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Originally Posted by brucewelch
Um "altertümlich" oder nicht geht es in der poetischen Sprache Musils nicht. [...] Bei diesem Artikulationsbedürfnis darf wohl kaum eine konventionelle Alltagssprache erwartet werden.
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Ich meinte das völlig wertungsfrei und wollte Spinni eigentlich nur erklärend zur Seite stehen. Die Konstruktion *ist* altertümlich und heute bis auf wenige feste Redewendungen praktisch ausgestorben, das muss sie aber für bestimmte Zwecke nicht falsch machen.
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Originally Posted by brucewelch
Und wenn dabei Konstruktionen wie der o.g. sog. "verschwurbelte Schachtelsatz" herauskommen, dann spricht dies nur dafür, dass hier Dinge zu sagen waren, denen sich ein "Basic German" allerdings nicht mehr fügt.
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Na ich weiß nicht. Als sprachliches Mittel für die Artikulation von Bewusstseinsströmen mag's ja gehen - und dass dies hier der Fall war, glaube ich Dir jetzt einfach mal. Generell bin ich aber ein Freund des klaren Ausdrucks, obwohl ich selber dazu neige, Sätze durch weitere Ideen, deren ich während des Schreibens erst gewahr werde, zu erweitern, weil ich meine, dass die zusätzlichen Informationen, welche mir da gerade assoziativ ins Bewusstsein gelangten, auch dem geneigten Leser behilflich sein könnten, meinen Gedankengängen, die zugegebenermaßen dazu neigen, bisweilen ein wenig konfus und für andere schwer nachvollziehbar zu sein, zu folgen. :-P
Sätze, bei denen der Leser am Ende nicht mehr weiß, worum es am Anfang eigentlich ging, sind aber eine Zumutung. Und da es möglich ist, wunderschönes Deutsch auch ohne Schachtelsätze zu schreiben, bleibe ich ihrer Verwendung gegenüber skeptisch. Da rüttelt auch der Herr Musil mit seinem Bächlein nicht dran. :-)