Nach einem kurzen Ausflug auf die Ostalb bin ich wieder im Lande. Viel zum Lesen oder Hören bin ich in den paar Tagen allerdings nicht gekommen, aber das hatte durchaus positive Gründe.
Bevor ich gefahren bin, habe ich noch
Brennen muss Salem von Stephen King beendet. Die einzige Erinnerung, die ich an dieses Buch hatte, war, dass es darin um Vampire geht, und zwar um welche der nicht-netten Art. (Ich hoffe, das ist bei einem 45 Jahre alten Buch kein Spoiler.

) Es geht um eine kleine amerikanische Stadt namens Jerusalem's Lot, in der sich merkwürdige Dinge zutragen, nachdem ein neuer Besitzer in ein altes verlassenes Haus eingezogen ist. Alles beginnt damit, dass zwei Brüder sich im Wald verirren, von denen der eine nie gefunden wird und der andere bald darauf eines mysteriösen Todes stirbt. Er ist der erste, wird aber nicht der letzte sein.
Man muss King eines lassen, nämlich dass er es versteht, eine Atmosphäre der Angst und Beklommenheit aufzubauen, die natürlich besonders gut funktioniert, wenn man die Geschichte noch nicht kennt. Für meinen heutigen Lesegeschmack (ich habe das Buch zuerst vor ca. 35 Jahren gelesen) ist er mir etwas zu ausschweifend, vor allem was das Kleinstadtleben angeht und die Gedanken der diversen männlichen Figuren (nicht alle wirklich sympathisch, wie ich gestehen muss

). Seine Hauptfigur Ben Mears, wieder einmal ein Schriftsteller, bleibt zudem seltsam blass, ganz anders als sein Zunftgenosse Paul Sheldon in
Misery, das ich ebenfalls gerade mal wieder lese. Trotzdem gehören Kings Vampire neben dem Original-Dracula zu den glaubhaftesten und furchterregendsten, die mir in einem Buch begegnet sind. Von daher vergebe ich hier dennoch vier Sterne, auch wenn ein wenig Nostalgie dabei ist.
Das Hörbuch fand ich übrigens gut gelesen von Jürgen Kluckert.