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Also heute nochmal etwas ausführlicher.
Das historische Setting rund um die Auflösung der katholischen Klöster durch die Reformatoren ab dem Jahre 1537 hatte mir gut gefallen. Was ich bisher aus dieser Zeit gelesen habe, beschäftigte sich meist mit Heinrich VIII. und seinen Frauen. Hier sehen wir die Folgen, die sich aus den Heiratsplänen ergeben haben, also sozusagen die Verlierer dieser Umwälzungen.
Die Geschichte fand ich spannend und die Figur des buckligen Anwalts Shardlake fand ich interessant. Die Atmosphäre eines Klosters und des Lebens der Bevölkerung im Umfeld fand ich etwas dünn gestaltet. Ich konnte mir das Areal nicht so richtig vorstellen. In diesen Punkt muss ich troll05 recht geben, das habe ich nicht nur bei Eco schon mal besser gelesen. Zwar wurde der Winter und die damit verbundene Kälte immer mal wieder erwähnt, aber dann meist auch wieder schnell vergessen, wenn die Personen handelten. Das fand ich nicht immer logisch, mal war eine Reise nach London nicht in mehreren Tagen möglich und dann machte sich unser Anwalt alleine auf den Weg.
Am Anfang war der Fortgang der Geschichte etwas behäbig, um dann am Ende doch etwas überstürzt ein Ende zu finden. Die Auflösung fand ich überraschend. Es ist ein Erstlingswerk, was noch Potential nach Oben hat.
Mir hatte es aber insgesamt dann doch so gut gefallen, dass ich den nächsten Band der Reihe um Matthew Shardlake eine Chance geben möchte.
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