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Old 06-19-2012, 07:38 PM   #1
slowfax
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PB 622: Für Buchhändler geschrieben, die das Gerät noch nicht kennen

PocketBook 622 Touch
Das Gerät ist „im Prinzip“ schon seit einigen Wochen auf dem Markt, aber es ist noch so gut wie nirgends zu kaufen. Schuld daran ist Computerbild, der kongeniale Ableger des ähnlich benamsten Revolverblattes. Computerbild hat den PocketBook 622 Touch (www.pocketbook.de) in den höchsten Tönen gelobt und ihn zum absoluten Spitzenreader erklärt. Daraufhin gingen laut Forenmitgliedern so viele Bestellungen ein, dass die Firma PocketBook mit Produktion und Lieferung in die Bredouille kam. In diesen Tagen kommen gerade die vorbestellten Geräte bei den Kunden an.
Der Computerbild-Test hat den Namen „Test“ eigentlich nicht verdient, da er auf wichtige Kriterien zur Beurteilung eines Readers verzichtet. Er lobt einige Allgemeinplätze, die für jeden E-Ink-Reader zutreffen, lässt jedoch viele Alleinstellungsmerkmale des Gerätes völlig außen vor.
Doch eins muss ich diesem Test zugestehen: Das – wie immer gewonnene – Ergebnis ist völlig gerechtfertigt.
Ich habe schon eine ganze Reihe E-Reader auf Zeit oder dauerhaft genutzt. Daraus, dass mir der Sony PRS-T1 bisher am besten gefällt, habe ich bisher nirgendwo ein Geheimnis gemacht. Doch das PocketBook 622 Touch hat das Zeug, dem geliebten Sony den Rang abzulaufen.

Daten
Wie die meisten Reader der 6-Zoll-Klasse hat das PocketBook eine Displayauflösung von 800 x 600 Pixel. Der Bildschirm ist – anders als bei den bisherigen PocketBooks – ein E-Ink Pearl der neuesten Generation. Der interne Speicher umfasst 2 GB, von denen etwa 1,5 für E-Books genutzt werden können. Ein Slot für Micro-SD ist vorhanden. Ich habe nirgends gefunden, wie groß die Micro-SDs sein dürfen, aber zumindest mit meinen 16-GB-Karten funktioniert es. Das Gewicht ist mit 195 Gramm etwas höher als bei Sony oder Kobo, aber das fiele nicht auf, wenn man es nicht wüsste. Mit Abmessungen von 175 x 115 x 10 mm ist das Gerät fast „deckungsgleich“ mit dem Sony, es passt allerdings nicht in dessen handelsübliche Hüllen, weil dann ein Eckchen ausgebrochen werden müsste.
Das Gerät liest die Formate ePub, PDF, FB2, TXT, DjVu, HTM, HTML, DOC, DOCX, RTF, CHM, TCR. Die Rückseite des Gerätes ist schwarz und trägt den Schriftzug Obreey, des Buchshops, an den PocketBook angebunden ist (oder umgekehrt). Die Vorderseite ist in weiß oder dunkelgrau erhältlich.
Man kann mit dem Gerät auch Musik oder Hörbücher hören, aber mit dieser – für ein Buch perversen – Eigenschaft habe ich mich noch bei keinem Reader beschäftigt.

Besonderheiten
Display: Beim Display handelt es sich um einen „kapazitiven“ Touchscreen. Andere Hersteller verwenden resistive oder auch infrarot-gesteuerte Screens. Der kapazitive Screen besteht aus einer Glasscheibe mit einer bestimmten durchsichtigen Substratauflage, die über den gesamten Bildschirm eine gleichmäßige Spannung verbreitet. Berührungspunkte können so exakt geortet werden. Man kann also mit zwei Fingern ein Bild oder Schriftbild auf die gewünschte Größe zurechtziehen oder –stauchen, wie das einige andere auch können. Hier klappt es allerdings nur mit „echten“ Fingern (oder notfalls mit der Nase). Handschuh- oder Hand-/Finger-/​Nasen-Prothesenträger haben das Nachsehen. Diesen „Nachteil“ kann man jedoch auch als Vorteil betrachten. Auf Geräten wie Sony oder Kobo (und den meisten anderen) kann ein Staubkorn, ein Flugsamen oder eine Mücke zu unkontrolliertem Blättern im E-Book führen. Das ist beim PocketBook-Screen ausgeschlossen.

Zusatzprogramme: Das PocketBook basiert auf dem Betriebssystem Linux. Das braucht den Benutzer zwar nicht zu interessieren, kann es aber. Denn man kann mit einfachsten Mitteln zusätzliche oder alternative Programme installieren, die teils von PocketBook selbst, teils von einer Entwickler-Community beispielsweise auf mobileread.com bereitgestellt werden. Wem der Adobe-Reader nicht passt, kann jeden anderen linuxtauglichen PDF-Reader nutzen. Wer eine Lesepause einlegen will, kann Sudoku, Scribble, Klondyke oder etwas anderes spielen. Ein RSS-Reader (PocketNews) liefert auf Wunsch die neuesten Nachrichten nach eigener Auswahl. Dass Taschenrechner, Kalender, Browser dabei sind, ist selbstverständlich.

Service: Wie wertvoll die eben genannte Community mobileread.com gerade für den Service ist, sieht man daran, dass sie direkt über die Webseite von Pocketbook erreichbar ist. Hier sind rund um die Uhr professionelle Entwickler und kundige Enthusiasten dabei, auftretende Probleme von Usern nicht nur zu registrieren, sondern, oh Wunder: sie zu beheben! Software-Wünsche werden erfüllt. Man stellt kurzfristig Updates bereit, wenn es irgendwo hakt. Der Kunde ist ständig mit offiziellen und inoffiziellen Mitarbeitern des Unternehmens im Kontakt.

Shopsystem: Voreingestellt ist der Shop von Obreey. Über den Browser lässt sich jedoch leicht jeder andere Shop ansteuern. Sofern der Shop Adobe DRM nutzt, ist der „Fremdeinkauf“ kein Problem.

Wörterbücher: Eine Unmasse von Wörterbüchern wird mitgeliefert. Ich nenne absichtlich keine Zahl, weil diese ständig steigt. Neue Wörterbücher können von der Webseite von Pocketbook heruntergeladen werden.

TTS: Ich habe *nicht* den Überblick, ob und gegebenenfalls welche E-Book-Reader Text-To-Speech beherrschen. PocketBook tut es. Standardmäßig sind die in Deutschland verkauften Reader mit den Sprachdateien für Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch ausgerüstet. Der Reader liest – gozzeidank nur über Kopfhörer – komplette Bücher in diesen Sprachen vor. Ebenfalls standardmäßig sind es weibliche synthetische Stimmen, die den geschriebenen Text in gesprochene Sprache umsetzen.
Spielerei? In diesem Fall eher nicht, denn die Qualität ist ausreichend gut, dass Blinde sich Bücher vorlesen lassen können, ohne dass sie auf teure Hörbücher zurückgreifen müssten. Auf der Webseite lassen sich im Moment die entsprechenden Sprech-/Sprachdateien für etwa 20 Sprachen herunterladen. Jeweils natürlich *auch* in der männlichen Variante :-)

Freie Tastenbelegung: Am unteren Rand des Readers sind drei Tasten angebracht (die wie vier aussehen, weil die mittlere eine Wipptaste ist). Links ist ein „Home“-Button, dann folgt die breite Wipptaste für das Zurück- und Vorblättern, rechts schließt eine „Einstellungs“-Taste ab, die je nach Kontext unterschiedlich belegt ist. Jede dieser Tasten kann, je nachdem, in welchem Kontakt man sich gerade aufhält, mit unterschiedlichen Funktionen belegt werden. Beispiel: Ich halte meine Reader meist in der linken Hand und blättere mit dem linken Daumen. (Die rechte Hand brauche ich gewöhnlich fürs Zigarettendrehen). Beim PocketBook kann ich es leicht einstellen, dass die „Zurück“-Taste für mich ein „Vorwärtsblättern“ bewirkt. Oder ich kann einstellen, dass ein kurzer Druck auf „Home“ einen Screenshot anfertigt, während ein langer Druck ein bestimmtes Programm aufruft (oder beendet). Eine derart umfassende Konfigurationsmöglichkeit kenne ich bei keinem anderen Reader.

Absolutes Highlight
Ich könnte noch eine ganze Reihe weiterer Besonderheiten aufzählen, beispielsweise die frappierende Schnelligkeit, mit der PocketBook eine SD-Karte mit Tausenden von Büchern einliest. (6.500 zum Teil seeeehr „dicke“ Bücher in weniger als zwei Minuten), aber ich will, nein, ich muss noch den geradezu phänomenalen Umgang des Gerätes mit PDF-Dateien hervorheben. Gäbe es keinen anderen Kaufgrund, dann wäre es dieser.
Mein geliebter Sony kann schon recht akzeptabel mit PDFs umgehen. Faksimilierte Digitalisate kann ich mit zwei Fingern so hin- und herziehen, dass sie anständig zu lesen sind. Er kriegt auch das „Reflow“ bei kürzeren Texten in vernünftiger Zeit zustande. Bei längeren Texten dreht die Eieruhr aber oft viele, viele Sekunden. Immerhin, er bekommt es – anders als fast alle anderen – irgendwie zustande.
Das PocketBook 622 Touch liefert bei PDFs jedoch Ergebnisse, gegen die der Sony – sorry – nur noch abstinken kann. Faksimilia werden gleich so angeboten, dass „unnütze“ Ränder nahezu verschwinden. Bei ungleicher Belegung der Seiten mit Texten liefert es eine Beschneidefunktion (wie das Programm "Briss"). Und wenn ein „normales“ PDF neu umbrochen wird, geschieht dies, ohne dass man eine zeitliche Verzögerung einrechnen muss. Es mag sein, dass ich in meiner umfangreichen PDF-Sammlung auch Nieten ziehen werde, aber bisher hat das PocketBook jede einzelne meiner Stichproben bestens gemeistert.
Ich bereite gerade ein paar Screenshots vor, die ich als Dropbox-Downloads in einem der folgenden Postings anbiete, damit man sich selbst ein Bild machen kann.

Negatives
Dieser Absatz steht eigentlich nur hier, damit niemand behaupten kann, ich schriebe nur Positives über das Pocketbook :-)
Verbesserungswürdig ist auf jeden Fall die Menüstruktur. Es ist zwar ein Touch-Screen-Gerät, und man kann das Wichtigste über diesen Screen erreichen. Aber man braucht selbst als geübter E-Book-Reader-Mensch eine ganz schöne Zeit, um sich durch alle Einstellungsmöglichkeiten durchzuwühlen und gerade die Funktion zu finden, die man gerade braucht.
Ich habe bisher auch noch keine Möglichkeit gefunden, wie sich der Browser dazu überreden lässt, sich ein Passwort zu merken.
Und wenn mir noch was Negatives einfallen sollte, werde ich es nicht verschweigen. Ehrlich!
slowfax is online now   Reply With Quote
Old 06-20-2012, 08:18 AM   #2
troll05
Harmless idiot
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Location: Zuhause
Device: PB622, Nexus7, Sony PRS 350, Tolino und nur noch wenig toter Baum:(
Schöner Review

Dem lässt sich auch nach zweimonatiger Benutzung immer noch verhältnismässig wenig hinzufügen, gerade auf der negativ-Seite bin und war ich bei meinem Gerät ähnlch sprachlos...
troll05 is offline   Reply With Quote
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