Egon Friedell (1878-1938; eigentlich Egon Friedmann) war ein österreichischer Schriftsteller, Kulturphilosoph, Religionswissenschaftler, Historiker, Dramatiker, Theaterkritiker, Journalist, Schauspieler, Kabarettist und Conférencier. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland wurde von allen deutschen und österreichischen Verlagen die Veröffentlichung von Friedells Werken abgelehnt. Friedell beging am 16. März 1938 Selbstmord, die SA sein Haus in Wien aufsuchte.
Ab den späteren 1920er Jahren arbeitete Friedell in einem genau geregelten Tagesablauf an seinem Lebenswerk, dem dreibändigen Werk
Kulturgeschichte der Neuzeit, worin die Ereignisse vom späten Mittelalter bis zum Imperialismus in origineller, scharfsinniger und zum Teil anekdotischer Darstellung geschildert werden. Friedell lässt die Neuzeit mit der großen Pest von 1348 beginnen und schildert ihren Verlauf als eine Krankheitsgeschichte, die in einem "gigantischen Ödipuskomplex" gipfelt. 1925 erschien der erste Band bei Hermann Ullstein, dem der geschichtsschreibende Schauspieler Friedell jedoch suspekt war. Nach fünf weiteren Absagen publizierte der Münchner Verleger Heinrich Beck dann 1927 das Buch. Es wurde ein großer Erfolg und ermöglichte Friedell, in der Folge als freier Schriftsteller zu arbeiten. Das Werk wurde bis heute in sieben Sprachen übersetzt. (nach Wikipedia)
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