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Old 10-11-2011, 09:53 AM   #54
CommonReader
Evangelist
CommonReader ought to be getting tired of karma fortunes by now.CommonReader ought to be getting tired of karma fortunes by now.CommonReader ought to be getting tired of karma fortunes by now.CommonReader ought to be getting tired of karma fortunes by now.CommonReader ought to be getting tired of karma fortunes by now.CommonReader ought to be getting tired of karma fortunes by now.CommonReader ought to be getting tired of karma fortunes by now.CommonReader ought to be getting tired of karma fortunes by now.CommonReader ought to be getting tired of karma fortunes by now.CommonReader ought to be getting tired of karma fortunes by now.CommonReader ought to be getting tired of karma fortunes by now.
 
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Join Date: Dec 2010
Device: Sony PRS-650, PRS-300, Xperia S, iPad Mini
Die Frage "wollen wir (etwa) US-amerikanische Verhältnisse" impliziert immer, daß wir - um Gottes Willen - natürlich keine US-amerikanischen Verhältnisse wollen. Wer dann "ja, bitte" sagt, outet sich als Investmentbanker, SUV-Fahrer oder als letzter lebender Repräsentant der Atlantik-Brücke.

Wenn ich mir den Markt in den USA ansehe, scheint er trotz einiger negativer Entwicklungen den deutschen Verhältnissen aktuell doch vorzuziehen zu sein. Die nachteiligen Entwicklungen in den USA scheinen nach meinem Verständnis die enge Shopanbindung und die hohen, durch das Ebook-Kartell der sechs Großverlage verursachten Preise zu sein. Dem stehen jedoch leistungsfähige Shops mit einem riesigen Sortiment und eine große Anzahl an Reader-Modellen gegenüber.

Was haben wir dagegen? Shops mit geringem Sortiment und eine eingeschränkte, oft überteuerte Auswahl an Reader-Modellen.

Erstaunlich ist auf dem deutschen Markt nicht der sich abzeichnende Erfolg Amazons, sondern die unglaubliche Inkompetenz des Wettbewerbs, die schon fast Vorsatz vermuten lässt.
Amazon scheint der einzige Anbieter zu sein, der dieses Geschäft mit Willen zum Erfolg verfolgt. Die Versuche der Buchhandelsketten sind mit "unzureichend" noch harmlos umschrieben. Meistens wird der Stand mit den Readern in irgendeiner dunklen Ecke versteckt, die Mitarbeiter wirken auch wenig geschult und wenig enthusiastisch, die Geräte zu verkaufen. Beim Oyo kommen dann auch noch nicht nur die unzureichende Technik, sondern auch billige wirkende Optik und Haptik zur Abrundung des negativen Gesamteindrucks hinzu. Natürlich gibt es hier einen Zielkonflikt mit dem klassischen Buchverkauf, doch entweder betreibt man ein neues Geschäftsfeld konsequent, oder man lässt es besser bleiben.
Sony hätte sicher viele Reader verkaufen können, wenn man es denn für nötig befunden hätte, tatsächlich Ware zur Verfügung zu stellen. Meinen 650 habe ich als einziges vorhandenes Exemplar im Wiesbadener MediaMarkt ergattern können, als ich zufällig einen Verkäufer mit dem (verpackten) Reader die Computerabteilung durchqueren sah. Der Reader hat es nie bis zum Verkaufsregal geschafft. Ansonsten war im Rhein-Main Gebiet hinsichtlich des 650 Fehlanzeige. Daß ich ggf. als Alternative den 950 gekauft hätte, der uns ja gar nicht erst angeboten wurde, ist angesichts solcher Beispiele sowjetisch anmutender Mangelwirtschaft dann schon irrelevant.

Alle anderen Hersteller sind erst recht für den Konsumenten unsichtbar. Die Pocketbooks gab es zu meiner großen Überraschung für eine Weile im Saturn auf der Frankfurter Zeil. Sie wurden jedoch ohne weitere Erläuterung einfach zwischen Netbooks und Tablets präsentiert, wo sie dann im wahrsten Sinne des Wortes grau und zudem noch überteuert aussahen. Sie waren wohl auch kein großer Erfolg und verschwanden schnell aus dem Sortiment. So kann man Kunden nicht erfolgreich an eine neue Technik heranführen. (Ich muß gestehen, daß ich im Vergleich zu dem 650er von den Pocketbooks auch nicht übermäßig beeindruckt war.)

Nicht anschließen möchte ich mich der offenbar allgemein vertretenen Auffassung, es komme hauptsächlich auf den Preis an. Ja, man benötigt sicher ein preisgünstiges Einstiegsmodell, um den Kunden erst einmal ein günstiges Hineintasten in das neue Medium zu ermöglichen. Jedoch gehören gerade die Vielleser oft zu den Besserverdienenden, die für erkennbare Qualität auch einen angemessenen Preis zu zahlen bereit sind.
Nachdem ich den PRS-300 als Einstieg für nur 99,- € kaufen konnte, habe ich kurz darauf auch den 650 gekauft. Der vergleichsweise hohe Preis hat mich angesichts des hochwertigen Gehäuses nicht gestört. Zusätzlich habe ich auch noch für beide Reader wegen des angenehmen Lesegefühls Einbände aus Leder gekauft, mit denen sie ein sehr luxuriöses Lesegefühl vermitteln. Die Entscheidung Sonys, jetzt auf die hochglanzlackierte Billigschiene mit kastriertem Formatangebot umzuschwenken, missfällt mir daher. So etwas kann ich auch von anderen Herstellern bekommen.

Für meine Tochter habe ich jetzt den Cybook Opus bestellt, der insbesondere im Vergleich zum neuen Kindle preislich nicht mehr ganz wettbewerbsfähig ist, mit seiner rundlichen Form und seiner kräftigen Gehäusefarbe ein Kind aber vermutlich mehr anspricht, als z.B. der sehr streng und geschäftsmäßig wirkende Kindle.
Daher kann ich auch die Auffassung nicht teilen, Reader könnten sich höchstens durch ihre Shopanbindung voneinander abgrenzen. Dies ist so verfehlt wie die früher vorherrschende Meinung, Computer könnten nur beige-graue Kästen sein, die unter dem Schreibtisch stehen. Hier wäre mehr Kreativität bei den Herstellern angesagt. Einen Haufen mehr oder weniger gleich trist aussehender Reader mit der Anmutung von Elektronikartikeln aus den 80ern, lediglich von unterschiedlichen Herstellern, braucht tatsächlich kein Kunde.
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