Nachdem ich von Kapitel 12 "Raft Continent" so ein wenig den Eindruck hatte, dass es nicht so recht wusste, was es eigentlich sollte (außer dem offensichtlichen Zweck, die Besiedlung Australiens zu schildern), hat mir Kapitel 13 "Last Contact" wieder richtig gut gefallen. So realistisch und deprimierend brutal, wie Baxters Schilderung der Verdrängung der Neanderthaler ist, so einfühlsam ist sie andererseits auch.
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Originally Posted by troll05
Kapitel 13 ist von der Story auch gut angelegt und sehr spannend geschrieben, aber was mir gar nicht gefällt ist der Sprachstil der Menschen vor 10.000 Jahren. Entweder hat dieses Kapitel einen anderen Übersetzer gehabt als die anderen oder einen andern Autor, aber bei Formulierungen wie "Hey Mädels! Heute schon was vor?", "So läuft das hier..." und "...der Arsch der Welt!" in einer fernen Vergangenheit dreht sich mir jedesmal der Magen um.
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Hmm, Kapitel 14 "The Swarming People" kommt sprachlich in der Tat recht... krude daher. Im Rahmen der Schilderung der ersten Ausbeutung des Menschen durch den Menschen empfand ich das aber nicht als unpassend, ebensowenig wie das - im Englischen Original - "Arschloch der Welt".
Die anderen von Dir zu Recht stilistisch bemängelten Redewendungen finden sich allerdings im Original nicht in dieser merkwürdigen, modern-saloppen Form. Cahls "Hey Mädels! Heute schon was vor?" an Juna und Sion ist im Original "Hello, girls. Something on your mind?" - schon von oben herab und informell, aber nicht ganz so stark mit dem Beigeschmack der 70er Jahre. :-P Und "So läuft das hier..." ist wohl von Keram an Juna, und im Original sagt er "Well, I am not Cahl. You must do as we do, girl. It is our way.", was deutlich neutraler im Ton ist.
Vom Inhalt her haben mir die Kapitel 13 und 14 jedenfalls gefallen, weil Baxter hier nicht nur schonungslos ehrlich den nicht immer ganz so gerade verlaufenden Weg hin zum modernen Menschen schildert, wie ich ihn aus meinen Geschichtsbüchern eher nicht gelernt habe, sondern auch ganz klar die Nachteile der Sesshaftigkeit neben die Vorteile stellt und das Artensterben und den kulturellen Rückgang um die Eiszeit herum thematisiert.
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Originally Posted by troll05
Ich habe es eigentlich schon so verstanden das es sich um eine Vergiftung handelte und die Schlussfolgerung "Ich war es nicht – wer hatte sonst die Möglichkeit" in Kombination mit der mehr oder weniger subtilen Abneigung und dem Neid fand ich schon ganz plausibel
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Hmm, ich hatte eben eher nicht den Eindruck, dass Mutter an eine Vergiftung dachte. Sie war nur überzeugt, dass die "Täterin" ein Motiv hatte und dass zum Töten keine direkte Einwirkung notwendig sein musste. Die Gedankengänge erinnerten mich eher an den "bösen Blick" als an "sie muss ihm wohl giftige Beeren unter's Essen gemischt haben". Kurz, ihre Hinrichtung beruhte weniger auf Deduktion als dass sie durch Mutters Wahnvorstellungen begründet war.