Stichwort-Challenge: 22. Dinosaurier; 28. kanadischer Autor
Robert J. Sawyer: Foreigner
Dies ist der Abschlussband von Sawyers Trilogie über eine Rasse von intelligenten Dinosauriern, die ich ursprünglich als Papierbuch gelesen und nun als Hörbücher wieder gehört habe, die von Oliver Wyman gelesen werden, einem der richtig guten Sprecher im englischsprachigen Raum. Ein Hörgenuss von der ersten bis zur letzten Minute.
Weil sich an meiner Meinung zu dem Buch seit dem ersten Lesen nicht signifikant etwas geändert hat, begnüge ich mich heute mal wieder damit, meinen "Erguss" aus dem Jahr 2006 hier zu posten.
Quote:
Die Quintaglios, eine Rasse von intelligenten Dinosauriern, die vor langer Zeit von der Erde auf eine andere Welt verpflanzt wurden, bereiten sich auf ihren Exodus vor, weil der Mond, auf dem sie leben, auseinanderzubrechen droht.
In diesem dritten, abschließenden Band erzählt Sawyer seine Geschichte aus der Perspektive von drei Protagonisten: Afsan, der im ersten Buch "Far-Seer" herausfand, dass die Quintaglios auf einem Mond leben, der um einen riesigen Gasplaneten kreist, Afsans Sohn Toroca, dem Fossiliensammler und Entdecker der Evolution aus "Fossil Hunter", und Torocas Mutter Novato, deren Aufgabe es ist, das abgestürzte Raumschiff der Fremden zu erforschen, die einst das Leben auf die Welt der Quintaglios brachten.
Wie in den beiden ersten Büchern der Trilogie begegnen wir auch in "Foreigner" dem Quintaglio-Pendant eines berühmten Wissenschaftlers, diesmal einer weiblichen Version von Siegmund Freud. Afsan, der am Ende von Far-Seer geblendet wurde, erleidet zu Beginn von Foreigner eine schwere Kopfverletzung, durch die seine Augen sich regenerieren. Doch obwohl sie theoretisch voll funktionsfähig sind, bleibt er blind. Der Verdacht erhebt sich, dass seine Blindheit psychische Ursachen hat, nachdem die organische Ursache weggefallen ist. Eine neuartige Behandlung, die Gesprächstherapie, soll ihm dabei helfen, wieder zu sehen. In ihrem Verlauf wird klar, dass es für die Quintaglios an der Zeit ist, gewisse uralte Traditionen neu zu überdenken, um ihrer Rasse zu einer besseren Zukunft zu verhelfen.
In nur zwei Generationen von Galileo zu Darwin und Freud - sehr viel mehr Zeit bleibt den Quintaglios nicht, um ihre Wissenschaft weiterzubringen, wenn sie nicht untergehen wollen. Obwohl sie zum Teil sehr menschliche Gefühle haben, ist es dem Autor gelungen, ihre "fremdartige" Seite zu zeigen, doch sind sie wirklich so verschieden von uns? Je mehr man als Leser über ihre Psyche erfährt, desto mehr gewinnt man den Eindruck, dass Sawyer uns einen Spiegel der Menschheit vorhält. Letztendlich verhalten sie sich nicht viel anders als wir, als sie eine zweite Rasse intelligenter Dinosaurier auf ihrem Mond entdecken. Der Erstkontakt verläuft friedlich, doch dann laufen die Dinge erst einmal aus dem Ruder.
Das Grundübel ihrer Zivilisation merzen die Quintaglios in nur einer Generation aus, nachdem sie es erkannt haben, vielleicht eine etwas zu einfache Auflösung für diese komplexe Geschichte. Doch jede Geschichte braucht ein Ende, und obwohl es etwas überstürzt zu kommen scheint, ist es ein guter Schluss für diese insgesamt sehr lesenswerte Trilogie. Es ist das Ende der Geschichte, die darin erzählt wird, jedoch nicht das Ende der Geschichte der Quintaglios selbst.
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4.5 Sterne für das Buch, 5 Sterne für den Sprecher