Steve Jordans The Onuissance Cells ist (trotz des Titels) eine eher unspektakuläre Sammlung von Kurzgeschichten, die außer den Protagonisten nichts so recht gemeinsam haben. Sie scheinen im selben Erzähluniversum angesiedelt zu sein wie Encephalopath, und einige Szenen aus Encephalopath finden sich in leicht abgewandelter Form auch in The Onuissance Cells wieder.
Abgesehen davon, dass ich kein großer Fan von Kurzgeschichten bin, kam mir diese Sammlung auch ein wenig zu moralisierend (gibt es ein besseres Wort für das englische "preachy"?) daher. Wenn schon Kurzgeschichten, dann solche wie in Janny Wurts' That Way Lies Camelot, von denen jede den Leser berührt und entweder leicht erschüttert oder in Gedanken versunken zurücklässt. Die Geschichten aus The Onuissance Cells kommen dagegen eher etwas wirkungsschwach daher.
Und wenn man schon auf dieselbe Gruppe von Charakteren in den Geschichten zurückgreift, hätte ich mir mehr inhaltlichen Zusammenhang zwischen den einzelnen Geschichten gewünscht. Dieser Wunsch wird aber nur durch The First Expedition erfüllt, eine separat veröffentlichte Kurzgeschichte welche die Fortsetzung einer der Geschichten in The Onuissance Cells ist (die alle keine brauchbaren Titel haben). Und auch diese Geschichte schwächelt, was angesichts der Thematik fast schon wieder als eine Leistung gelten darf.
Auf Steve Jordans Sol, das ich heute früh im Zug erst angefangen habe, bin ich aber gespannt. Anders als alles, was ich bisher von ihm gelesen habe, spielt diese Erzählung in einem Star Trek-artigen Universum mit einer Föderation zahlreicher intelligenter Spezies. So wie sich Prolog und erstes Kapitel bis jetzt präsentieren, ist auch ein Erstkontakt mit von der Partie, das Ganze hat also durchaus Potential. :-)
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