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Old 05-22-2010, 07:26 AM   #38
Alaska
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Zur Zukunft von Pocketbook als offener Plattform für möglichst viele Formate möchte ich mal wild herumphantasieren. Und ein bißchen ausholen, zu einem Vergleich mit dem Film- und Fernsehbereich.

Dort gibt es mit Dream-Multimedia-TV einen Hardwareanbieter für Empfangsreceiver (Kabel, Sat, DVB-T), die sogenannten Dreamboxen. Ausgeliefert werde die mit einem Linuxbetriebssystem, mit dem man die inzwischen üblichen Einschränkungen nicht umgehen kann. Es gibt HD+ und Ci+ und diverse andere Methoden, um die Möglichkeiten des Kunden an den gesendeten Filmen einzuschränken. Werbung darf nicht mehr übersprungen werden, aufgenommene Filme lassen sich nur noch einmal sehen und das auch nur für kurze Zeit, oder man muß, um Sky auch im Schlafzimmer sehen zu können, ein zweites Skyabonnement abschließen, aufgenommene Filme dürfen nicht die Box verlassen und ähnliches. Die Einschränkungen werden immer heftiger, gerade bei HD.

Nun gibt es Software für die Dreamboxen, die alle diese Einschränkungen aufhebt, eine Gemeinde im Internet, die diese Software pflegt und erklärt und kostenlos zur Verfügung stellt. Nicht im Ausland in der Karibik, sondern auf einer deutschen Internetseite.

Erst wenn der Anbieter die Dreambox mit dieser Software eigenmächtig zusammenbringt, verstößt er eventuell gegen AGBs. Ich weiß nicht, ob man ihn belangen könnte, wenn er für den Eigengebrauch einen HD-Film auf einer externen Festplatte archiviert oder gar die Werbung rausschneidet, bzw. überspringt. Sky ist auch noch nie gegen die Cams vorgegangen, die der Abonnentenkarte vormachen, es handele sich um einen zertizierten Receiver, die wissen, daß sie damit viele zahlende Kunden verprellen würden.

Das funktioniert seit einigen Jahren so. Wäre es nicht denkbar, mit dem Pocketbook einen ähnlichen Spagat zu machen? Auf der einen Seite Pocketbook mit dem offiziellen Adobe-Reader, auf der anderen eine Seite im Netz, die unabhängig von PB eine Software entwickelt, die sämtliche, auch DRM-geschützte E-Books auf dem Pocketbook optimal lesbar darstellen kann, egal ob von Adobe verschlüsselt, von Amazon oder von Textunes?

Dabei ginge es ja nicht darum, illegale Kopien zu erzeugen und zu verbreiten, sondern nur, mit dem PB alle E-Books kaufen und auch lesen zu können. Ohne gezwungen zu sein, sich zusätzlich einen Kindle oder einen iPad zulegen zu müssen. Oder den DRM zu verlieren, um eine lesbare Formatierung zu erreichen.

Erst der Kunde fügt dann Hard- und Software zusammen und erst dann könnte es sein, daß man gegen Apples AGBs verstößt, die einen zwingen will, über die eigene Plattform vertriebene DRM-Produkte nur auf ihrer Hardware zu lesen (bei Musik funktioniert das ja nicht mehr, die kann man überall abspielen). Das müßte dann der Kunde verantworten und nicht PB oder die Softwareanbieter.

Wie gesagt, bei Filmen funktioniert das, obwohl die Filmindustrie alles daran setzt, Kundenrechte einzuschränken, von der sehr erfolgreichen politischen Lobbyarbei bis zur Verhaftung von Schülern auf dem Schulhof.

Last edited by Alaska; 05-22-2010 at 07:32 AM.
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