Das innere Auge von Oliver Sacks
In seinem Buch "Das innere Auge" beschreibt Oliver Sacks wie Menschen, die aufgrund einer Hirnverletzung oder eines angeborenen Sehfehlers ein beeinträchtigtes Sehvermögen haben oder sogar völlig blind sind, ihre Umwelt wahrnehmen. Der Mittelteil des Buches ist autobiographisch und erzählt, wie Sacks aufgrund eines Augenmelanoms nach und nach die Sehfähigkeit auf einem Auge und damit die Stereosicht verlor.
Das menschliche Gehirn ist ein kurioses Ding und verfügt ganz offensichtlich über mehr Anpassungsfähigkeit, als man annimmt. Jeder hat schon mal etwas davon gehört, dass, wenn ein Sinn ausfällt, ein anderer dafür geschärft wird, doch wie das wirklich vor sich geht, ist eine ziemlich faszinierende Sache. Nicht, dass ich das unbedingt am eigenen Leib erfahren möchte, aber Sacks' Fallbeispiele, die in unterhaltsam anekdotischer Form und allgemeinverständlich erzählt werden, fand ich wirklich interessant.
Seine eigene Krankheitsgeschichte war hingegen eher gruselig anzuhören. Der beruhigende Hinweis seines Augenarztes, dass Augenmelanome normalerweise nicht streuen, hat sich in diesem Fall wohl nicht bewahrheitet. Sacks ist nicht nur im Verlauf von mehreren Jahren auf diesem Auge erblindet, sondern wird aller Voraussicht nach demnächst an seinem Krebs sterben.
Das Hörbuch wurde kompetent von Hubertus Gertzen gelesen und hat mich in den letzten Wochen in kleinen Häppchen beim Autofahren unterhalten.
(Sachbuch-Challenge, 4 Sterne)
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