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Old 09-24-2012, 12:46 PM   #1
slowfax
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PRS-T1 vs. PRS-T2

Ich habe Probleme mit der Rezension des Sony PRS-T2
Hätte ich den PRS-T2 vor einem Jahr bekommen, hätte ich ihn mit voller Überzeugung in den höchsten Tönen gelobt. Ich hätte geschrieben, es handele sich um einen ausgezeichneten E-Book-Reader, der wenig zu wünschen übrig lasse. Ein mit knapp über 160 Gramm außerordentlich leichtes, aber dennoch grundsolides Gerät, das nicht nur EPUB-Texte in exzellenter Qualität darstelle, sondern auch mit dem (Nicht-E-Book-)PDF-Format wegen seiner Reflowmöglichkeit weit besser umgehe als jedes mir bekannte Konkurrenzgerät der Sechs-Zoll-Klasse. Texte und Schwarz-Weiß-Abbildungen könnten sehr variabel dargestellt und an die Lesepräferenzen angepasst werden. Ich hätte alle Vorzüge des PRS-T2 ausführlich geschildert und die anfänglichen Softwareschwierigkeiten sehr tolerant hingenommen und auf schon angekündigte Updates verwiesen.
Worin meine Probleme liegen
Das kleinere Problem: Die hypothetische Rezension von vor einem Jahr gilt noch heute. Sie trifft auf den PRS-T2 genau so zu wie auf den Vorgänger PRS-T1. Es gibt marginale Veränderungen zwischen den beiden Geräten. Darauf werde ich noch eingehen.
Das größere Problem: Während sich am Sony wenig verändert hat, hat die Konkurrenz sich stark verbessert. Es gibt Geräte mit deutlich höherer Display-Auflösung, mit Hintergrundbeleuchtung (Kindle Paperwhite, Kobo Glo(w) und andere), mit flexiblem Display (Wexler), mit mehr lesbaren Formaten (PB Touch), zu deutlich geringeren Preisen, mit besseren Shop-Anbindungen und, und, und.
Der Sony ist – auf zugegeben hohem Niveau – stehengeblieben.
Es gibt gefühlte leichte Änderungen, die ich allerdings nicht selbst messen kann:
- Der Bildschirmhintergrund wirkt etwas heller, so dass die Kontrastschärfe gestiegen zu sein scheint.
- Die Blättergeschwindigkeit hat - gefühlt - etwas zugenommen, was damit zusammenhängen soll, dass nicht mehr bei jedem Seitenaufbau ein Voll-Refresh vorgenommen wird. In anderen Rezensionen habe ich gelesen, dass man die Refreshrate zwischen einer und 15 Seiten einstellen könne. Wie man das tut, habe ich weder in den Menüs des Gerätes, noch im Handbuch noch durch Nachfrage bei der Pressestelle herausgefunden. Bei der einzigen Einstellmöglichkeit, die ich fand, sehe ich nur die Möglichkeit bei jedem Blättern vollzurefreshen oder halt nicht.
- Es gibt die von Kobo schon vor einem Jahr eingeführte Möglichkeit, sein Leseverhalten per Facebook der Öffentlichkeit (und damit jedem vom BND bis zur Werbeindustrie) mitzuteilen. Außerdem kann man in einem Buch markierte Stellen an sein Evernote-Account schicken. Beide Möglichkeiten sind sehr rudimentär nutzbar, da sie nicht gezielt eingesetzt werden können. Facebook-Seiten lassen sich nicht aufrufen. Man kann nur ungezielt (also nicht in eine bestimmte Gruppe) der Gesamtöffentlichkeit etwas zu besten geben. In Evernote sind nicht alle eigenen Notizen abrufbar, sondern ausschließlich diejenigen, die man über den Sony geschickt hat.
Änderungen, die auffallen:
- Was zunächst auffällt, ist der Wegfall jeder Audiofunktion, was mich nicht weiter stört, da ich, wenn ich denn mal Hörbücher oder Musik hören will, andere, dafür geschaffene Geräte vom CD-Player bis zum MP3_Player genutzt habe und nutze. Für manchen Kunden ist das Verstummen des Sony jedoch eine eindeutige Verstümmelung gegenüber dem T1.
- Die hochglänzende Umrandung, die viele T1-Kunden gestört hat, weil sie in gewissen Lichtsutationen blendete, ist beim schwarzen T2 weggefallen. Hier ist die Umrandung matt und gummiartig aufgerauht, etwa wie beim Kobo Touch oder beim PocketBook Touch. Diese Umrandung fühlt sich etwas „sandiger“ an als bei den genannten Konkurrenten. Beim weißen T2, wo das Spiegeln besonders störte, ist Sony aus mir nicht erfindlichen Gründen jedoch beim Hochglanz geblieben. Das rote Gerät habe ich noch nicht gesehen.
- Der SONY-Schriftzug ist vom unteren auf den oberen Rand verlegt worden. Dadurch mehr Platz für die Bedienungstasten frei geworden, die nun etwa einen Zentimeter näher am Display liegen als beim T1.
- Beim T1 bildeten die Bedienungstasten eine fast durchgehende Leiste mit darüber liegender Beschriftung bzw Symbolen. Beim T2 ist die Leiste weggefallen und durch etwa einen Millimeter hohe Einzel-Symbol-Tasten in der selben Anordnung ersetzt worden. Diese Tasten bieten einen heftigeren Druckwiderstand als die alte Leiste. Da ich im Moment haptisch etwas gehandicapt bin, fällt mir die Bedienung schwerer. Aber das ist eine Frage der Gewöhnung.
Ansonsten ist alles bei Alten geblieben:
- Eine Micro-SD-Karte lässt sich an der selben Stelle einschieben und verdecken wie beim T1. Trotz minimaler Änderung der Ausmaße lässt sich eine SONY-Reader-Hülle weiterbenutzen.
- Bisher scheint auch noch niemand eine Möglichkeit gefunden zu haben, das Android-basierte Gerät zu rooten, ihm also neue Funktionen hinzuzufügen oder Programme zu manipulieren oder zu ersetzen. Der Russe Boroda, der den T1 als erster gecrackt hatte, hat nach eigener Aussage noch keinen entsprechenden Zugang zum T2 gefunden.
- Der Startbildschirm hat sich verändert. Auf der ersten Startseite ruft der Druck auf die Home-Taste ein ähnliches Bild wie beim T1 auf. Die T1-Punkte Bücher, Periodika und Sammlungen wurden beim T2 durch den einzigen Menüpunkt „Bücherregale“ ersetzt. Der T1-Readerstore ist immer noch vorhanden und immer noch nicht in Deutschland nutzbar. Neu sind die Menüpunkte „Weitere Shops“ und „Anwendungen“. Unter „Weitere Shops“ finden sich „Libri.de“ und „Buchhandlung vor Ort auswählen“, unter „Anwendungen“ entdeckt man ein erweitertes Einstellungsmenü, wo man unter anderem die Zugangsdaten zu Facebook und Evernote eirichten kann. Im Auslieferungszustand ist das „Facebook Set-up“ (sic!) noch fehlerhaft, ein Update von der Sony-Webseite macht es funktionsfähig.
- Die Software des T2 ist nach Analysen von Fachleuten darauf vorbereitet, die Auflösung des Displays zu erhöhen. Ich verstehe die entsprechenden Beschreibungen (russisch und japanisch) trotz Google-Übersetzung nicht ausreichend, um das verifizieren zu können. Angesichts der Tatsache, dass das Display exakt dem des T1 entspricht, halte ich es für wenig wahrscheinlich, dass das mit einem simplen Software-Update gelingen soll. Vermutlich handelt es sich eher um Vorarbeiten für den T3.
- Die beiden T2-Geräte (weiß und schwarz), die ich im Moment habe, einen als Test, einen dauerhaft, haben offensichtlich starke Akkuschwächen. Nach 12 Stunden Dauerbetriebs mit eingeschaltetem WLAN sollte man die nächste Steckdose schon mal auskundschaften.
Fazit
Insgesamt gesehen ist das Gerät ein sehr solider, guter Sechszoll-Reader. Nach gründlicher Befassung und dem Verleich zwischen T1 und T2 sehe ich keinen Grund, einem Kunden den T2 als Verbesserung gegenüber dem T1 vorzuschlagen, es sei denn, die Marge ist hoch genug J. Für Buchhandlungen hat es den Vorteil gegenüber dem T1, dass man (sofern man vor dem Verkauf die Verpackung öffnet), seinen eigenen Shop einrichten kann. Sonstige Verbesserungen/Veränderungen halten sich sehr im Rahmen. Falls die Einkaufspreise für den T1 wegen der Werbung für den T2 sinken sollten, könnte es sich lohnen, sich mit T1-Geräten einzudecken und auf den T3 zu warten.
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