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Zentaurus
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Kabel, Walther: Harald Harst (313) - Puppensch Lady Goßwell. V1.0 [German] 13.03.2026

Der Puppenschrank der Lady Goßwell

An einem jener feuchtheißen Abende, die es verständlich machen, das die Europäer während der Sommermonate die indische Hauptstadt Kalkutta in Scharen verlassen und in die Berge flüchten, schlurften zwei abgerissene chinesische Kulis, sorgsam das Laternenlicht meidend, dem düsteren Hafenviertel zu und verschwanden in einer mit Papierfahnen und Papierlaternen verzierten »Teestube«, hinter deren Ausschank auf einem Riesenstuhl aus Bambus, ähnlich denen der Schiedsrichter bei Tennistournieren, ein weißbärtiger, würdiger, bebrillter Chinese, dem beide Unterschenkel fehlten, wie ein Feldherr hockte, und den Betrieb seines berühmten Lokals, das zugleich Hotel war, unablässig überwachte und seine fünf trippelnden Chinesenbardamen lediglich durch kurze, scharfe Pfiffe leitete.

Das Teehaus »Zu den guten Winden« war ein langgestreckter Raum mit sauberen Marmortischen, Korbsesseln und originellem Wandschmuck, auf den der alte Mah besonders stolz war: Mindestens zwei Dutzend verschrumpelte, geräucherte Menschenköpfe hingen an den bunten Wänden im Lichte moderner Wandleuchter.

Die beiden Kulis schoben sich unterwürfig durch die vollbesetzten Tische hindurch und machten vor dem langen Schanktisch und vor den scharfen Augen des alten Mah demütig, halt, verneigten sich dreimal, verneigten sich nochmals, zogen die Hände aus den Jackenärmeln, kratzten sich die Nasenspitze, tippten sich auf die Stirn und verbeugten sich zum Abschluß zweimal.

Der Mond von Berlin

Der April jenes Jahres war überraschend regenarm und heiß. — Wir hatten uns von Genua auf kürzestem Wege heimwärts begeben, und nach der langweiligen Seereise betraten wir am 16. April wieder unser liebes, trautes Haus, fanden Haralds Mutter und die dicke Mathilde wohl und munter vor, aßen ein vorzügliches Abendbrot und saßen nachher mit Frau Harst im Wintergarten und erstatteten der alten Dame kurz Bericht über das vorzeitige Ende unserer Beziehungen zu den Guten Winden.

Mathilde war nachher auch anwesend, häkelte an einem entsetzlich bunten Jumper und warf zuweilen eine ihrer meist sehr klugen Fragen in die Unterhaltung ein.

Harst betonte, daß wir lediglich in Suez aus englischen Zeitungen erfahren hätten, was nach unserer Abreise in Kalkutta geschehen war.

Der Text wurde mir von Thom zur Verfügung gestellt, vielen Dank!
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