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Huch, Ricarda: Deutsche Geschichte. V1 [German] 26.10.2020
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Das gewöhnlich unter dem Titel "Deutsche Geschichte" zusammengestellte Werk besteht eigentlich aus drei Veröffentlichungen:
Römisches Reich Deutscher Nation. 1934. Das Zeitalter der Glaubensspaltung. 1937. Untergang des Römischen Reiches Deutscher Nation. (Posthum) 1949. Es wird mit diesen drei Bänden nicht die gesamte deutsche Geschichte abgebildet, soweit Ricarda Huch sie überschauen konnte. Der letzte Teil reicht, wie der Titel anzeigt, nur bis zum Jahr 1806, als unter dem Druck Napoleons das längst überfällig gewordene "Heilige Römische Reich Deutscher Nation" aufgelöst wird. Ob dem noch ein vierter Band folgen sollte, der bis zum Ende der wilhelminischen Epoche 1918 gereicht hätte oder sogar weiter, muss offen bleiben. Ricarda Huch war im Oktober 1947 aus der Sowjetzone geflohen. "Den Reisestrapazen im ungeheizten Zug über die Sektorengrenze war ihre Gesundheit nicht mehr gewachsen." (wikipedia) Sie starb kurze Zeit später in Frankfurt/M. In einer Amazon-Rezension schreibt Steffen Kublik 2016 zum ersten Teil: Ricarda Huch versteht es gekonnt, die deutsche Geschichte des Hochmittelalters lebendig werden zu lassen. Dabei beschränkt sie sich keineswegs auf die Darstellung der Ereignisse, sondern macht den Leser zugleich mit der komplizierten Verfassungsstruktur des Römisch-deutschen Reiches vertraut. Ihr Gespür für Nuancen ermöglicht ihr ein ausgewogenes Urteil über die dargestellten Sachverhalte. Obwohl bereits 100 Jahre alt, wirkt ihr Werk an keiner Stelle antiquiert. Wer sich einen Überblick über die fragliche Epoche verschaffen will, dem sei dieses Buch ausdrücklich empfohlen. Zum zweiten Teil hatte sich derselbe Verfasser zwei Jahre zuvor so geäußert: Ricarda Huchs großer Essay über das Reformationszeitalter bietet einen gerade auch für Nichtfachhistoriker verständlichen Zugang zur deutschen Geschichte des 16. und 17. Jahrhunderts. Hervorzuheben ist der abwägende, den unterschiedlichen Haltungen und Weltanschauungen der Protagonisten gerecht werdende Blick der Autorin. Der glänzende Stil, in dem das Buch geschrieben ist, macht seine Lektüre zu einem nicht nur intellektuellen, sondern auch ästhetischen Genuss. Wer sich eine Vorstellung vom frühneuzeitlichen Deutschland verschaffen will, dem sei dieses Buch ausdrücklich empfohlen. Ich kann beide Urteile, die mutatis mutandis auch für Teil 3 gelten, nur entschieden bestätigen. Ricarda Huch hatte bereits mit ihrem großen "Romantik"-Werk bewiesen, dass man über schwierige und facettenreiche literarhistorische Zusammenhänge fachkundig schreiben kann, ohne sich in den Stricken eines Fachjargons zu verheddern. Ihr "Dreißigjähriger Krieg" bekräftigte dies. Und die "Deutsche Geschichte" kann als krönender Zielpunkt dieser Linie betrachtet werden. Das eBook bringt alle drei Teile (die Lahnsteiner Print-Ausgabe zählt 1.344 Seiten) in einem Band. |
Glänzend! Danke!
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