Hätte ich die Kurzbiographie von Elle Casey am Ende ihres Buches The Changelings zuerst gelesen, hätte ich das Buch wahrscheinlich gar nicht erst angefangen. Ein Buch pro Monat will die gute Frau veröffentlicht haben - das erscheint mir kein Tempo, bei dem Qualität zu entstehen vermag. Schon gar nicht, wenn Frau Casey bis auf das Titelbild alles selbst macht.
Nach den ersten 50 Seiten hätte ich die Geschichte dann beinahe trotzdem noch beiseite gelegt, weil mir die Protagonistin dieses ersten Teils der immerhin siebenteiligen Young Adult Fantasy-Serie War of the Fae tierisch auf die Nerven ging. Danach nahm die Handlung aber zusehends an Fahrt auf und die Charakterschwächen der jungen Dame traten ein wenig in den Hintergrund, so dass die Geschichte dann bis kurz vor dem Ende doch noch überraschend unterhaltsam zu lesen war.
Aber ach, das Ende... Cliffhanger - und was für einer! Die unmittelbare Situation zwar immerhin geklärt aber die zentrale Frage des Buches - Was ist die Protagonistin eigentlich? - immer noch völlig offen. Dafür, dass die Rolle dieses ersten Serienteils ganz offensichtlich war, die Charaktere und den Handlungshintergrund zu etablieren, geht das für mich gar nicht. Irgendwie scheint in der literarischen Welt in den letzten paar Jahrzehnten das Wissen verloren gegangen zu sein, wie man den Leser nach mehr lechzend zurücklässt, ohne ihn mit dem krassest-möglichen Cliffhanger zu konfrontieren.
Schade, so haben die ersten 50 und die letzten 2 Seiten jegliches durch die unterhaltsam geschriebene Geschichte dazwischen geweckte Interesse meinerseits an einer Fortsetzung zunichte gemacht. :-(
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