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Old 02-22-2009, 01:59 PM   #1
ravenne
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Bettauer, Hugo: Die Stadt ohne Juden, german, v1, 22 Feb 2009

In Wien herrscht Unruhe. Die Arbeiter gehen auf die Straße, das Geld ist nichts mehr wert, Spekulanten treiben mit ihrer Habsucht die Inflation. Bundeskanzler Dr. Schwerdtfeger, ein fanatischer Antisemit, hat die Lösung: Hinaus mit den Juden. Er bringt in der Nationalversammlung ein Gesetz durch, das alle Juden bis zum Jahresende zur Auswanderung zwingt. Das Gesetz wird von der Bevölkerung begeistert aufgenommen – die Juden verlassen das Land. Doch schon nach kurzer Zeit stellt sich Ernüchterung ein: Das Kulturleben verarmt. In den Theatern werden nur noch Werke von Ludwig Ganghofer und Ludwig Anzengruber gespielt. Viele Kaffeehäuser stehen leer oder wurden in Stehbierhallen umgebaut. Auch mit der Wirtschaft geht es bergab, da der Handel sich nach Prag und Budapest verlagert hat. Inflation und Arbeitslosigkeit sind die Folge.

Mit "Die Stadt ohne Juden" gelingt Hugo Bettauer 1922 die satirische Darstellung der Konsequenzen des grassierenden Antisemitismus der 20er Jahre. Der Roman war zugleich Bettauers meistgelesenes Werk, das in mehrere Sprachen übersetzt wurde und über eine Viertelmillion Mal verkauft wurde. Zwei Jahre nach Erscheinen wurde er unter der Regie von Hans Karl Breslauer mit Hans Moser verfilmt, allerdings mit einem vom Buch abweichenden Ende, bei dem sich die komplette Handlung des Film als Traum entpuppt.

Kurz nach der Premiere des Films wurde Hugo Bettauer am 10. März 1925 im Alter von 52 Jahren von einem NSDAP-Mitglied ermordet.
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