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View Full Version : Ebooks – ein Risiko für Verleger und Autoren – aber vielleicht auch eine Chance?
der-Matt 01-21-2010, 02:30 PM Ich saß heute Morgen am Frühstückstisch, und sinnierte über dies und jenes nach, wie ungerecht das ist, das in Haiti gleich 2 mal hintereinander ein katastrophales Beben geschieht, wieso mein Toast so schlecht durchgetoastet wurde und wieso Lady Gaga jede Woche einen neuen Hit rausbringt.
Der letzten Punkt war schon oft ein Thema meiner freien Gedanken. Ich wunderte mich immer wieder, wieso die amerikanischen Fast-Music-Künstler (Eigenkreation von mir, damit sind Musiker gemeint denen alles vorgelegt wird, und die eigentlich nur noch ihr Aussehen und marginal ihre Stimme stellen) so viele ihre Hits auskoppeln.
Ich hatte mich immer gefragt, dass das doch eigentlich dem Sinn einer CD widerspricht. Denn wenn ich jedes Lied der CD im Radio höre, und das jedes mal 4 Wochen am Stück, dann brauche ich mir nicht mehr die CD zu kaufen.
Lange habe ich überlegt wieso die Künstler und Plattenlabels das dennoch immer wieder tun, und dann ist es mir heute Morgen wie Schuppen von den Augen gefallen, es ist so naheliegend: weil die CD ein „aussterbendes“ Medium ist. Wer kauft sich denn heutzutage noch CDs? Heutzutage wird runtergeladen – wo? Im App-Store. Was? Mein Lieblingslied.
*klick*
Heutzutage ist es so, dass vermehrt nur die Lieder geladen werden, die einem gefallen. Wozu viel Geld bezahlen wenn ich doch eh nur 2 Lieder auf der CD toll finde?
Also wird eben eine CD voller Ohrwürmer und Hits produziert, sowas kann man sich nicht an einem Stück anhören, aber das will ja auch keiner mehr, die Leute wollen nur einzelne Lieder – also, sorgen die Produzenten dafür, das auf der Platte eben alles Ohrwürmer sind, denn damit verdient man ja heutzutage das Geld – mit den einzelnen Liedern.
So.
Was hat diese meine Überlegung jetzt in einem Forum über Ebooks und Ereader zu suchen? Ich dachte mir dann: das Internet ist ein Risiko für die Musikindustrie, aber auch eine Chance. Wieso sollen denn nicht das Ebooks und die Ereader auch eine Chance für Buchverlage und Autoren sein?
Ich bin der festen Überzeugung das man eine Entwicklung nicht aufhalten kann, nicht totschweigen, und auch nicht wegverbieten – was kommt das kommt. Und daher meine Idee für zukünftige Autoren und Verlage. Wieso nicht die Ereader nutzen, und die derzeitige Entwicklung der Vorlieben der Menschen und Nutzer nutzen? Wenn die User eben etwas Schnelllebiges wollen, kurzfristig, schnell zum kick, fix etwas davon haben, nur 1 Lied., dann bekommen sie das.
Dann könnten EBooks doch eine Renaissance für Novellen und Comics bedeuten.
Wer kennt oder liest oder schreibt heutzutage noch Novellen? Wie erfolgreich sind Comics?
Vielleicht wollen die Menschen eine kurze Geschichte, die man auf der Hintour zur Arbeit in der Bahn lesen kann, auf der Rücktour, und dann vielleicht am Ende der Woche, oder nach 3 Tagen immer 5min lesen schon am Ende der Geschichte ist, man hat schneller etwas davon.
Ein Buch wird schneller interessant, man kommt schneller zum Höhepunkt, hat schneller das Glücksgefühl des durchgelesen Werkes.
Kurzgeschichten eben wie Novellen oder Comics könnten dadurch vielleicht wieder interessanter werden?
Ich fand, dass das eine interessante Überlegung ist.
Was meint ihr dazu?
netseeker 01-21-2010, 02:40 PM Ich fand, dass das eine interessante Überlegung ist.
Was meint ihr dazu?
Ich muss da erstmal noch ein wenig drüber nachdenken...bei "man kommt schneller zum Höhepunkt" gefolgt von "Glücksgefühl" hat mein vom Kurzgeschichten- und Novellenlesen und -schreiben ausgezehrtes Hirn aus einem mir gänzlich unbekannten Grund vorübergehend ausgesetzt. :dizzy2:
der-Matt 01-21-2010, 03:08 PM Ich muss da erstmal noch ein wenig drüber nachdenken...bei "man kommt schneller zum Höhepunkt" gefolgt von "Glücksgefühl" hat mein vom Kurzgeschichten- und Novellenlesen und -schreiben ausgezehrtes Hirn aus einem mir gänzlich unbekannten Grund vorübergehend ausgesetzt. :dizzy2:
Ja, das war mein auflockerndes Stilmittel. :D
Aber schön das ich so sehr zum nachdenken anregen konnte das man erst mal verschnaufen muss, dann hab ich schon ein Ziel erreicht.
ravenne 01-21-2010, 03:13 PM Ich grübel auch schon ein Weilchen über dein Post :D Bin aber tendenziell anderer Ansicht.
Ich denke nicht, dass Leute und im Speziellen Leser nur das Schnelllebige suchen. Sicher, ich habe auch Novellen und Kurzgeschichten auf dem iPhone. Ein schnelles Kapitel von Schwabs Sagen des klassischen Altertums lässt sich an der Schlange bei Ikea ruckzuck konsumieren. Ein kurzer Poe entspricht ziemlich genau der Wartezeit bei meinem Zahnarzt.
Insgesamt habe ich aber das Gefühl, dass sich der schnelllebige Trend bald ausgelebt hat. Freizeit wird immer höher bewertet. Downshifting (vermutlich das Unwort des Jahres ;)) und Sabaticals statt Karriereleiter. Lesen wie die meisten Leute es betreiben und nach wie vor lieben ist immer noch etwas "Gemütliches": Eine schöne Tasse Tee, das Knistern im Kamin und ein schönes Buch. Da wird Lesen auf einmal buchstäblich zur Frei-Zeit. Und das ist es, was immer mehr Leute wieder verstärkt haben wollen. Mehr Zeit für sich und auch ihre Hobbies, da nimmt man lt. Umfragen ja mehrheitlich sogar Gehaltseinbußen in Kauf. Literarisches Fast-Food nach dem Motto "Schnell mal ne 80 Seiten Story reinziehen" passt da irgendwie nicht ins Bild. Würde sich de eBook-Industrie genau das als Nische suchen, bliebe sie meiner Ansicht nach auf der Strecke.
Ich bin ein Optimist!!
Trotzdem, "der Matt" beschreibt die Problematik recht genau. Geld lässt sich in den heute angestrebten Dimensionen nur mit Massenprodukten verdienen. Diese müssen zwangsläufig dem Massengeschmack entsprechen, schnell produzierbar sein, die Abhängigkeit von einem Produzenten (Autor) vermeiden und vor allen Dingen billig in der Herstellung sein.
Heute produziert, morgen in unglaublichen Stückzahlen auf den Markt geworfen und für den Fall des Erfolges für übermorgen bereits die nächste Folge vorbereiten.
Genau dies sorgt aber dafür, dass das Qualitätsprodukt, welches sich nicht in den notwendigen Stückzahlen absetzen lässt, nicht mehr kostendeckend produziert werden kann. Der Hersteller (Autor) verhungert oder sucht sich ein anderes Betätigungsfeld.
Die Qualität wird durch Marketing/Werbung und künstlich herbeigeführten Markennimbus ersetzt. Das ist schon seit längerem der Trend, betrifft die gesamte Bandbreite der konsumierten "Produkte" und beschleunigt sich in einer ungemein gefräßigen Art und Weise.
Und außerdem ist es wahrhaftig nichts wirklich Neues. Gute Jazzmusiker, wirklich gute Autoren und auch bildende Künstler haben da schon immer ihre Probleme gehabt. Da gab es allerdings immer noch die Chance einen kleinen feinen Verlag, ein ständig am Rande des Ruins daherdümpelndes Plattenlabel oder meinethalben den Kunstsammler, der nicht vom Millionenprofit oder dem Ruhm nach dem Tode als edler Stifter träumte, zu finden und gemeinsam zu darben. Heute gehen diese Läden blitzschnell unter, werden von den Großen gefressen oder heulen mit den Wölfen, sprich: sie schließen sich dem Mainstream an.
Guckt Euch die Verkaufszahlen von Itunes u.a. an, betrachtet welche Fernsehsendungen die beste Quote bringt usw.; vergesst aber nicht wir sind umgeben von einer zunehmenden "(scheinbar) für umsonst" Mentalität. Insbesondere wenn es um Angebote aus dem Internet geht.
Das alles erinnert mich an tausende von TV-Zuschauern die ihre Fertigpizza kauend begeistert den Sterneköchen in der laufenden Kochsendung zusehen.
Schönen Abend noch und verliert den Mut nicht. In knapp drei Monaten ist zumindest der Garten wieder grün.
Katti's Cat 01-21-2010, 05:12 PM Interessante Gedanken Windungen & Spruenge. Beaengstigend, dass ich die auch verfolgen konnte.
Ich glaube nicht, das eBook readers mehr Leute zum Lesen bringen. Wer schon jetzt nicht gerne ein Buch zur Hand nimmt, wird nicht loslaufen und sich ein Lesegeraet kaufen. (Es sei denn die Dinger werden auf mal 'HIP' und man 'muss' eins haben).
Mit dem steigend Preis in Rohstoffen werden eBooks immer wichtiger und eventual wir der Preis von eBooks so attraktive das auch Leute die zwar gerne lesen, aber nicht so gadget phanatisch sind sich einen Reader kaufen. Bis dahin werden wir die 'Minderheit' sein und den Weg vorbereiten fuer die Masse (i.e. die Formate & Formatierungen , Angebot, Preis etc).
Autoren, die Ihre Buecher nicht als eBook anbieten werden auf der Strecke bleiben und immer ueber Piraten klagen - kein Wunder, wenn die doch das eBook nicht anbietet!.
Die Klagen ueber Piraten (Musik oder Buch) gab es schon immer. Sogar vor iTunes kamen die Stimmen hoch die sich ueber die Leute beschwerten, die Musik mit dem Kassettenrecorder vor dem Radio aufnahmen. Ja, ich find Piraten auch nicht so toll, aber Tatsache is doch, dass die die piraten versionen benutzten, das Orginal sowieso nicht gekauft haetten.
Kurz Geschichten sind ein besonderer Teil von Literatur, ebenso wie Comics. Man mag sie oder nicht, aber sie werden nicht dazu beitragen, das mehr Leute lesen. Ich zum Beispiel mag Kurzgeschichten nicht so gerne: gerade wenn die Geschichte interessant wird, ist sie schon zu ende.
Ich seh eBook als ein weiteres, zusaetzliches Medium. Buecher werden nie ganz verschwinden (Gott sei Dank) aber eventual Raritaeten werden. Das schoene an eBooks ist, dass man sich selber die Welt oeffnet und zugriff auf so viel mehr Autoren hat, die vielleicht bisher nur geographisch begrenzt, in kleinen Auflagen oder gar nicht gedruckt wurden. Klar, nicht alles was im Internet veroeffentlicht wird sollte veroeffentlicht werden, aber wir haben doch eine ganz andere Auswahl als wenn wir in den Buchladen gehen.
So, dass waren meine, irgendwie verwirrten 5 Pfennig. Hab da irgendwo in der Mitte den Faden verloren. :rofl:
K-Thom 01-21-2010, 05:13 PM Hmmm, als "doppelte Risikogruppe" habe ich mir darüber auch schon so meine Gedanken gemacht.
Zum einen haben wir die "Elefantenärsche" (wie ein schriftstellernder Freund von mir vor vielen Jahren schon so treffend bemerkt hat). Dicke Schwarten mit einer dünnen Idee, die so ausgewalzt ist, dass der Leser nicht mehr denken (sprich: seine Phantasie spielen lassen muss), gleichzeitig aber das Gefühl hat, er bekomme eine Menge fürs Geld. Und es reicht für einen Urlaub. Oder ein Sabbatical.
Bei diesen Werken geht es um "niedere Instinkte". Der Leser will eine schwere, dicke Schwarte in den Händen halten, um zu fühlen, was auf ihn wartet.
Diese sind zwar mit eBooks günstig zu realisieren, aber die Eigenart des eBook Readers ist ja, dass man die Länge der Geschichte nicht mehr von vorneherein wahrnimmt. eBooks sind dazu rein "emotional" schlechter geeignet.
Dem gegenüber stehen kurze Geschichten.
Sie eignen sich in einem völlig anderen Umfeld, dem "Quickie" zwischendurch (irgendwann wird der Thread "ab 16" eingestuft ;)). Das sind vor allem die Zeiten von und zur Arbeit, die Mittagspause oder allgemein die Fahrt in öffentlichen Verhehrsmitteln. Was für Großstädter in der alltäglichen Hektik, die sich ein Sabbatical nicht leisten können, weil ihr Chef gerade eins nimmt ...
Kurze Lesehappen zwischendurch sind eine gute Idee. Aber: Sie müssen in häufiger Abfolge kommen, um den Leser dauerhaft bei der Stange zu halten. Alle zwei Monate eine Kurzgeschichte bindet keine Leser. Und sie müssten einen Preis haben, der bei dem Umfang gerechtfertigt ist.
Das heißt aber, dass man in "Massen" denken muss, um ernsthaft damit etwas zu verdienen.
Über die Rückkehr der Kurzgeschichte mit den eBooks wird seit ein paar Jahren schon spekuliert (ist ja alles keine neue Idee). Bisher ist der Erfolg aber ausgeblieben. (Erfolgreiche) Handyromane in Japan sind auch eher breit ausgewälzte umfangreiche Werke, die in Tageshäppchen präsentiert wurden.
Serienepisoden oder Kapiteln langer Romane gebe ich eine realistische Chance. Abgeschlossenen Kurzgeschichten kaum.
Das Interessante am Markt ist ja, dass er im Allgemeinen just die Sachen anbietet, die Erfolg haben. Sachen, die nicht angeboten werden, haben gemeinhin auch keinen Erfolg. Es sei denn, sie sind neu und niemand hat bisher daran gedacht. Dazu gehören kurze Geschichten aber definitiv nicht.
netseeker 01-21-2010, 05:23 PM Über die Rückkehr der Kurzgeschichte mit den eBooks wird seit ein paar Jahren schon spekuliert (ist ja alles keine neue Idee). Bisher ist der Erfolg aber ausgeblieben. (Erfolgreiche) Handyromane in Japan sind auch eher breit ausgewälzte umfangreiche Werke, die in Tageshäppchen präsentiert wurden.
Serienepisoden oder Kapiteln langer Romane gebe ich eine realistische Chance. Abgeschlossenen Kurzgeschichten kaum.
Das Interessante am Markt ist ja, dass er im Allgemeinen just die Sachen anbietet, die Erfolg haben. Sachen, die nicht angeboten werden, haben gemeinhin auch keinen Erfolg. Es sei denn, sie sind neu und niemand hat bisher daran gedacht. Dazu gehören kurze Geschichten aber definitiv nicht.
Das mit den Kurzgeschichten kann ich bestätigen. "Für lau" bekommt man relativ schnell eine ansehnliche Leserschaft aber heutzutage gibt kaum jemand mehr Geld für eine Kurzgeschichte aus. Bei Novellas und Novellen bewegt man sich im luftleeren Raum - ab und zu mal ein mittlerer Treffer (wobei "mittel" ohne Verlag auch eher "klein" ist ;)) aber nichts großartiges (vom Absatz her gesehen). Umfangreiche Operas (aller möglicher Genres) in kleinen Happchen scheint mir da auch wesentlich erfolgsversprechender.
T_Frain_K 01-21-2010, 05:31 PM Ein Buch ist keine CD. Vgl. hier. (http://www.mobileread.com/forums/showpost.php?p=747712&postcount=23)
Ansonsten: Nur deshalb, weil nun Bücher in digitaler Form vorliegen, wird sich das Leseverhalten der Menschen kaum ändern. Diejenigen, die bisher kein Buch in die Hand genommen haben, werden auch in Zukunft zum kurzen durchschauen viel eher das billige/kostenlose Schund-Tagesblatt lesen als eine 15 Seiten lange Kurzgeschichte.
Marc_liest 01-22-2010, 03:41 AM Aber egal was es auch ist, das Buch, die Kurzgeschichte, die Tageszeitung. Bald werden wir alles auf einem Reader lesen. Jedes Buch und jede Zeitung wird es digital geben. Man wird sie bei Amazon, iTunes und sonst wo kaufen können. ... Nur Geduld!
(Ich werde das hier speichern, damit ich es meinen Kindern in 20 Jahren noch einmal vorlesen kann. (Auf einem e-Reader-Dings-wasauchimmer))
beachwanderer 01-22-2010, 04:16 AM der-matt:
Vielleicht wollen die Menschen eine kurze Geschichte, die man auf der Hintour zur Arbeit in der Bahn lesen kann, auf der Rücktour, und dann vielleicht am Ende der Woche, oder nach 3 Tagen immer 5min lesen schon am Ende der Geschichte ist, man hat schneller etwas davon.
Das wäre dann ja auch eine mögliche Herausforderung an die Autoren und ggf. ein Mittel dauerhafter Verträge: Direkt-Abovertrag mit dem Autor/der Autorin Deines Vertrauens über die tägliche Ration Literatur oder das Gedicht zum Tage. Kommt dann per SMS aufs Telefon. :chinscratch: Wir hatten das Thema schon mal irgendwann/irgenwo.
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Etwas ganz anderes sind die längeren japanischen cell phone novels, die offenbar dann teilweise auch den Sprung zum gedruckten Buch schaffen (inkl. Emotikon und telefontypischer Formatierung).
Vgl dazu via Teleread vor einem Jahr (http://www.teleread.org/2009/01/27/cellphone-novels-taking-off-in-japan/) - auf japantoday.com (http://www.japantoday.com/category/entertainment-arts/view/cell-phone-novels-come-of-age)
ravenne 01-22-2010, 04:25 AM Aber egal was es auch ist, das Buch, die Kurzgeschichte, die Tageszeitung. Bald werden wir alles auf einem Reader lesen. Jedes Buch und jede Zeitung wird es digital geben. Man wird sie bei Amazon, iTunes und sonst wo kaufen können. ... Nur Geduld!
(Ich werde das hier speichern, damit ich es meinen Kindern in 20 Jahren noch einmal vorlesen kann. (Auf einem e-Reader-Dings-wasauchimmer))
Neee, das wird deinen Kindern dann von deinem Hologramm vorgelesen, das wie ein Flaschengeist aus einem Lesegerät-ähnlichen device aufsteigt, während du selbst irgendwo 'downshiftingmäßig' die neue Freizeit am spanischen Pool genießt..... :D
Wieso nicht die Ereader nutzen, und die derzeitige Entwicklung der Vorlieben der Menschen und Nutzer nutzen?
die vorlieben der menschen gehen doch eher in richtung illegaler downloads, wenn man dem bundesverband musikindustrie glaubt.
http://www.musikindustrie.de/aktuell_einzel/back/84/news/musikdownloads-umsaetze-mit-alben-ueberfluegeln-verkaeufe-von-einzeltracks/
ob die buchindustrie das nutzen will?
auch haben nach dieser meldung die albenumsätze diejenigen der einzellieder übeflügelt. deine ausgangsannahme ist also falsch und somit müßte es auch deine schlußfolgerung sein.
das deckt sich auch mit grundgesetz nummer 1 der buchindustrie:
kein mensch kauft kurzgeschichten.
der-Matt 01-22-2010, 10:31 AM Ich hatte halt einfach versucht aus der derzeitigen Situation vielleicht etwas positives zu ziehen (im Sinne der ängstlichen Autoren und Verleger).
Ich hatte auch das mit dem häppchenweise Kapiteln durchdacht, nur weiß ich nicht ob mir persönlich so etwas gefallen würde, da das unweigerlich zu einem Nachteil für Leser werden würde -> mehr kosten, mehr "arbeit"; und daher hab ich die Idee gleich mal ganz ausgelassen.
Das Reader nicht dafür sorgen das die Leute mehr lesen, dem würde ich mich allerdings nicht anschließen. Zum einen ja wegen der Umfragen und statistischen Ergebnisse: in Amerika wird wohl jetzt mehr gelesen, und hier in dem Forum gibt es ja auch eine Umfrage die diese Tendenz bestätigt, das mit Reader mehr gelesen wird als vorher.
Gerade wenn ich an meinen Mitbewohner denke, der hat in seinem Leben noch kein Buch gelesen, aber technisch begeistert ist der wie verrückt, und interessiert sich auch für Reader, das muss jetzt nicht jedem so gehen, aber so kann es sein. =)
K-Thom 01-22-2010, 10:49 AM auch haben nach dieser meldung die albenumsätze diejenigen der einzellieder übeflügelt. deine ausgangsannahme ist also falsch und somit müßte es auch deine schlußfolgerung sein.
rem, würdest du solch eine Mitteilung richtig lesen, würdest du die versteckten (Halb)Wahrheiten erkennen. Da ich von dir aber bisher nichts anderes als trollige (nicht: drollige) Beiträge hier gelesen habe (warum bist du eigentlich hier?), wundert mich das nicht wirklich.
In den ersten sechs Monaten des Jahres überstieg der Umsatz mit sogenannten Bundles erstmals die Erlöse aus dem Verkauf einzelner Musikstücke
Dummerweise definiert die Mitteilung nirgendwo, wie sie "Erlöse" versteht. Der Bruttoumsatz kann natürlich deutlich über dem Nettoerlös liegen, aber trotzdem noch lange keinen höheren Gewinn bedeuten.
Solch eine Mitteilung hat strategische Bedeutung und heißt platt übersetzt nichts anderes "kauft auch weiterhin (wieder) mehr Alben". Ein Bundle bedeutet automtaisch immer höhere Gesamtumsätze.
EbookHype 01-25-2010, 08:24 AM Vielleicht ist das ganze auch nur eine Frage der Werbung bzw. der Kreativität.
Lady Gage hat ständig Hits, wie es im Eingangspost hieß.
Wie läuft das? Ein Kidi hört den Klingelton eines anderen Kidis von Lady Gaga, findet die Mucke voll Geil fett und kauft sich bei Amazon den Song oder das Album (hoffentlich Legal). Also brauch man für Erfolg eine gute Werbung z.B. als Klingelton und eine gute Werbefigur z.B. Lady Gaga. Vielleicht sollte man mal dem Kernsatz einer Kurzgeschichte als kostenlosen Klingeltonspruch veröffentlichen lassen und die Kids denken sich "Oh voll fette Message" und laden sich die Message (das Wort Kurzgeschichte ist sicher nicht Hipp genug und „Fett“ ist wahrscheinlich schon out) auf ihr Handy zum lesen. Naja, würde wohl nur funktionieren, wenn ein bekannter Rapper Kurzgeschichten gerappt aufschreibt, als wenn ein alter 40 Jähriger Knacker mit Literaturnobelpreis Kidis was vom Leben erzählen will. Im Prinzip sind viele erfolgreiche Songs auch „nur Kurzgeschichten“. Und man könnte jeden Songtext aus dem Rappbereich als Kurzgeschichte verkaufen, wie es bisher auch schon als Song passiert. Vielleicht gibt es bei MTV bei der Klingeltonwerbung auch irgendwann Werbung sich die Biografie eines Stars Kapitelweise im Monatsapo herunterzuladen? Oder jeden Monat eine neue Biografie von einem anderen Star oder Sternchen von DSDS? Ich schätze mal, Dieter Bohlen könnte im Ebookverlagsbereich noch aus Sch…. Geld machen, weil ihn nicht Qualität interessiert sondern was die Kunden und Kids wollen und damit die Ebuchindustrie voranbringen.
Ansonsten gehe ich mal davon aus, das viel vom Erfolg von Ebüchern vom technischen Fortschritt abhängt. Eine Graphic Novel (klingt besser als Comic) auf einem Ebookreader zu lesen, macht aktuell keinen Spaß.
Andererseits kann ich mich an meine Jugend erinnern. Da gab es fast keinen Jugendlichen der Fotografieren wollte.
Später hatte Agfa eine riesige Werbeaktion durchgeführt um Jugendliche zum fotografieren zu überreden. Dazu hatten sie diese Sofortbildkameras entwickelt, bei dehnen vorne sofort ein Foto herauskommt und das man sofort anschauen kann. Die ganze Aktion war aber erfolglos trotz immenser Werbemittel. (Das hatte ich zumindest so vor langer Zeit in einem Buch über Werbung gelesen).
Und heute fotografieren fast alle Jugendlichen wie blöde mit ihren in den Handys eingebauten Handykameras und das alles ohne große Werbung, einfach nur durch eine neue Technik. Und einige Jugendliche sind vom Handyknipsen zum „richtigen“ Fotografieren gekommen, weil es Spaß macht.
So wie das Fotografieren bei Jugendlichen durch die verbesserte Technik des Handys kam, kann ich mir gut vorstellen das hier auch erfolgreiche (Kurz-)geschichten möglich wären bei entsprechender Technik.
Wer hätte früher gedacht, dass man mit Klingeltönen Geld verdienen kann? Also ich nicht.
Vielleicht will man der großen Zielgruppe von Jugendlichen aus verlegerischem, missionarischen Eifer nur die falschen Bücher verkaufen? Letztendlich müssten Jugendliche vielleicht mit „leichter“ philosophischer Rapperliteratur angefixt werden, damit später ein paar zur „höheren“ Literatur übergehen bzw. sich hier das Ebuch im allgemeinen Leseverhalten etabliert.
Ob sich die „alten Leute“ ab 40 noch Massenweise zum Ebook überreden lassen, bezweifle ich. Die meisten Ü40 benutzen das Handy ja nicht mal zum Simsen, sondern benutzen es als Telefon, sind also nicht zum Simsen oder Ebuchen umerziehbar.
K-Thom 01-25-2010, 10:06 AM Du darfst nur nicht übersehen, dass der "durchschnittliche eBook-Käufer" Mitte 30 ist, über ein überdurchschnittliches Einkommen verfügt und auch schon vorher gerne liest.
Kiddies sind für eBooks derzeit überhaupt nicht die optimale Zielgruppe.
Und hinter Musikhits steckt eben eine Marketingmaschinerie, die auch bei Bestseller-Büchern zum Einsatz kommt. Als unabhängiger Autor muss man viel auf Guerilla-Marketing setzen oder gleich für eine bestimmte (gesellschaftliche) Gruppe schreiben.
Andererseits genügen einem Autor auch schon deutlich geringere Stückzahlen, um davon leben zu können.
NASCARaddicted 01-26-2010, 03:37 AM ohne jetzt alles genau durchgelesen zu haben, will ich auch mal was dazuschreiben, besonders das mit den CDs ...
Es mag sein, daß jemand wie Lady KaKa viele Singles durch downloaden verkauft. Im Pop/Chart Bereich gibt es so was ja leider häufig.
Heutzutage ist es so, dass vermehrt nur die Lieder geladen werden, die einem gefallen. Wozu viel Geld bezahlen wenn ich doch eh nur 2 Lieder auf der CD toll finde? Also wird eben eine CD voller Ohrwürmer und Hits produziert, sowas kann man sich nicht an einem Stück anhören, aber das will ja auch keiner mehr, die Leute wollen nur einzelne Lieder – also, sorgen die Produzenten dafür, das auf der Platte eben alles Ohrwürmer sind, denn damit verdient man ja heutzutage das Geld – mit den einzelnen Liedern.
Also ich kann mir problemlos eine Platte anhören, die voll ist mit Ohrwürmern und Hits. Das mag aber auch an meinem Musikgeschmack liegen - Heavy Metal läuft nie im Radio. Bei Pop-Musik, die aus jedem Radio kommt hat man sich vielleicht irgendwann sattgehört ...
Aber wie die meisten auch, denke ich, daß ebook-reader nicht viel ändern werden, wenn es um Bücher geht. Wer vorher schon gerne gelesen hat, wird weiterhin lesen, wer vorher schon nicht gelesen hat, der nicht ...
Nur mal als Beispiel: Mein Vater hört wenig Musik, höchstens mal wenn ein paar alte Schlager im Radio laufen. Er hat sich noch nie (oder zumindest nicht in den letzten 30 Jahren) eine LP gekauft und noch nie eine CD. Dann kamen mp3s auf ... und ratet mal - die interessieren ihn noch weniger.
Anders dagegen mein Schwiegervater: Der hat viele uralte Vinyl-Singles. Dann fing er an CDs zu sammeln. Und als mp3 populär wurden, holte er sich einen mp3 Player.
Bei den ebook-readern ist es das gleiche: da geht es ja nicht um den Träger, sondern um den Inhalt. Sicher, so was wie z.B. die Gewichts- und Platzersparnis sind gute Argumente für einen ebook-reader. Aber wenn einer früher schon nicht gelesen hat, dann bestimmt nicht, weil ihm die Bücher zu schwer waren.
Wenn man jemand zum lesen bringen will, dann nicht mit ebook-readern und Kurzgeschichten. Eher vielleicht mit bekannten Büchern wie Harry Potter - da wurde ja auch ein riesiger Medienrummel gemacht (ohne jetzt die Qualität von Harry Potter bewerten zu wollen - ich hab ihn gerne gelesen)
Auf jeden Fallsehe ich es da wie bei der Musik: Qualität setzt sich durch. Sicher, Dinge wie Lady KaKa sind gerade groß in den Charts, aber das sind doch Strohfeuer. Ich bin mir sicher, in ein paar Jahren redet keiner mehr von ihr.
K-Thom 01-26-2010, 04:53 AM Auf jeden Fallsehe ich es da wie bei der Musik: Qualität setzt sich durch. Sicher, Dinge wie Lady KaKa sind gerade groß in den Charts, aber das sind doch Strohfeuer. Ich bin mir sicher, in ein paar Jahren redet keiner mehr von ihr.
Das wird sie nicht stören, da sie bis dahin reichlich Geld verdient und (wenn sie vernünftige Verträge ausgehandelt hat) ...
Ich würde bei eBooks in Zukunft als Zielgruppe gar nicht mal Jugendliche anpeilen. Die wollen es bunt, in Bewegung und mit mächtig viel Sound, auch auf ihrem Handy/Smartphone (wie viele unter 18 haben so eines denn wirklich?).
Interessanter wird da die Zielgruppe 25+. Noch immer jung, aber auch schon etwas ruhiger und vielleicht (wieder) für Geschichten zu haben. Die leistet sich auch bereits jetzt ein iPhone, ein Smartphone oder ein Netbook.
Wenn man ihnen für diese drei Plattformen eBooks ohne großen Installationsaufwand bietet, kann hier sogar eine neue Käuferschicht heranwachsen.
Ganz klar, wer als Kind schon wenig liest, wird als Erwachsener selten zum Bücherwurm. Aber es geht auch oder gerade um die Gelegenheitsleser, denen man eben nur die "passende Gelegenheit" bieten muss, auch mal zwischendurch etwas zu lesen.
Die Hardware existiert, die Software auch - tja, jetzt müsste man mal TV-Werbung zwischen 19 und 20 Uhr für ein eBook (und zwar kein Lesegerät) machen und mal sehen, wie das Feedback ist.
Printverlage werden aber mit ihrem Hardcovern und Paperbacks werben und sagen "gibt's auch als eBooks". Reine eBook-Anbieter können sich den Preis für solch ein Marketing schlicht nicht leisten.
NASCARaddicted 01-26-2010, 05:11 AM Ich würde bei eBooks in Zukunft als Zielgruppe gar nicht mal Jugendliche anpeilen. Die wollen es bunt, in Bewegung und mit mächtig viel Sound, auch auf ihrem Handy/Smartphone (wie viele unter 18 haben so eines denn wirklich?).
Interessanter wird da die Zielgruppe 25+. Noch immer jung, aber auch schon etwas ruhiger und vielleicht (wieder) für Geschichten zu haben. Die leistet sich auch bereits jetzt ein iPhone, ein Smartphone oder ein Netbook.
Wenn man ihnen für diese drei Plattformen eBooks ohne großen Installationsaufwand bietet, kann hier sogar eine neue Käuferschicht heranwachsen.
Ganz klar, wer als Kind schon wenig liest, wird als Erwachsener selten zum Bücherwurm. Aber es geht auch oder gerade um die Gelegenheitsleser, denen man ben nur die "passende Gelegenheit" bieten muss, auch mal zwischendurch etwas zu lesen.
Stimmt. Als Kind habe ich auch viel gelesen, aber später, so mit 14-18 rum waren andere Dinge wichtiger, wie z.B. C64, PC, Ausbildung, Führerschein ... aber so ab 25+, da kam ich wieder zurück zum Buch und lese mittlerweile sehr viel.
Ganz klar, wer als Kind schon wenig liest, wird als Erwachsener selten zum Bücherwurm. Aber es geht auch oder gerade um die Gelegenheitsleser, denen man ben nur die "passende Gelegenheit" bieten muss, auch mal zwischendurch etwas zu lesen.
Ich weiß nicht so recht. Das klingt für mich eher nach einem Taschenbuch. Das ist ja auch was, was man einfach mal so im vorbeilaufen entdecken kann, in nem Laden. Ein ebook findet man nicht so einfach nebenbei, man muß es gezielt runterladen und dann noch auf das Handy draufkopieren. Viele wissen auch gar nicht, wie so was genau geht (DRM macht es zusätzlich kompliziert). Da ist ein Taschenbuch einfacher - und wenn man es mal aus Versehen irgendwo liegen läßt, ist nicht viel verloren.
Die Hardware existiert, die Software auch - tja, jetzt müsste man mal TV-Werbung zwischen 19 und 20 Uhr für ein eBook (und zwar kein Lesegerät) machen und mal sehen, wie das Feedback ist.
Printverlage werden aber mit ihrem Hardcovern und Paperbacks werben und sagen "gibt's auch als eBooks". Reine eBook-Anbieter können sich den Preis für solch ein Marketing schlicht nicht leisten.
Ich kann mir eine TV Werbung für ein ebook nicht so recht vorstellen. Gab es schon mal ne TV Werbung für ein normales Buch ?
Ich bleibe bei meiner Meinung: Am Ende ist der Inhalt interessant, nicht der Träger. Früher gab es Walkman, dann Discman jetzt mp3 Player. Aber am Ende ist das doch nur der Träger, und wichtig ist was rauskommt (also die Musik bzw. der Text)
K-Thom 01-26-2010, 05:28 AM Ich weiß nicht so recht. Das klingt für mich eher nach einem Taschenbuch. Das ist ja auch was, was man einfach mal so im vorbeilaufen entdecken kann, in nem Laden. Ein ebook findet man nicht so einfach nebenbei, man muß es gezielt runterladen und dann noch auf das Handy draufkopieren. Viele wissen auch gar nicht, wie so was genau geht (DRM macht es zusätzlich kompliziert).
Richtig, deshalb muss es quasi "nebenbei" gehen. Auf dem iPhone kein Thema, auf einem handelsüblichen Handy auch nicht, wenn man über JAR arbeitet. Auf einem Netbook auch nicht, sobald ADE mal installiert ist.
Ich hatte mir mal schon überlegt, in der Berliner U-Bahn Werbefläche am Fenster zu mieten, nach dem Motto "Wenn Sie schon hier sitzen und draufschauen, können sich auch gleich ein eBook herunterladen und lesen".
Vielleicht mache ich es noch mal. Aber dazu muss auch der Inhalt passen, also für den typischen U-Bahnfahrer kompatibel sein.
Auch wenn ich mich jetzt vielleicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Meiner Meinung nach werden EBook-Reader auch für Gelegenheitsleser oder gar für bisherige "Buchverweigerer" interessant.
Das Internet bietet fast alles an Literatur in elektronischer Form an -und das auch noch umsonst- (Die Urheberrechtliche Frage ist für die meisten zweitrangig). Eine einmalige Investition eines EBook-Reader und schon hat man die Möglichkeit nahezu jedes Literaturgut ohne Folgekosten zu bekommen. Ich schließe mich hier aber aus. Ich entwickel Software und weiss, wie bitter es ist nicht vernünftig für die Arbeit entlohnt zu werden.
Soweit der Anreiz für den Kauf des Readers. Sind erstmal genug EBook-Reader verkauft ist es den Verlagen überlassen, daraus etwas zu machen. Die Buchpreisbindung erst einmal aussen vor gelassen sehe ich hier eine Menge Potential. Potential deshalb, weil auch Reader an Konsumenten verkauft werden die bislang wenig gelesen haben.
Ein gerechtfertigter Preis für ein EBook und auch Lesemuffel würden eher zuschlagen, da sie ja schon einen Reader ihr Eigen nennen.
Ich gebe zu, ist eine mutige These :rolleyes:
EbookHype 01-28-2010, 04:35 AM [QUOTE=K-Thom;755555]Du darfst nur nicht übersehen, dass der "durchschnittliche eBook-Käufer" Mitte 30 ist, über ein überdurchschnittliches Einkommen verfügt und auch schon vorher gerne liest.
Kiddies sind für eBooks derzeit überhaupt nicht die optimale Zielgruppe.
QUOTE]
Du hätte auch vor einigen Jahren oder Jahrzehnten schreiben können
"Du darfst nicht übersehen, dass der "durchschnittliche Fotoapparatkäufer" Mitte 30 ist, männlich und über ein gutes Einkommen verfügt und das wird sich auch in Zukunft niemals ändern und niemals werden Kinder und Jugendliche massenhaft fotografieren". Und jetzt sagt Harald Schmidt, dass er im Stuttgarter Hauptbahnhof auf dem Weg vom Zug zur Rolltreppe mindestens 50-mal per Handy von Kiddies fotografiert wird.
Du hast recht das Kiddies "derzeit" für eBooks keine optimal Zielgruppe sind, aber wer weis schon was die Handytechnik bringt?
Und praktisch lese ich mit meiner 3 1/2 jährigen Tochter auch keine "höhere Literatur" sondern muss und will jeden da abholen wo er steht und das Buch heißt dann "Conny kommt in den Kindergarten" und nicht "Blechtrommel".
K-Thom 01-28-2010, 05:11 AM Ja, aber ein paar Fotos mit dem Handy knipsen, das geht schnell, das ist spontan, das ist lustig, vor allem, wenn man es den Freunden um einen heurm direkt zeigen kann oder es sofort per MMS verschicken.
Knipsen per Handy ist ein Gruppenerlebnis. eBooks liest man still und leise vor sich hin. Das passt nicht zu Jugendlichen.
Da wären multimediale Romane mit Videoclips und Sound schon eher interessant. Aber so etwas hat sich schon durchgesetzt. Nennt sich "Kino".
:D ominik 02-01-2010, 11:54 AM Meiner Meinung nach stehen dem Durchbruch (für eBooks und spezielle Lesegeräte) zwei Dinge entgegen:
1) Der Preis. EBooks kosten genauso viel wie ihre gedruckten Versionen, obwohl bei Ihnen keinerlei Vervielfältigungs- (Druck), Transport- und Lagerkosten vorhanden sind. Bei DRM-geschützten Büchern fällt zwar eine gewisse Gebühr für Adobe an, die macht jedoch nur ein Bruchteil der Druckkosten aus (und letztlich ist DRM nicht zum Verkauf notwendig). Angesichts des Umstandes, dass die Kosten (und das unternehmerische Risiko) für den Verlag erheblich niedriger sind, diese Kostenersparnis aber nicht an den eBook-Käufer weitergegeben wird, kann ich den Aussagen in meinem Bekanntenkreis nichts entgegensetzen, die da lauten:
- Wieso soll ich mir ein eBook kaufen, wenn die gedruckte Version nicht teurer ist?
- Warum etwas kaufen, das ich nicht weitergeben kann, aber genauso viel kostet wie ein gedrucktes Exemplare, das ich an unendlich viele Leute verleihen kann?
- Ich finde es in höchstem Maße unseriös, ein erheblich billigeres Produkt zum gleichen Preis zu verkaufen wie ein kostenintensiveres Produkt und würde deshalb schon aus Prinzip immer das Produkt kaufen, welches dem Anbieter höhere Kosten verursacht.
- zahlreiche weitere Aussagen dieses Tenors...
Dem kann ich nichts vernünftiges entgegensetzen, sondern lediglich zustimmen, denn die Leute haben damit Recht. Und diese Meinung teile ich. Ich bin trotzdem auf den eBook-Zug aufgesprungen, da ich technische Spielereien liebe. Die wenigen Vorteile eines eBook-Readers, wie weniger Gewicht im Urlaubsgepäck und kein krampfhaftes Aufhalten eines Buches (je nach Lage), spielten da ehrlich gesagt keine Rolle, denn dem stehen ja auch Nachteile gegenüber (Diebstahlgefahr, kann kaputt gehen, ...). Diesen Spaß an technischen Dingen teilt die Mehrheit der Leute aber nicht und insofern sind deren Entscheidungen weit pragmatischer und können deshalb nur kontra eBook ausfallen.
Ändern würde sich das schlagartig, wenn der Preis angemessen wäre. Wenn also die Kostenersparnis gegenüber den gedruckten Ausgaben an den Kunden weitergegeben wird. Idealerweise würde auch noch der Umstand im Preis berücksichtigt, dass DRM-eBooks weniger Nutzwert haben (Verleihen).
Wenn die Verlage ganz schlau wären, würden sie für eBooks sogar eine Flatrate anbieten. Ich habe seit Jahren (seit es sie gibt) eine Napster-Music-Flatrate. Die kostet 10 Euro im Monat, also 120 Euro im Jahr. 10 Euro im Monat mag wenig klingen und man denkt vielleicht, da machen die doch Verlust. Tatsächlich jedoch verdient die Musikindustrie damit an mir mehr als je zuvor. Ich war immer schon ein Alben-Käufer, die Anzahl meiner Singles kann man an einer Hand abzählen, und ich habe ein Album prinzipiell nur dann gekauft, wenn mir mindestens 3-4 Lieder darauf richtig gut gefallen haben. Ich war also kein Massenkäufer, zugleich auch kein Downloader, weil ich damals noch unbedingt einen echten Datenträger mit Booklet etc. wollte. Ein Album kostete ungefähr 10 Euro/20 Mark (meist bei Saturn im Angebot weniger, da ich kein Charts-Käufer bin), und in meiner "CD-Zeit", ich denke das waren ungefähr 15 Jahre, bin ich auf ca. 120 Datenträger gekommen, wovon allerdings ein Teil Geschenke waren, also ca. 8 Alben bzw. 80 Euro pro Jahr. Irgendwann habe ich mir einen Netzwerk-Musikplayer zugelegt, sämtliche Tonträger in MP3s gewandelt und eingemottet und alle Audiogeräte (CD, Minidisc, Tape, Tuner, Plattenspieler) verkauft, die meisten wurden kaum noch benutzt und seit Umstieg auf den Netzwerkplayer entfiel auch mein Bedürfnis, echte (gepresste) CDs zu besitzen. Seitdem habe ich nur noch MP3s gekauft und recht bald kam die Napster-Flatrate. Lange Rede: statt durchschnittlich 80 Euro im Jahr verdient die Musikindustrie an mir nun konstant 120 Euro pro Jahr, bei gesunkenen Kosten, also mit höherem Gewinnanteil. Inzwischen gibt es in meinem Haushalt nur noch einen Medienserver für Musik und Filme, an dem per Netzwerk mehrere Netzwerkmusikplayer (Squeezebox) als Küchenradio, Radiowecker und Hifianlage sowie Videostreamer (WDTV) für den Beamer hängen. Für eine Bücherflatrate würde ich durchaus auch 10 Euro bezahlen, oder auch mehr (ich würde auch für Napster mehr zahlen, wenn es sein müsste...), damit würde die Buchindustrie an mir als bisheriger primärer Zweit-, Dritt-, Viertverwehrter im Buchsektor dann erheblich mehr verdienen (120 statt bisher 20-30 Euro pro Jahr). Ich habe, seitdem ich den nook habe, mehr Geld für eBooks ausgegeben, als in den letzten zwei Jahren für gedruckte Bücher zusammen, und da wäre noch viel mehr zu verdienen. Aber wer nicht will, der hat schon (soll dann aber nicht über mangelnde Umsätze klagen)...
2) Es ist wohl unbestritten, dass derzeit nur eInk-Geräte und LCDs ohne Hintergrundbeleuchtung (die allerdings einen schlechteren Kontrast als eInk haben) für klassisches Lesen (über längere Zeit) taugen. Alles andere (elektronische) ist für die Augen eine Qual. Leider ist das ein Umstand, der sich noch nicht bis zu den Redakteuren herumgesprochen hat. Und so lange die immer wieder Vergleiche mit zum dauerhaften Lesen ungeeigneten Geräten (iPhone, iPad, Netbook, Notebook, Computer) aufstellen und publizieren, ist das für den eReader-Markt wenig zuträglich. Aber kann man den Redakteuren Vorwürfe machen? Gerade die Redakteure bei den großen Medien werden von Apple mit Geräten zugeschüttet. Natürlich nuuur zu Testzwecken, auch wenn die Gerät nicht zurückgegeben werden müssen... :rolleyes: Wer kann denen deshalb vorwerfen, dass sie Tomaten auf den Augen haben. Der Geist ist vielleicht willig, aber das Fleisch ist angesichts soviel Bestech... äh... Gunst schwach.
Viele Grüße
Dominik
NASCARaddicted 02-01-2010, 02:10 PM Dominik, du hast einige gute Dinge geschrieben ...
1. Das mit dem Preis treibt mich auch immer auf die Palme. Sicher, ebooks haben noch den Vorteil des weniger Platzbedarfs bzw. Gewicht. Aber was ist mit dem Vorteil der Preisersparnis ? Kein Druck, kein Transport, etc ... solange die ebook-Preise noch an Papierbücher gebunden sind sehe ich auch noch keinen Durchbruch für ebooks.
2. Auch das treibt mich immer wieder auf die Palme. Viele Leute denken ein ipod/iphone reicht um ebooks lesen zu können - und dann wundern sie sich über Augenschmerzen und kurze Akkulaufzeiten.
Das schlimmste Beispiel in dem Zusammenhang habe ich aber neulich gelesen:
Es gibt eine Internetcommunity namens gutefrage.net, wo jeder Fragen stellen bzw. beantworten kann. Ich poste hier mal einen interessanten Link dazu. Ich hoffe daß ist erlaubt, falls nicht soll ein Mod einfach den Link löschen. So oder so, ich schreibe hier noch eine kleine Zusammenfassung dazu ...
http://www.gutefrage.net/frage/was-ist-besser-zum-ebooks-lesen
Wie man am Link sieht war die Frage: was ist besser zum ebooks lesen. Man konnte dabei abstimmen unter folgenden Punkten: ipad, Amazon Kindle, nook, "oder dieses Teil von Sony".
Die erste Antwort die kam war: abgestimmt für ipad: "Nehme ich jedenfalls mal an. Wissen kann ich's nicht, da ich das Teil noch nie in der Hand hatte." Der Kommentar darunter bzw. die 2. Antwort kam von mir.
Also ist doch echt toll: Ein Typ der noch nie ein Ipad in der Hand hielt denkt sofort, daß es das beste Gerät fürs ebook lesen wäre ... Ignoranz pur
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