Challenge: Fremde Welten
Samuel Delany: Babel-17
Delany, dessen Bücher inzwischen als Klassiker der Science Fiction gelten, war bisher ein weißer Fleck auf der Landkarte der mir geläufigen SF-Autoren. Babel-17 habe ich vor längerer Zeit schon einmal als Ebook angefangen, bin irgendwie nach ca. einem Drittel stecken geblieben und habe es dann bei passender Gelegenheit günstig als Hörbuch erworben. Obwohl es mit 192 Seiten für heutige Verhältnisse ein Kurzroman ist, finde ich den Stoff insgesamt nicht ganz leicht verdaulich, aber dennoch faszinierend. Babel-17 ist ein Code oder vielmehr eine Sprache, die von einer fremden Zivilisation als Waffe eingesetzt wird. Die Heldin ist eine Linguistin und Dichterin namens Rydra Wong, die herbeigerufen wird, um den Code zu knacken und die Welt bzw. das Universum zu retten.
Diese Zusammenfassung wird dem Buch (wieder einmal) nicht gerecht. Delany schreibt hier darüber, wie Sprache uns als Individuen definiert. Was ist z. B. mit einer Sprache, in der es kein Wort für "ich" gibt? Wie denkt so ein intelligentes Wesen?
Vielleicht muss man ein Nerd sein, um dieses Buch zu mögen, aber es ist so anders als alles, was ich bisher in Richtung Space Opera gelesen habe. Stefan Rudnicki hat mir hier als Sprecher auch wieder sehr gut gefallen.
4 Sterne / 192 Punkte
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