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Old 04-10-2010, 09:40 AM   #20
:D ominik
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Originally Posted by Yoshi 1080 View Post
Weder Sony, noch Barnes & Noble, noch Asus, noch sonstwer. Alle beschränken sich auf den Einheitsbrei aus 6" eReadern.
Anders als Du haben sich die Verlage Gedanken darüber gemacht, für welchen Anwendungszweck sie ihre Geräte vorgesehen haben. Sie sind zum Lesen von Büchern aus dem Bereich der Unterhaltungsliteratur vorgesehen. Hast Du von den Herstellern der von Dir verunglimpften Geräte schon irgendwann einmal auch nur ein Wort darüber gelesen/gehört, dass die Geräte für Fachliteratur oder Bildbände vorgesehen seien?

Unterhaltungsliteratur wird praktisch ausschließlich in der Größe von Taschenbüchern, maximal bis zum Format A5 veröffentlicht (meistens deutlich kleiner). Und das, obwohl die Druckkosten, genauer: die Weiterverarbeitungskosten während des Drucks und die Papierkosten (ja!), für größere Formate (mit mehr Text pro Seite, dafür insgesamt weniger Seiten) günstiger sind. Es liegt daran, das Unterhaltungsliteratur selten mit auf dem Tisch liegendem Buch konsumiert wird, sondern meistens mit in den Händen gehaltenem Buch. Ein Buch in A4 ist deutlich leichter, als der selbe Text in gleicher Schrifttype und -größe auf A5 gesetzt, weil weniger Papier benötigt wird (das Verhältnis von Textflächen zu Freiflächen ist günstiger, je größer das Format ist). Obwohl ein A4-Buch also leichter wäre, würde es mehr Anstrengung bedeuten, dieses Buch zu halten (Stichwort Hebelwirkung, niemand hält ein Buch beim Lesen absolut senkrecht). Das Gleiche gilt natürlich auch für ein elektronisches Gerät: bei gleichem Gewicht ist das größere Gerät schwieriger zu halten. In der Realität wird dieses Problem noch gravierend verstärkt, da größere Geräte zusätzlich noch schwerer sind.

Zudem gibt es bei größeren Formaten noch ein weiteres Problem: mit zunehmender Zeilenlänge hat das Auge Schwierigkeiten, an den Anfang der nächsten Zeile zu springen. Man muss öfter die richtige Stelle suchen, weil man in der falschen Zeile gelandet ist. Deshalb verwenden Zeitungen, Zeitschriften, Lexika und andere großformatige Medien einen mehrspaltigen Satz. Aber auch das ist ein Kompromiss, denn erwiesenermaßen sinkt die Lesegeschwindigkeit, wenn die Zeilen zu kurz werden, da das Verhältnis zwischen "Lesen" und "an den Zeilenanfang springen" ungünstiger wird. Auch die häufiger notwendigen Silbentrennungen fördern nicht gerade den Lesefluss. Als optimale Zeilenlänge hat sich, zufälligerweise, die Länge herausgestellt, wie sie in Taschenbüchern vorzufinden ist. Nun ist es bei den kurzen Texten, wie sie in Zeitungen, Zeitschriften, Lexika etc. vorzufinden sind, nicht weiter dramatisch, ob ich für den Artikel nun 5% mehr Zeit brauche oder nicht, deshalb lebt man da mit dem gerne mit dem Spaltensatz. Anders sieht die Sache in Fachbüchern aus und dort findet sich häufig kein Spaltensatz, sondern man verwendet übergroße Ränder, um letztlich auf die Zeilenlänge eines Taschenbuches zu kommen.

Und, ach, welch ein Zufall, entspricht die Zeilenlänge eines Sechszöllers ziemlich genau der eines Taschenbuchs.



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Originally Posted by Yoshi 1080 View Post
Vermutlich, weil man in der Masse schlechter negativ auffallen kann, das weiß man ja seit der Schulzeit.
Das spricht weder für Dich, noch für Deine Schulzeit.


Grüße | Dominik
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