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Old 01-26-2026, 06:17 AM   #1
brucewelch
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Heimburg, Wilhelmine: Ein armes Mädchen. V1 [German] 26.1.2026

"Ein armes Mädchen" (1880, 309 Seiten) war nach dem ersten Roman "Die Andere" (1875) und den Erfolgsbüchern "Aus dem Leben meiner alten Freundin" (1878) und "Lumpenmüllers Lieschen" (1879) der vierte Roman von Wilhelmine Heimburg (d.i. [Emilie Wilhelmine] Bertha Behrens), die zu den Großen Drei der "Gartenlaube"-Erzählerinnen ( nach Eugenie Marlitt, E. Werner) gehörte.
W. Heimburg beschäftigt sich vornehmlich mit denjenigen, denen das Glück seine Huld zu versagen scheint. Hier ist es die Tochter eines verarmten verabschiedeten Majors, der kaum selbst über die Runden kommt, geschweige denn sein Kind versorgen kann, weshalb ihre Verwandten sie am liebsten an dessen begüterten Cousin verheiraten möchten, der allerdings doppelt so alt ist wie sie.
W. Heimburg vermag glaubwürdige Charaktere mit individuellen Profilen zu zeichnen; auch die Szenen und Dialoge erscheinen wirklichkeitsnah und vermeiden keineswegs sozialkritische Momente, behalten aber stets einen eigenen Charme und vor allem Sinn für Humor. Insgesamt sind die Werke der Großen Drei, wenn zwar gewiss keine große Literatur, durchaus besser als ihr Ruf.

Textgewinnung qua eigenen OCRs aus einem archive.org-PDF-Fraktur-Scan der Erstausgabe von 1880; das Cover verwendet eine Illustration von A. Mandlick (aus den 'Gesammelten Romanen und Novellen', Serie 1, Bd. 4, 1890, S. 103 - die Stelle im Text ist in den 'Editorischen Hinweisen' verlinkt), die das 'arme Mädchen' zusammen mit dem o.g. Cousin des Vaters in der Besenkammer zeigt (ein Schelm, wer da an Boris Becker denkt!).
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