MEIN ERSTER FALL

Die Leser meiner Abenteuer kennen mich, den Geisterjäger John Sinclair, mein Kreuz, die Beretta, die Gemme oder auch den magischen Bumerang. Doch es gab eine Zeit - sie lag noch vor der des Dämons Sakum -, da war ich noch nicht der Geisterjäger und dachte nicht im Traum daran, es einmal zu werden. Von dieser Zeit möchte ich berichten, denn eigentlich hatte damals alles begonnen. Ich war noch sehr jung, die Schule lag soeben hinter mir, und ich wartete praktisch auf das Leben. Zudem wohnte ich bei meinen Eltern. Mein Vater arbeitete noch als Rechtsanwalt bei einer Bank und stand kurz davor, sich selbständig zu machen. Wir lebten in London, in der Stadt, die für mich gewissermaßen zum Schicksal wurde. Hätte man mir als jungem Mann erzählt, wer ich einmal werden würde, ich hätte nur gelacht. Für ein Studium hatte ich mich entschieden. Allen Widerständen meiner Eltern zum Trotz beschäftigte ich mich mit Psychologie und Kriminalistik, denn ich hatte mir damals schon vorgenommen, einmal Polizist zu werden, sehr zum Leidwesen meines Vaters, der mich gern als Nachfolger in seiner Praxis sehen wollte. Aber da konnte der alte Horace F. Sinclair reden, wie er wollte, ich hatte meinen eigenen Kopf, und für eine gewisse Sturheit sind die Schotten schließlich bekannt. Ich will damit sagen, daß unsere Familie aus Schottland stammt.

Ich setzte mich gegen den Willen meines Vaters durch, wobei mir meine Mutter zur Seite stand, und studierte das, was mir Spaß machte. Ich hatte mir auch vorgenommen, aus der Wohnung meiner Eltern auszuziehen, denn als Zwanzigjähriger möchte man unabhängig sein. Außerdem gab es da noch das andere Geschlecht, das mich verständlicherweise sehr interessierte. Wenn ich mal ein Mädchen mit ins Haus meiner Eltem brachte, erntete ich jedesmal den etwas vorwurfsvollen Blick meiner Mutter, mit dem sie gleichzeitig mich und ihre Uhr ansah, so daß ich stets Bescheid wußte. Kein Besuch bis zum Frühstück, bedeutete dieser Blick. Und daran hielt ich mich auch - von zwei Ausnahmen mal abgesehen, wobei es mich Nerven und Phantasie gekostet hatte, die Mädchen morgens an meiner