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View Full Version : "Das Internet ist kein rechtsfreier Raum"
mtravellerh 06-17-2009, 03:15 PM http://www.boersenblatt.net/325503/
"Das Internet ist kein rechtsfreier Raum"
In seinem Grußwort zur AKEP-Jahrestagung hat Karl-Peter Winters, Vorsitzender des Verleger-Ausschusses, die Bedeutung des geistigen Eigentums für das Internet unterstrichen.
"Das geistige Eigentum ist das Fundament des Internets, und deshalb kann es nicht sein, dass das Netz ein rechtsfreier Raum ist." Winters erteilte allen Versuchen, kreative Leistungen pauschal zu vergüten - etwa durch eine Kultur-Flatrate - , eine klare Absage. Man dürfe auch nicht der von vielen Seiten verbreiteten Kapitulationsstimmung, der Ausverkauf ließe sich ohnehin nicht aufhalten, nachgeben.
Die zunehmende Kritik am Google Book Settlement und der Heidelberger Appell bewiesen, dass "die Stimmung allmählich kippt". Winters glaubt nicht daran, dass das E-Book-Geschäft in Deutschland eine ähnliche Dynamik erreicht wie in den USA. Ein Indiz dafür sei, dass Amazons Kindle immer noch nicht in Deutschland verfügbar sei.
Da hat mal wieder ein ewig Gestriger zugeschlagen. Erst den Ebook-Aufschwung behindern, so gut es geht und nachher hämisch feststellen, dass es so wohl nix wird. Da werden zusammenhanglos die unterschiedlichsten Tatsachen zusammengewürfelt, um zu kaschieren, dass der AKEP offensichtlich seine Hausaufgaben nicht gemacht hat.
Ordentlich gemachte Bücher zu einem anständigen Preis würden meiner Meinung nach schon genügen, um das Schiff wieder flott zu machen. Niemand braucht da eine FRlatrate und mit dem Google-Settlement hat die momentane Ebook-Misere schon gar nix zu tun!
Weitere "aufschlussreiche" Artikel zum Thema AKEP-Tagung könnt ihr hier (http://www.boersenblatt.net/template/b4_tpl_tags/?tag=AKEP) finden. Meinungen zum Thema gerne hier oder gleich beim Boersenblatt.
Der AKEP ist der Arbeitskreis Elektronisches Publizieren des Verlegerverbandes. Dieser AKEP tagt gerade und ist sichtlich orientierungslos. Also: Preiswerte eBooks, ordentlich gemacht, ohne DRM-Ballast, und das Geschäft läuft, lieber AKEP!
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Der AKEP ist der Arbeitskreis Elektronisches Publizieren des Verlegerverbandes. Dieser AKEP tagt gerade und ist sichtlich orientierungslos. Also: Preiswerte eBooks, ordentlich gemacht, ohne DRM-Ballast, und das Geschäft läuft, lieber AKEP!
Dem kann ich vorbehaltlos zustimmen!
Also, lieber AKEP: Preiswerte eBooks, ordentlich gemacht, ohne DRM-Ballast, und das Geschäft läuft!
Also, lieber AKEP: Preiswerte eBooks, ordentlich gemacht, ohne DRM-Ballast, und das Geschäft läuft!
netseeker 06-19-2009, 05:04 PM Also, lieber AKEP: Preiswerte eBooks, ordentlich gemacht, ohne DRM-Ballast, und das Geschäft läuft!
Sehe ich auch so. Zumindest läuft das Geschäft in einem "neuen" Markt damit an.
Edit: Die F.A.Z. hat mit einem ausnahmsweise mal wieder interessant locker geschriebenen Artikel auf die Aussagen im Umfeld der Berliner Jahrestagung des Börsenvereins reagiert: Die digitale Dimension lässt die Verleger erbleichen (http://www.faz.net/s/Rub642140C3F55544DE8A27F0BD6A3C808C/Doc~E8FFBBE3B59A6411AA8CBC277A04F5DF6~ATpl~Ecommon ~Scontent.html?rss_aktuell)
Auszug:
Allerdings bedürfe es kompetent beratender Buchhändler anstelle von bloßen „Palettenschubsern“. Und die Verleger müssten „gemeinsam handeln“ und ein Online-Angebot schaffen, das „mindestens so gut ist wie das, was Google gerade zusammenklaut“. Solche charismatischen Appelle ließ sich das Fachpublikum gern gefallen. „Kämpfen Sie nicht gegen den Konsumenten“, rief Renner den Verlegern zu. Kopierschutz? „Lassen Sie das lieber, das verärgert bloß den Kunden.“ Preisbindung auch für E-Books, wie sie zuvor noch Minister Neumann unter Beifall gefordert hatte? „Das verstimmt den Kunden, weil er ja weiß, dass keine Druckkosten anfallen.“
mtravellerh 06-19-2009, 05:33 PM Sehe ich auch so. Zumindest läuft das Geschäft in einem "neuen" Markt damit an.
Edit: Die F.A.Z. hat mit einem ausnahmsweise mal wieder interessant locker geschriebenen Artikel auf die Aussagen im Umfeld der Berliner Jahrestagung des Börsenvereins reagiert: Die digitale Dimension lässt die Verleger erbleichen (http://www.faz.net/s/Rub642140C3F55544DE8A27F0BD6A3C808C/Doc~E8FFBBE3B59A6411AA8CBC277A04F5DF6~ATpl~Ecommon ~Scontent.html?rss_aktuell)
Auszug:
Renner ist mir echt sympathisch!!
netseeker 06-21-2009, 12:35 PM Als Resultat des Treffens in Berlin haben Mitglieder des Börsenvereins eine Resolution unter dem Titel "Keine Zukunft ohne Rechtssicherheit" an die Bundeskanzlerin veröffentlicht: http://www.boersenblatt.net/326041/.
Auszug:
Die deutschen Verleger, Buchhändler und Zwischenbuchhändler appellieren an die Bundeskanzlerin, sich des Schutzes des geistigen Eigentums persönlich anzunehmen und ein Gesamtkonzept für die Weiterentwicklung des Urheberrechts vorzulegen. Damit sollte der Schutz geistigen Eigentums vor Internetpiraterie nachhaltig verbessert werden – und verhindert werden, dass Beschränkungen des Urheberrechts und fehlgeleitete Open Access-Modelle unternehmerische Initiativen ersetzen und verdrängen. Ein Land, dessen nahezu einzige Ressource geistig-schöpferische Leistungen sind, sollte international Vorreiter für die Lösung der schwierigen Problematik des Schutzes geistigen Eigentums im digitalen Zeitalter sein und sicherstellen, dass kreativ Tätigen die wirtschaftliche Grundlage erhalten bleibt.
Insbesondere die implizierte Gleichstellung von Internetpriaterie und Open-Access stößt mir dabei ziemlich sauer auf. Ein Vertreter der Springer Science+Business Media, welche sich u.a. für Open-Access engagiert (http://www.springer.com/open+access?SGWID=0-169302-0-0-0), hat bereits verhalten seinen Unmut über die wohl unabgesprochene Resolution Kund getan (http://www.boersenblatt.net/326041/#comments).
K-Thom 06-21-2009, 02:11 PM Na, Open Access-Programmierer liefern doch erst die Enterhaken, mit denen Internetpiraten ihre Breschen in die Bollwerke des Rechts schlagen. ;)
Alles Verbrecher, sag ich da nur.
netseeker 06-22-2009, 01:45 PM Eins muss man unserem Lieblingsverleger M. Ulmer ja lassen: Er ist der einzige, der sich den Diskussionen bei boersenblatt.net stellt...
@ Herrn [..]
Sie verwechseln da etwas. Die Freiheit der Wissenschaft und Literatur bedeutet nicht, dass wissenschaftliche und literarische Werke frei für alle sind. Es bedeutet, dass die Urheber von wissenschaftlichen und belletristischen Werken frei sind, über ihre Werke zu entscheiden. Und dazu gehört auch die Entscheidung, ob man sie frei gibt oder nicht.
Freiheit ist ohne Eigentum nicht denkbar, Eigentum geradezu die Grundlage der Freiheit. Das Gesetz schützt den Einzelnen vor den Ansprüchen der Allgemeinheit. Privatsphäre, Privateigentum und die eigene Meinung werden vor der Maßlosigkeit der Kollektivierer geschützt, ob sie sich Piraten nennen oder Allianz.
Interessante Thesen, die er da vertritt; rückt m.E. implizit gesellschaftliche Interessen in die Nähe kommunistischer Utopien (oder je nach Betrachter auch Dystopien). Wenn ich das lese muss ich merkwürdigerweise die ganze Zeit an "McCarthy-Ära" denken... ;)
Den Open-Access-Ansatz, dass insbesondere wissenschaftliche Arbeiten bereits zu Teilen durch die Gesellschaft (und somit auch den Endkunden) finanziert wurden und in ein Gebiet des gesamtgesellschaftlichen Interesses fallen, lässt er auch schön unter den Tisch fallen.
netseeker 06-22-2009, 02:21 PM Auch auf die Gefahr hier in einem Monolog zu enden - ich kann es einfach nicht lassen und muss gleich nochmal nachtreten. :D
Der Antrag auf Änderung § 6 Abs. 1 des Buchpreisbindungsgesetzes des Börsenvereins:
Die Hauptversammlung beauftragt den Vorstand des Börsenvereins, unverzüglich eine konkretisierende Interpretation des § 6 Abs. 1 BuchPrG zu erarbeiten, die den Gesetzeswortlaut nicht nur verdeutlicht, sondern dessen „anspruchsbegründenden Inhalt“ (wie es der Preissbindungstreuhänder Dieter Wallenfels formuliert) in klare Empfehlungen an die Branche umsetzt. Vor allem dieser Passus des Gesetzes muss eine konkretisierende Interpretation erfahren:
„Verlage müssen bei der Festsetzung ihrer Verkaufspreise und sonstigen Verkaufskonditionen gegenüber Händlern den von kleineren Buchhandlungen erbrachten Beitrag zur flächendeckenden Versorgung mit Büchern sowie ihren buchhändlerischen Service angemessen berücksichtigen. Sie dürfen ihre Rabatte nicht allein an dem mit einem Händler erzielten Umsatz ausrichten.
Ähm....wie war das nochmal mit den von Herrn Ulmer erwähnten "Kollektivierern"??? Also wenn diese Form der "Gleichmachung" aller Buchhändler keine moderne Form der Kollektivierung (der Buchhandelsbranche) ist, was dann? "Wasser predigen und Wein trinken" fällt mir da spontan ein...
Interessante Thesen, die er da vertritt; rückt m.E. implizit gesellschaftliche Interessen in die Nähe kommunistischer Utopien (oder je nach Betrachter auch Dystopien).
Neolibertär durch und durch. *schulterzuck* Interessant, wenn auch nicht wirklich überraschend, ist hier auch, dass Eigentum in dieser Denke (ich benutze das Wort mal wohlwollend an dieser Stelle) automatisch auch geistiges Eigentum umfasst. Dass geistige Schutzrechte eigentlich nur sehr wenig mit materiellem Eigentum zu tun haben, fällt dabei ebenfalls so mir nichts, dir nichts unter den Tisch.
:smack:
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