View Full Version : Spiegel.de: Kleine Nabelschau zu eBooks auf der Buchmesse


K-Thom
10-15-2009, 05:34 AM
Spiegel.de ist weiterhin rührig, wenn es um eBooks geht. Der aktuelle Artikel (http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,655264,00.html) geht dabei mal konkreter auf das Interesse und die Vorbehalte der Verlage ein.

Was die Absatzzahlen betrifft, würde ich ja wirklich mal gerne Mäuschen spielen. Scließlich kenne ich meine Umsätze und würde gerne wissen, was große Verlage von ihren Titeln vertreiben.

Eagleeye
10-15-2009, 10:50 AM
Was die Absatzzahlen betrifft, würde ich ja wirklich mal gerne Mäuschen spielen. Scließlich kenne ich meine Umsätze und würde gerne wissen, was große Verlage von ihren Titeln vertreiben.

Du kannst ja mal mit gutem Beispiel vorangehen, K-Thom ...:chinscratch::D

Marc_liest
10-15-2009, 02:41 PM
Du kannst ja mal mit gutem Beispiel vorangehen, K-Thom ...:chinscratch::D

Autsch :D

K-Thom
10-15-2009, 03:22 PM
Wenn ich weiß, was große Verlage so umsetzen, gebe ich gerne meine Zahlen bekannt. Das Finanzamt hat schon Mitleid mit mir ... :D

Ein Bekannter von mir hat heute in seiner Zeitung (Minden) gelesen, dass die Verlage überhaupt nicht zufrieden mit den Verkäufen seien. Es seien insgesamt bisher um die 65.000 eBooks verkauft worden - ohne irgendeine Angabe von Quellen, also ist das eine seeehr schwammige Zahl.
Ich halte sie als Größenordnung für die Gesamtverkäufe z.B. auf libri.de und thalia.de für durchaus realistisch.

mtravellerh
10-15-2009, 03:29 PM
Und was hälst Du von dem libreka-Gerücht (gekaufte ebooks höchstens im zweistelligen bereich?)

K-Thom
10-15-2009, 04:43 PM
Halte ich für realistisch. Eine andere Quelle spricht von 9 verkauften eBooks letzten Monat. Was herb wäre. Aber eindrucksvoll die Bedeutung von libreka als Online-Shop für eBooks definieren würde.

Mit sehr wenigen Ausnahmen werden selbst die meisten bekannten Titel im mittleren dreistelligen Bereich liegen. Verkaufszahlen wie vom aktuellen Dan Brown gelten für den US-Markt Markt. Davon ist Deutschland noch sehr weit (sehr weit!) entfernt.

beam
10-15-2009, 04:47 PM
Ich bin mal mutig und verrate meine Absatzzahlen: Auf jeden Fall mehr als 32 im Monat (das ist die Zahl die ich von Libreka gelesen habe) :)
Und das ohne vorher 1.5 Millionen investiert zu haben.

K-Thom
10-15-2009, 04:49 PM
Nehmen wir die omninösen 65.000 für eine Rechnung heran.

Angenommen, die zehn größten deutschen Verlage veröffentlichen jeweils 100 aktuelle Titel als ePub. Damit sind 1000 aktuelle Titel verfügbar. Durchschnittlich würde Libri.de also pro Titel 65 eBooks verkaufen.
Absolut realistisch. Aber eigentlich die untere Grenze, die ich erwarten würde. Ich gehe von 150-500 verkauften eBooks für einen bekannten Titel (keinen Top-Bestseller) aus.

K-Thom
10-15-2009, 04:49 PM
Ich bin mal mutig und verrate meine Absatzzahlen: Auf jeden Fall mehr als 32 im Monat (das ist die Zahl die ich von Libreka gelesen habe)
Und das ohne vorher 1.5 Millionen investiert zu haben.

Ja, guuut, mehr als die 32 schaffe ich auch. :D 1,5 Mio? Das nenne ich eine "ausbaufähige ROI", holla!

beachwanderer
10-16-2009, 05:03 AM
Der Schreibtisch ist voll und der Freitag noch lang. Daher nur kurz ein Link auf SpiegelOnline, wo Konrad Lischka und Frank Patalon die Buchmesse-ebook-Promotion-Serie heute fortsetzen mit dem Titel

So wird das E-Buch sexy (http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,655114-5,00.html)

Alle reden von E-Books, nur eines gibt es in Deutschland nicht: ein gutes, einfaches, preiswertes Angebot. SPIEGEL ONLINE zeigt, woran das System krankt - und was Leser wollen, damit digitales Lesen endlich Spaß macht.

Na denn (SPON weiß natürlich was wir wollen ... ;))

K-Thom
10-16-2009, 05:29 AM
Na, nach den letzten paar Artikeln ist diese Glosse nun mal wieder verheerend.

Das offensichtlichste Manko ist die deutsche Buchpreisbindung, an die sich die Branche auch bei E-Books sklavisch hält.

Schön, wenn wir wieder mal verallgemeinern können ...

Jeder simple Hardwareschaden wäre dadurch wie ein Wohnungsbrand, der die komplette Bibliothek vernichtet.

Schon mal etwas von Kundenkonto gehört, aus dem man sich alle Dateien wieder herholen kann? Oder - wie bei mir - sich die Dateien einfach per Mail zuschicken lässt (schon mehrmals gemacht, wegen oben genanntem Hardwareschaden).

Es hat lange gedauert, aber bei iTunes findet man mittlerweile fast alle kleinen und großen Bands - entsprechend unattraktiv sind Raubkopien geworden.

Mit einer Plattform zu werben, die ihre Dateien eben NICHT im MP3-Format anbietet und an ein Gerät bindet, konterkariert alle nachfolgenden Argumente.

1,5 Prozent der gedruckt lieferbaren deutschen Bücher kann man bei Libreka kaufen. Viele lassen sich aber nur auf Sony-Geräten lesen.

Schon mal was von libri.de oder thalia.de gehört? Und was die Geräte angeht, hätte es den Autoren gut getan, die SPON-Artikel der letzten Wochen mal selbst zu lesen ...

Also, DER Artikel ist ein echtes Unding.

mtravellerh
10-16-2009, 05:33 AM
Mit einer Plattform zu werben, die ihre Dateien eben NICHT im MP3-Format anbietet und an ein Gerät bindet, konterkariert alle nachfolgenden Argumente.

Na klar bietet iTunes mittlerweile MP3 an. Weiss allerdings nicht ob schon in D, da ich keinen deutschen iTunes-Account hab! Ansonsten hast Du natürlich völlig Recht.

K-Thom
10-16-2009, 05:46 AM
Wenn sich das .m4a-Format (in dem alle meine iTunes-Dateien sind) auf jedem anderen MP3-Player problemlos abspielen lassen (und zwar als MP3 ...), dann ziehe ich den Punkt zurück. :)

Marc_liest
10-16-2009, 11:47 AM
Wenn sich das .m4a-Format (in dem alle meine iTunes-Dateien sind) auf jedem anderen MP3-Player problemlos abspielen lassen (und zwar als MP3 ...), dann ziehe ich den Punkt zurück. :)

Natürlich nicht, aber der Export via iTunes als MP3 ist jederzeit möglich.

K-Thom
10-16-2009, 01:25 PM
Na, dann dürfen sich die großen Verlage doch ein Beispiel daran nehmen. :D