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Old 03-20-2012, 04:45 PM   #16
brucewelch
"§µ%&Þ=?!©†"
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Seltsamer Thread!
Gleichwohl: Ich möchte ignacio ferrer heftig Recht geben.

Jenseits ideologischen In-die Brust-Werfens sieht die Sache doch aus der Nähe betrachtet mehr nach einer Entscheidung aus, wie man editionstechnisch verfahren möchte.
Das ist philologisch betrachtet eine durchaus knifflige Problematik. In der jüngeren Zeit hat sich z.B. der Brauch durchgesetzt, dass stets die Erstauflagen der hohen Literatur für Werkausgaben auschlaggebend sind, nicht etwa die Ausgaben "letzter Hand" - was sehr vernünftig ist, weil so das Werk im Kontext seiner relevanten Wirkung präsentiert wird.
Ein andere Frage ist, wie weit man bei neueren Werkausgaben in den literalen Bestand der Texte eingreifen darf. Wissenschaftliche Ausgaben geben die Texte quasi faksimilemäßig, nur neu gesetzt wieder. Will ein Verlag dagegen auch das allgemeine Lesepublikum einbeziehen, müssen Konzessionen an das gewohnte Leseverhalten gemacht werden.
Aber man braucht bloß mal die editorischen Nachworte solcher Ausgaben zu studieren, um zu sehen, welch schwierige Entscheidungen da zu fällen sind. Handelt es sich z.B. wirklich um einen Druckfehler (woher weiß man bei historischen Texten überhaupt, ob es einer ist?), oder ist es eine spezifische Schreibweise des Autors, möglicherweise aber nur ein sprachlicher Regionalismus des Setzers &c.
Noch heikler wird die Sache, wenn es an die Interpunktion geht; in älterer Zeit hat diese nämlich nicht in erster Linie eine grammatische Funktion, sondern administriert den Lesevollzug. Bei Kleists Satzperioden in die Zeichensetzung einzugreifen verändert z.B. in jedem Fall die Autorintention.
Klar ist: Mit dem "Flair" eines Textes haben all diese Probleme nichts zu tun, sondern mit dem Textbestand.

Was soll das hier? Ganz einfach: es ist zuletzt eine akademische Frage, die für den privaten ebook-Macher als irrelevant betrachtet werden kann - es sei denn, dieser "Textbestand" wird auch hier als entscheidendes Kriterium anerkannt. -
Nur kann ich nicht verstehen, weshalb jemand sich der Mühe unterziehen soll, einen z.B. von GB im historischen Gewand übernommenen Text den gegenwärtigen orthographischen Normen anzupassen. Ganz abgesehen von der Fülle von Fehlern, die sich ohne die oben angedeuteten Fachkenntnisse einschleichen werden: ist ein Text im Ernst schlechter "lesbar", wenn dort statt Teil Theil oder statt musst mußt steht?

Für die textarchäologische MTH-BW-GmbH ist jedenfalls beim Ausgraben historischer Texte Gesetz: 1-:-1-Übertragung des originalen literalen Bestandes in die digitale Form.

Last edited by brucewelch; 03-21-2012 at 07:44 AM.
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Old 03-27-2012, 08:31 AM   #17
praetor
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Noch eine Frage zu 3: Verstehe ich es dann richtig, dass ich gemeinfreie Werke (Deutschland) wie z.B. Jules Verne aus der Quelle von http://gutenberg.org hernehmen könnte und mit neuer Rechtschreibung "trimmen" oder redigieren kann und dann hier den Lesern zu Verfügung stellen darf?
Ja, das darfst du....
Allein Du mußt nicht nur das Urheberrecht des Autors, sondern auch das des Übersetzers beachten.
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Old 03-27-2012, 12:33 PM   #18
Divingduck
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@ brucewelch, genau so sehe ich es auch.
An einer Stelle wurde geschrieben "...könnte es meinen Kindern nicht zum lesen empfehlen, da die nicht mehr gebräuchliche Schreibweise zu Fehlern führen kann...". Nun, wenn ich Kinder an historische Texte heranführen möchte, ist dies mit einem gewissen erklärenden Aufwand zum zeitlichen Kontext verbunden. Vieles erschließt sich einem erst, wenn man versteht wie damals geschrieben, gesprochen und gedacht wurde bzw. was zu dieser Zeit gerade "in" war. Das ist so ähnlich wie ein Witz von vor 20 Jahre, den heute kein junger Mensch mehr versteht, da er den Kontext nicht kennt.
Wenn es meine Kinder wären, würde ich sie animieren mehr "Fehler" in den Texten zu finden als ich gefunden habe und dies dann mit ihnen besprechen. Das ist für alle Beteiligten spannend und man lernt spielerisch auch noch etwas neues Altes.
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Old 03-28-2012, 03:32 PM   #19
brucewelch
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Originally Posted by Divingduck View Post
@ brucewelch, genau so sehe ich es auch.
An einer Stelle wurde geschrieben "...könnte es meinen Kindern nicht zum lesen empfehlen, da die nicht mehr gebräuchliche Schreibweise zu Fehlern führen kann...". Nun, wenn ich Kinder an historische Texte heranführen möchte, ist dies mit einem gewissen erklärenden Aufwand zum zeitlichen Kontext verbunden. Vieles erschließt sich einem erst, wenn man versteht wie damals geschrieben, gesprochen und gedacht wurde bzw. was zu dieser Zeit gerade "in" war. Das ist so ähnlich wie ein Witz von vor 20 Jahre, den heute kein junger Mensch mehr versteht, da er den Kontext nicht kennt.
Wenn es meine Kinder wären, würde ich sie animieren mehr "Fehler" in den Texten zu finden als ich gefunden habe und dies dann mit ihnen besprechen. Das ist für alle Beteiligten spannend und man lernt spielerisch auch noch etwas neues Altes.
Wenn es um Texte "ad Usum Delphini" geht, hat es zu jeder Zeit Eingriffe bis hin zu ungeheurlichen Ausmaßen gegeben. Ich kann mich noch an eine "Lederstrumpf"-Ausgabe erinnern, die mit 500 Seiten zwar Ziegelsteinformat besaß, aber doch von Coopers 5 Bänden mit inges. ca. 2800 Seiten nur einen peinlichen Extrakt bot. So ging und geht das mit allen Abenteuer-Klassikern, auch mit "Robinson Crusoe", "Moby Dick" und sogar "Der Graf von Monte Christo".
Ich hatte aber nicht den Eindruck, dass es hier um Texte solcher Art geht, sondern um die generelle Lesbarkeit älterer Literation. Von der Zeit der deutschen Klassik an ist der Umgang mit Orthographie und Interpunktion nicht so besonders weit von uns entfernt. Im 18. Jahrhundert sieht das schon anders aus, und die barocke Druckweise dürfte nur etwas für Spezialisten sein. Werke dieser Zeit hat z.B. die Digitale Bibliothek / Zeno.Org dennoch in der zeitgenössischen Gestalt belassen, wohl wissend, dass jede dieser Veränderungen hier schwer zu rechtfertigen sein, jedenfalls keinem fachlichen Urteil standhalten würde.

Last edited by brucewelch; 03-29-2012 at 01:25 PM.
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