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Old 08-03-2013, 04:13 PM   #32
medard
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Die letzten beiden Beiträge haben mir sehr gut gefallen. Wenn ich dazu nun etwas schreibe dann bitte ich darum dies keinesfalls als Kritik zu verstehen, nur als gedankliche Anregung.

Es ist so, das wir in Mitteleuropa das Problem haben das weite Teile der Bevölkerung eher mit dem US-amerikanischen Rechtssystem vertraut sind als mit dem ihreres Heimatlandes. Das liegt an der Dominanz gewisser Fernsehserien und Hollywoodfilme. Deutsche Polizeiwagen müssen sich nun wie amerikanische Polizeiautos verkleiden um von der Bevölkerung überhaupt noch als Polizeiwagen wahr- und ernstgenommen zu werden.

Wenn einem ein russisches Buch fremd erscheint, US-amerikanische Bücher aber nicht, dann ist das zwar verständlich, aber man kann dennoch einmal kritisch hinterfragen woran das liegt. Und ob das normal und in Ordnung ist.

Russen haben eine ganz andere Mentalität, das stimmt schon. Die Russen die ich kennen gelernt habe waren sehr emotional, irrational, beinahe schon ins Wahnhafte abgleitend. Das ist aber etwas was in Russland als normal und positiv gilt. Es herrschen dort andere Werte und Normen als in Mitteleuropa oder in den USA.

Das Schöne an Literatur ist eigentlich das sie einem den Eintritt in ein ganz anderes kulturelles und persönliches Wertesystem ermöglicht, sofern man sich dafür interessiert.

Das ist etwas was im Internetzeitalter zu kurz kommt. Jeder sitzt daheim im Wohnzimmer vor dem Computer und ist nur schwer bereit zu akzeptieren das es auch ganz andere Lebensentwürfe und Wertsysteme gibt.

Vor dem Computer in den eigenen vier Wänden oder in der selbstgewählten sozialen Blase hält sich jeder für normal und für den Mittelpunkt der Welt. Und Literatur und Poesie und Kunst sind etwas, was dort herausbricht, da es in der Kunst darum geht, mal aus sich und seinen Alltagsvorstellungen herauszutreten. Das ist etwas was manchen Menschen schwerer fällt und manchen leichter.

Auf jeden Fall setzt es aber voraus das man sich seiner Alltagsvorstellungen die man so alltäglich für normal hält überhaupt bewusst ist, das man in der Lage ist sich kritisch mit ihnen zu beschäftigen, auch mit denen, denen man ablehnend gegenübersteht. Das ist eigentlich der Prozess, in dem Kunst entstehen kann.

Das klingt vermutlich gemein und oberlehrerhaft. Falls dem so sein sollte entschuldige ich mich. Es ist nicht so gemeint. Und ich habe es auch einfach, denn ich habe das Buch gar nicht gelesen. Es soll nur eine Anregung sein. Die Mainstream-Kultur ist niemals Kunst, das gibt es gar nicht. Und Kunst die nur unterhält und gefällig ist, ist keine Kunst, sondern nur der immer gleiche Kitsch.
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