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Belka, W.: 059 - Die Wundergrotten von Briennes. V1.0 [German] 06.08.2018
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Die Mainacht war windstill und warm. Vom wolkenlosen Himmel lugte der Mond auf diese wunderliche Erde herab, deren Bewohner sich seit Monaten in einem schlimmen Aufruhr befanden.
Noch nie hatte der alte Herr mit dem runden, strahlenden Gesicht, über das er aber für gewöhnlich eine dunkle Kappe hüllte, bei seinen Wanderungen am nächtlichen Firmament so viele aufregende Dinge zu sehen bekommen, wie seit jenem Augusttage 1914, wo er in den Straßen der deutschen Reichshauptstadt Berlin vor dem königlichen Schloß dichte Volksmassen beobachtet hatte, die, wie von einem Taumel der Begeisterung erfaßt, bald allerlei Kriegslieder gesungen, bald auch wieder laute Rufe ausgestoßen hatten, deren Brausen sich wie Orkanstöße in den Äther fortpflanzte … Das war der Anfang gewesen. Und dann begann der gegenseitige Vernichtungskrieg, begannen Erde und Himmel zu dröhnen unter dem Knall unzähliger Feuerschlünde und krepierender Geschosse, versanken große Schiffe auf dem Meer wie Blei, gingen ganze Städte und Dörfer in Flammen auf, fielen die Menschen in ganzen Reihen wie reife Saat zu Boden, dampfte das Blut von Tausenden empor, füllte sich die Luft mit ganzen Scharen künstlicher Vögel, die verderbliche Eier in Gestalt von Kugeln fallen ließen, deren Aufgabe es zu sein schien, mit furchtbarem Getöse zu zerplatzen, Tod und Vernichtung umherzustreuen und alles in Brand zu stecken, was nur in Flammen aufgehen wollte … Walther Kabel schreibt hier unter dem Pseudonym W. Belka Abenteuergeschichten von Auswanderern und Verschollenen, die sich an junge Erwachsene wenden. Text und Cover stammen von der Walther-Kabel-Seite, vielen Dank nach dort. |
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