches betrifft, so wechseln Szenen von derber Realistik (Schilderung der „Elendsgasse“) mit politischen Diskussionen (Gespräch mit Kaiser Augustus) und hymnisch-lyrischen Passagen (Schicksals-Elegien und Traumsequenzen) ab. Die Gestapo-Haft hatte Broch unmittelbar in seiner Existenz bedroht. Es war ein Zustand, so schrieb er, „der mich zwingender und zwingender zur Todesvorbereitung, zu sozusagen privater Todesvorbereitung nötigte. Zu einer solchen entwickelte sich die Arbeit am Vergil …“

Es ist ein schwieriges, anspruchvolles Werk, das vom Leser wahre Hingabe verlangt, damit es sich erschließt.

Etwas leichter hat man sich das Verständnis im "real existierenden Sozialismus" der DDR gemacht; im Klappentext der dortigen Ausgabe erfährt man, dass Broch vor 1938 "der kapitalistischen Zerstörung des Menschen das sich selbst isolierende denkende Subjekt" entgegengestellt habe. "Angesichts der weltgeschichtlichen Zuspitzung seit 1938 erwies sich diese idealistische Position als Flucht. Der Roman [...] wurde zur schonungslosen Selbstkritik. [...] Mit der Hilfe seines großen Vorbilds [Vergil] gewinnt Broch die Überzeugung, daß Kunst nur Kunst sein kann, wenn sie der Menschheitszukunft gehört." – Hier geschieht, recht besehen, mit dem Werk genau das, was Vergil mit seiner "Aeneis" in Brochs Roman verhindern wollte: dass nämlich der Cäsarismus des augusteischen Imperiums episch gerechtfertigt werde (woran in der historischen Realität ja kein Zweifel bestehen kann): die ›alten weißen Männer‹ in den blauen Anzügen benutzten Brochs Roman zur Legitimation ihrer Auffassung der "Menschheitszukunft": des ›real existierenden‹ Arbeiter- und Bauern-Staates.

Zu den drei Motti wurden im Anhang Übersetzungen von Johann Heinrich Voß und Karl Strecker hinzugefügt (Motto und Übersetzung sind jeweils miteinander verlinkt; das gilt auch für die Quellennachweise der versteckten Zitate im Roman, die über Fußnoten-Zeichen abrufbar sind). Die Absätze im Roman (Text nach der dtv-Ausgabe von 1965, 475 S.) wurden nach einer zuverlässigen Printausgabe kontrolliert. - Das Cover zeigt Vergil mit dem Manuskript der Äneis zwischen den Musen Clio und Melpomene, wie ihn ein Mosaik aus dem 3. Jh. darstellt.
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