|
Walter Benjamin würde ich wahnsinnig gut finden!
Kafka: Das ist schwer, da solche Backlist-Bestseller wie Kafka, Thomas Mann, Hermann Hesse usw. eben oft den halben Verlag finanzieren. Das sind Mischkalkulationen, und viele Verlage sind damit in der Vergangenheit auch recht verantwortungsvoll umgegangen. Die Hesse-Rechte haben ganz gewiss ein paar dutzend hochtalentierte Autoren finanziert, die ansonsten eben nicht publiziert worden wären.
Allerdings ist die Frage berechtigt, weshalb ausgerechnet ein Schüler, der Kafka nun mal für die Schule lesen muss, oder der sich aus Liebeskummer eine Hesse-Dröhnung injiziert, irgendwelche Verlage und Autoren subventionieren soll..
Als nächstes möchte ich mich dem Werk eines Autors annehmen, der um 1900 einen der ersten Sportromane verfasst hat (unter Umständen sogar den ersten Sportroman überhaupt, das ist noch nicht ganz klar). Das Genre des Sportromans ist noch kaum erforscht, wohingegen es relativ viel Material zum Sportfilm gibt, und das ist eigentlich seltsam, dass die Cineasten hier den Literaturwissenschaftlern einen Schritt voraus sind. Das Heroische wird in der Literatur eben anders bewertet als im Lichtspieltheater, zumindest im deutschsprachigen Raum. Und tatsächlich ist mein Autor dann auch völlig verarmt verstorben, aber sein Werk ist ein Olympischer Klassiker.
|