View Single Post
Old 06-12-2011, 10:51 AM   #6
MartinZ
Zealot
MartinZ doesn't litterMartinZ doesn't litter
 
Posts: 110
Karma: 138
Join Date: Mar 2011
Device: PB903, PB603
Vergleich 902, 602

Hallo Thomas,

also, ich bin in der glücklichen Lage, einen 903 und einen 603 im Hause zu haben und sehe Vor- und Nachteile des größeren Schirms und der anderen Ausstattungsmerkmale.

- zum reinen Buchlesen ist die Größe nicht unbedingt nötig, stört eher wegen des höheren Gewichts und der Unhandlichkeit.

- ich spiele Gitarre und habe Songtexte/Akkorde auf dem 903. Dafür sind die 9,7 Zoll sogar eher noch zu klein. Ich muss die vorher verwendeten DIN-A4 Songtexte-Blätter alle ziemlich "aufbereiten", um sie erkennen zu können.

-Ein kleiner Hardware-Vorteil des 902/903 ist die Tasterwippe auf der rechten Seite, mit der man die Zoomstufe einstellen kann. Die benutze ich häufiger. Beim 602/603 muss man das über das Popupmenü machen.

-Subjektiv scheint mir die Akkulaufzeit beim 903 kürzer zu sein als beim 603, was vielleicht am größeren Schirm liegt.

-WLAN ist nur recht begrenzt nutzbar, da der Browser im Zusammenspiel mit dem eInk-Display nicht wirklich Surfvergnügen bietet. Bislang habe ich auch noch keine richtig komfortable Methode gefunden, Dateien per WLAN auf den Reader zu transportieren (nur mit Konsolenbefehl "wget" und Remoteshell "rsh" / "nc" kriege ich das einigermaßen hin, und nehme deshalb doch das USB-Kabel. Man kann zwar auch Downloads mit dem Browser vom eigenen Intrawebserver machen, aber das ist auch nicht komfortabler.)

-3G habe ich noch nicht wirklich verwendet, da man dafür eine SIM-Karte mit Datentarif braucht - die aus meinem Handy hin- und her umzubauen, wäre zu kompliziert. Außerdem lädt wiederum der integrierte Browser nicht wirklich zum Stöbern in Online-Buchläden ein. Das mache ich dann doch lieber auf dem PC.
Wer aber oft unterwegs ist, mag das anders sehen, wobei ja mit deutscher SIM-Karte im Ausland bei mobiler Internetnutzung stets der Bankrott droht )

-Der "Touchscreen" läuft induktiv, so dass man nicht mit dem Finger, sondern nur mit dem mitgelieferten Stylus arbeiten kann (Ein Stylus vom Nintendo o.ä. geht gar nicht, sogar die Stylusse vom 603 und 903 sind nicht 100% austauschbar). Wenn der Stylus mal verloren geht, hat man wohl ein Problem. Ich habe mal bei Pocketgoods.de per Mail nachgefragt, ob man den Stylus nachkaufen kann und keine Antwort erhalten . Auch prellt der Stylus ziemlich stark, so dass man beim Nutzen der Bildschirmtastatur oder auch bei Spielen oft versehentlich doppelt drückt. "Sudoku" kann ich daher z.B. nur mit dem Cursorkreuz spielen.
Trotzdem ist ein Verzicht auf den Stylus-Bildschirm eine deutliche Einschränkung, vor allem beim Auswählen aus langen Datei-Listen o.ä.
Subjektiv ist das Prellen beim 903 stärker als beim 603 (Vielleicht schwingt ja die größere Scheibe auch stärker?)


Fazit:
Wenn Du nicht wirklich die große Größe brauchst (als Profileser, der z.B. Zeitschriften lesen will oder in anderen Bereichen wie den erwähnten Notenblättern), dann reicht sogar der 602.
Ansonsten (und wenn der Preis nicht so wichtig ist, kann's auch 902 sein)
Die Features 3G und Touschscreen sind (für mich) nachträglich nicht mehr so wichtig, wie ich anfangs dachte. Vielleicht ändert sich die Nutzbarkeit mit verbesserter Firmware oder besserem Online-Angebot ja noch mal.

Da sich aber die Firma Pocketbook so schwer tut, das Werbe-Versprechen eines offenen Systems einzuhalten, kann man auch überlegen, ein Gerät zu wählen, auf dem man eine alternative Firmware (z.B. "OpenInkpot") verwenden kann.
MartinZ is offline   Reply With Quote