Reine Lesegeräte waren schon immer Nischenprodukte. Diese Nische konnte bis ca. letztes Jahr überdurchschnittlich gut besetzt werden, da handliche und günstige Tablets eher die Ausnahme waren.
Spätestens seit dem Nexus, dem Kindle Fire und dem iPad 7" (okay, 'günstig' streichen wir hier) sind aber Geräte auf dem Markt, die massentauglich sind.
Die Akkulaufzeit ist tatsächlich nur für Vielleser ein Kriterium. Der Akku auf meinem Fire hält mehrere Tage, und das reicht mir. Und wo bitte kommen wir in die Situation, dass wir mal zwei, drei Woche nicht auf Strom zurückgreifen können?
Die letzten paar Urlaube hatte ich ein Kabel für mein Smartphone und meine Digitalkamera und mein Netbook dabei. Dann kommt halt noch eines für den Tablet dazu. Himmel, ich konnte selbst auf den Malediven und mitten in der Wüste in den VAE die Akkus aufladen ...
Tageslichttauglichkeit zählt nur, wer im Freien liest, und dazu in der prallen Sonne. Selbst mit Büchern habe ich mir im Freien immer ein schattiges Plätzchen gesucht. Alleine schon, weil Buchseiten - je nach Papierart - das Sonnenlicht so stark reflektieren können, dass es (mich) blendet.
Nächster Punkt, der gegen reine Lesegeräte spricht - und das ist ein Totschlagargument -, ist das Interesse der Unternehmen selbst.
Bezos hat ganz klar eingestanden, dass er an den Tablets nichts verdient. Verdienen will er am verkauften Content. Das sind auf einem eInk-Gerät eBooks und sonst nichts. Auf einem Tablet bedeutet 'Content' aber eBooks plus Hunderttausende von Apps, Musik und Videos.
Amazon verdient nach dem Verkauf des Kindle Fire mehr Geld als mit dem Kindle 4. Worauf wird Amazon sich also in den nächsten Jahren konzentrieren?
Solange kein eInk-Lesegerät in Farbe auf den Markt kommt, das in etwa mit Retina oder AMOLED mithalten kann (und danach sieht es nach wie vor nicht aus), sehe ich auf Dauer für diese Technologie tatsächlich nur ein Nischendasein.
Last edited by K-Thom; 01-10-2013 at 04:56 AM.
|