View Full Version : Unruhe in der illegalen eBook-Szene


K-Thom
04-04-2009, 10:22 AM
eBookz haben in der Raubkopiererszene schon seit Jahren (ca. mit Einführung des Rocket eBooks) einen festen Platz. Anders als es von offizieller Seite aber immer gerne beschworen wird, ist es eine relativ kleine Szene, in der die aktiven Mitglieder (also die, die nicht nur "saugen/leechen", sondern selbst einscannen und korrekturlesen) mit einer "Schonfrist" bei aktuellen Titeln dafür gesorgt haben, den Ball relativ flach zu halten.

Von ca. zwei Wochen gab es die erste größere "Breitseite", als mehrere Verlagsvertreter auf ein "Onlinearchiv" aufmerksam wurden, in dem nicht mehr zurückhaltend, sondern ziemlich offenherzig um die 15.000 deutschsprachige Titel angeboten wurden. Die Seite wurde durch Aktionen der Verlagsvertreter (Löschung der Domain u.ä.) sehr schnell gestoppt.
Seitdem reagieren die wenigen, aber gut frequentierten Boards auf diese Sperrung. So wurden entweder alle Threads mit Angeboten offline genommen oder das komplette Board vorübergehend abgestellt.

Bisher konnte die Kopierer-Szene davon ausgehen, dass "ihr Hobby" (wie es viele gerne nennen) keine großen Kreise zieht. Nur ist spätestens mit der Einführung des Sony Readers ein ganz konkretes, kommerzielles Interesse der Verlage da, auch die digitalen Rechte ihrer Titel aktiv geschützt zu wissen.

Die illegale eBook-Szene war nie so groß oder durch P2P so "automatisiert" wie z.B. die MP3- oder DVD-Szene. Ein eBook einzuscannen und korrekturzulesen und zu formatieren dauert deutlich länger als eine Datei einfach zu rippen. Der Aufwand, der gerade bei vergriffenen Büchern betrieben wurde, zeugt auch - und das meine ich durchaus ernst - von einem Enthusiasmus, den ich mir bei der legalen Umsetzung wünschen würde, wie man an den mängelbehafteten epubs gerade erleben muss.

Ein Artikel meinte ja vor kurzem, die eBook Reader würden sich deswegen nicht so leicht durchsetzen, weil es zu wenig Piraten gäbe, die für die illegalen Kopien legale Lesegeräte bräuchten (Raubkopien als Wirtschaftsmotor - auch mal was ...). Es wird interessant sein zu beobachten, ob oder wie lange es noch eine deutsche illegale eBookz-Szene geben kann.

tomue109
04-05-2009, 04:51 AM
Letzlich haben solche Sperrungen von Domains oder ähnlichem doch nur kurzfristigen Erfolg. Die Konsequenz des ganzen ist das Ausweichen von Seitenbetreibern auf Domains, auf die deutsche Behörden keinen Zugriff haben. Das alles gab es doch schon mal (mp3... wir erinnern uns?) und scheinbar hat niemand daraus gelernt, die Mechanismen wir auf illegale Angebote reagiert wird sind die gleichen geblieben, und letztendlich wird auch das Ergebnis das gleiche sein.
Als Beispiel "wieviel" die Sperrung illegaler Sites bringt mag die Softwareindustrie dienen. Mir fallen auf Anhieb mindestens 10 verschiedene Websites ein, auf denen ich nahezu jedes Programm downloaden kann... und für jede gesperrte Website kommen zwei neue. Der "Markt" für illegale ebooks mag kleiner sein, aber die Angebote aus dem Netz zu entfernen ist utopisch.

just my 2 cents

Gudy
04-05-2009, 05:04 AM
Der Aufwand, der gerade bei vergriffenen Büchern betrieben wurde, zeugt auch - und das meine ich durchaus ernst - von einem Enthusiasmus, den ich mir bei der legalen Umsetzung wünschen würde, wie man an den mängelbehafteten epubs gerade erleben muss.

Die Lösung liegt auf der Hand - die Verlage sollten an diese Enthusiasten mit einem ordentlichen Gehaltsangebot, als Festanstellung oder auch auf Honorarbasis herantreten. Das macht die IT-Sicherheitsszene ja auch nicht anders. :-)

Ein Artikel meinte ja vor kurzem, die eBook Reader würden sich deswegen nicht so leicht durchsetzen, weil es zu wenig Piraten gäbe, die für die illegalen Kopien legale Lesegeräte bräuchten (Raubkopien als Wirtschaftsmotor - auch mal was ...).

Dass Raubkopien ein wichtiger, wenn nicht gar der zentrale, Faktor für das enorme Wachstum im MP3-Player-Markt waren, ist wohl nur unter Zuhilfenahme von enormen Scheuklappen und tiefrosa Brillen zu leugnen. In der Umkehrung ist der Gedanke, dass der Markt für eBook Reader aus dem Grund nicht in die Gänge kommt, weil zu wenig frei erhältliches Material in ausreichender Qualität vorliegt, durchaus eine Überlegung wert. Und der Enthusiasmus, mit dem legale deutschsprachige Uploads hier bei Mobileread aufgenommen wurden, kann m.E. wohl alles andere als ein Gegenargument sein...

Pulp
04-05-2009, 05:15 AM
Das schlimme daran ist, daß es damit eine ganz andere Gruppe von Menschen trifft, an die niemand dabei denkt: "Blinde".

Ich hab einmal einen sehr interssanten Beitrag eines Blinden in einem Forum gelesen. Da die Auswahl an Hörbüchern im Vergleich zu den gedruckten Werken sehr bescheiden ist und sie auch mit beachtlicher Verzögerung erscheinen, bleibt ihnen oft nur ein Buch einzuscannen und mit einer OCR-software in text umzuwandeln (der dan vom Computer vorgelesen werden kann) - selbst da sind sie dann für die Endkontrolle auf sehende Mitmenschen angeweisen.

Man kann nur hoffen, daß sich die Verlage nicht damit begnügen die Szene zu zerschlagen, sondern sich mindestens genauso sehr darum bemühen, legale Alternativen zu schaffen.
Wir sehende haben die Wahl ein "normales" Buch zu lesen, ich hoffe das sich bald die Möglichkeit für alle bietet jedes beliebige Buch als eBook zu kaufen.

EbookHype
04-06-2009, 09:31 AM
Hallo, ich denke mal, dass die Buchindustrie hier einen Pyrussieg errungen hat. Sie macht Werbung in den Medien, z.B. letzte Woche im Spiegel, dass es die Möglichkeit gibt Ebooks im Internet zu finden für Laien, die beim Herunterladen nur an irgendwelche jungen Musikkiddis dachten. Derselbe Fehler mit dem die Musikindustrie schon gescheitert ist und die (Musik-) Börsen bekannt gemacht hat. Und da die Börsen nicht dumm sind, erkennen sie jetzt schneller, dass man mit Ebooklesern auch ein bisschen Kleingeld verdienen kann. Auch jetzt schon kann man auf einzelnen Börsen von Einzelpersonen 30000 Ebooks herunterladen, und das sind keine Hobbybörsen mit Hobbypasswörtern, (über die sich im Spiegel lustig gemacht wurde) welche schon die Musikindustrie nicht knacken konnte.
Soll die Buchindustrie doch gefälligst mit Ihrem Einfluss schauen, das mehr Büchereien Ebooks verleihen, dann verdienen Sie an den tausenden Büchereien Geld und ich kaufe mir schneller einen Ebookreader. Interessant finde ich aber die Entwicklung der privaten Foren auf alle Fälle. Selbst hier im legalen Forum habe ich gelesen, das sie die DRM von Büchern in 20 Sekunden knacken können. Und wer scannt dann mühsam neue Bücher noch ein und beachtet die monatelange Schonfristregelung, wenn sie sowieso innerhalb von 24 Stunden nach der Veröffentlichung in den Börsen sind, wie einst Harry Potter durch mühsames Blitzscanning von hunderten Seiten oder die ganzen Se.magazine? Als Liebhaber- und Sammlerforum für Liebhaber, welche z.B. einen vergriffenes Buch oder Comic Scannen fände ich sie toll, aber legal wird es wohl auch dann nicht.

K-Thom
04-06-2009, 12:44 PM
Bislang "musste" die illegale Szene selbst einscannen, weil es ein eher geringes Angebot an legalen eBooks auf Deutsch gab. Von daher war das Erstellen von eBookz deutlich aufwendiger als das Rippen einer CD, einer DVD oder eines Spiels.
Da gehen Stunden ins Land, was also schon einen gewissen Enthusiasmus belegt. Aus Bequemlichkeit macht sich eben kein Mensch normalerweise diese Mühe.

Eines der Hauptargumente der illegalen Szene war aber, dass das Sortiment so gering sei. Gerade DAS wird mit der aktuellen Entwicklung im eBook-Handel nun ein Argument mit immer weniger Schlagkraft.
Sollte nur der Preis als Argument kommen, müsste sich die illegale Szene eingestehen, worum es letzten Endes dann doch ging - ums liebe Geld.

lordofazeroth
04-07-2009, 02:04 AM
Welche Seiten wurden eigentlich vom Netz genommen?

K-Thom
04-07-2009, 03:26 AM
Da die Domain nicht mehr gültig ist, kann ich sie ja ruhig nennen:
http://www.onlinearchiv.pl.am

Die Links zu den noch aktiven illegalen Boards werde ich aus denke ich nachvollziehbaren Gründen nicht posten. ;)

ThR
04-07-2009, 06:41 AM
*klugsch... on*
Die Boards an sich sind legal. Das was dort gehandelt wird, könnte illegal sein. ;-)
*klugsch... off*

EbookHype
04-07-2009, 07:36 AM
Es macht keinen großen Sinn, die Seiten zu nennen, weil die meisten vom Netz genommen sind und damit nichts mehr zu sehen ist. Das Geldargument ist dahingehend bei den vom Netz genommenen Foren bedeutungslos, weil sie bewußt auf Harry Potter, Playboy etc. verzichtet haben (stand Explizit in manchen Forenrichtlinien drin) und es gab noch nicht mal Werbeeinblendungen zum Geld verdienen. Und bei den nicht vom Netz genommenen boerse Teilen findet man diese Literatur Massenhaft weiterhin mit Werbeeinblendungen etc. Bloß die sind halt nicht so doof Passwörter zu nehmen, welche man erraten kann laut Spiegel (kleine Klugsch...erei) und die Buchindustrie wird sie nicht knacken. Ansonsten habe ich Lieblingsautoren, welche ich nur gebraucht über Ebay etc. ab 80 Euro aufwärts kaufen kann, und da bleibt mir finanziell nur die Hoffnung auf eine Bücherei bzw. jahrelanges warten auf einen normalteuren Nachdruck. Mit Ebooks habe ich jetzt die Hoffnung, das ein Ebook "nicht vergriffen sein kann" und man auch in 30 Jahren es noch kaufen kann (und es wegen Formatwechsel vielleicht nicht mehr lesen kann : - (). Oder das sich für die Buchindustrie auch eine Ebookneuauflage von nur 500 Stück lohnt, weil eigentlich nur neue Copyrightkosten entstehen.

ThR
04-07-2009, 07:51 AM
Oder das sich für die Buchindustrie auch eine Ebookneuauflage von nur 500 Stück lohnt, weil eigentlich nur neue Copyrightkosten entstehen.

Meinst Du wirklich, dass dieses Geschäftsmodell für eBooks sinnvoll und zeitgemäß ist? eBooks mit einer Auflagenzahl zu versehen? Sinnvoll wird doch nur sein, für jedes verkaufte eBook einen bestimmten Prozentsatz (auszuhandeln) als entsprechendes Entgelt für das Copyright abzuführen.

Ich mag mir das gar nicht vorstellen, wenn im einem eBook-Shop bei einem Buch dabei steht: "am Lager (2)" oder "nachbestellt, in Kürze verfügbar" Bei so einem Gedanken schüttelt es mich...

Aber genug geshreddert, das ist eigentlich ein anderes Thema...

EbookHype
04-08-2009, 08:19 AM
Ich bin kein Profi, ich habe irgendwo mal gelesen, das einige ausländische Autoren oder Verlage nur die Rechte für bestimmte Auflagenzahlen verkaufen, dafür aber sehr günstig. Vielleicht nach dem Motto, "erstmal günstig anbieten, und bei Erfolg teuer Nachverhandeln". Die restlichen Kosten wären vernachlässigbar, solange es weiterhin genügend kostenlose Praktikanten gibt. Ach ja, von den illegalen Foren habe ich übrigens alleine schon aus Faulheitsgründen noch nie was geladen. Die meisten Bücher sind im PDF Format, d.h. ich müsste mir die Mühe machen sie umzuwandeln in EPUB und hätte für einmaliges Lesen ein schlechter formatiertes Lesevergnügen, als wenn ich mir dieselben Bücher aus der Bücherei hole. Wenn ich denke, das die Stadtbüchereien jetzt 200 000 Millionen Besucher hatten, 11 Mio Nutzer und 456 Millionen Ausleihen, (Quelle 3satbuchzeit vom 12.03.09), bin ich der Meinung die Buchindustrie soll einfach schauen, das die Büchereien auch Ebooks ausleihen. Dann machen sie ein Geschäft mit den Büchereien und illegale Foren werden uninteressant.

Malocher
04-22-2009, 07:56 AM
e
Seitdem reagieren die wenigen, aber gut frequentierten Boards auf diese Sperrung. So wurden entweder alle Threads mit Angeboten offline genommen oder das komplette Board vorübergehend abgestellt.


Naja da ist wohl eher ein Wunschtraum .. die Realität sieht z.B.so aus :

.. 30000 E-Books sofort downloaden .. updates alle 2-3 Monate

Es ist zwar richtig das solche illegalen Portale geschlossen werden aber es kommen dann meistens 3 neue.

smurphy
04-28-2009, 05:14 AM
Wenn ich sehe wie die Qualitaet mancher eBook fuer die ich Geld gezahlt habe ist, und welche Qualitaet die Jungs, die Ihr Herz in der sache haben, herausbringen - wuerde ich lieber Letztere unterstuetzen: den Verlagen dann den Preis fuer die Rechte Zahlen und den Jungs eine kleine Spende zukommen lassen
Dann habe ich wenigstens etwas was ich lesen kann, gut formatiert ist, und jeder ist zufrieden.

flowoeB
04-28-2009, 10:44 AM
seien wir uns doch mal ehrlich: ich kann in 5 minuten ein mp3 lied hoeren - aber ein buch zu lesen braucht doch ein bisschen laenger - dem entsprechend limitiert sich die 'szene' eh von selbst. und mal ehrlich - seit es itunes & co gibt, wer tut sich denn noch die arbeit an das netz nach nem song zu durchforsten wenn man ihn um ein paar cent kaufen kann? das sind imho hauptsaechlich die leute die den song auch nicht kaufen wuerden wenns keine mp3 downloads gibt.
beim lesen von ebooks ist das preis/zeit verhaeltnis dermassen guenstig dass das risiko bei der raubkopiererei imho in keinem verhaeltnis mehr dazu steht. und 30000 buecher anzuhaeufen ist wohl einfach nur reichlich sinnlos bzw. selbstzweck.
davon, dass angeblich nur noch 1/5 aller leute ueberhaubt buecher lesen will ich jetzt mal erst garnicht anfangen, auch nicht davon, dass die verlage erst ihre inquisition a la musikindustrie aufbauen muessen (und wahrscheinlich daran pleite gehen)...
und was man in einer community wie dieser gerne vergisst: wir e-book reader sind selbst unter den geeks und nerds nur eine klitzekleine randgruppe... wieviel schaden koenen wir schon machen ;)

netseeker
04-28-2009, 04:26 PM
und 30000 buecher anzuhaeufen ist wohl einfach nur reichlich sinnlos bzw. selbstzweck.
So? Naja, vielleicht nicht 30000, aber ein paar Tausend in einem Lese-Leben - warum nicht?

und was man in einer community wie dieser gerne vergisst: wir e-book reader sind selbst unter den geeks und nerds nur eine klitzekleine randgruppe... wieviel schaden koenen wir schon machen ;)
Traurig aber wahr. :(

hjmaier
04-28-2009, 08:20 PM
Man liest in seinem Leben nicht gerade viele Bücher.

Überschlagen wir mal:

Sagen wir mal, wir fangen mit 10 an Bücher zu lesen, und machen das bis wir 80 sind. Das wären dann 70 Jahre lesen. Gehen wir davon aus, dass wir 1 Buch pro Woche schaffen.

Das wären dann 70*52 = 3640 Bücher in einem ganzen Leben. Und das bei dieser extrem optimistischen Schätzung.

Viele Grüße
hj

mtravellerh
04-29-2009, 05:34 AM
Man liest in seinem Leben nicht gerade viele Bücher.

Überschlagen wir mal:

Sagen wir mal, wir fangen mit 10 an Bücher zu lesen, und machen das bis wir 80 sind. Das wären dann 70 Jahre lesen. Gehen wir davon aus, dass wir 1 Buch pro Woche schaffen.

Das wären dann 70*52 = 3640 Bücher in einem ganzen Leben. Und das bei dieser extrem optimistischen Schätzung.

Viele Grüße
hj

Na ja, ich schaffe an schlechten Wochen drei Bücher.:o

netseeker
04-29-2009, 05:45 AM
Na ja, ich schaffe an schlechten Wochen drei Bücher.:o
Ich ebenfalls. Dazu kommen noch die Bücher, welche meine Frau und meine Kinder konsumieren...

MangaManiac
04-29-2009, 06:16 AM
Ich finde die Verlage machen den gleichen fehler wie die Musikindustrie,
Immer erstmal die schuld bei anderen suchen anstatt sich an die eigene Nase zu fassen.

Man solte den ganzen Verlags Futzies mal diese seite http://www.no-copy.org/bzw. das buch von denen zum lesen schicken vieleicht hilfts ja.

Ich habe mich auf jeden fall die letzten 3 stunden köstlich amüsiert.

Einer der wenigen Verlage die ich kenne die sich schon früh mit dem Thema Ebook auseinander gesetzt haben ist der Pabel-Moewig Verlag der zwar hauptsächlich Zeitschrifen verlegt, jedoch auch die komplette Perry Rhodan Serie und diese erscheint bereits seit ende 2007 als wöchentliches ebook.
zudem werden die alten Romane auch nach und nach als ebbok neu aufgelegt.

my 2 Cent

netseeker
04-29-2009, 06:21 AM
Man liest in seinem Leben nicht gerade viele Bücher.

Überschlagen wir mal:

Sagen wir mal, wir fangen mit 10 an Bücher zu lesen, und machen das bis wir 80 sind. Das wären dann 70 Jahre lesen. Gehen wir davon aus, dass wir 1 Buch pro Woche schaffen.

Das wären dann 70*52 = 3640 Bücher in einem ganzen Leben. Und das bei dieser extrem optimistischen Schätzung.

Viele Grüße
hj
Was Du neben der für schnelle Leser sehr langsam angesetzten Leserate noch vergisst, sind die ganzen Fachbücher und insbesondere Nachschlagewerke, welche nicht unbedingt "am Stück" gelesen werden. Dann noch evtl. Comics, Kurzgeschichten, Novellas, Poesie usw...

hjmaier
04-29-2009, 09:57 AM
Na ja, ich schaffe an schlechten Wochen drei Bücher.:o

Naja, und wie lange machst Du das? Und seit wann machst Du das?

Viele Grüße
hj

mtravellerh
04-30-2009, 05:35 AM
Bis jetzt ungefähr 40 Jahre, warum? Na ja, ganz werd ich die 150 Bücher pro Jahr nicht schaffen, aber ich bin nahe dran. Ich sollte mal Buch führen. Comics und Kurzgeschichten zähl ich da natürlich nicht mit.

gromit62
04-30-2009, 06:11 AM
... Ich sollte mal Buch führen. ...

:rofl:

ralphffm44
05-08-2009, 04:48 PM
Hi,
wirklich schade ist doch, dass die Verlage aus den Dummheiten der Musikindustrie nichts gelernt haben. Was wäre denn ein sinnvolles Vorgehen bei ebooks:
- ein gutes Layout
- ein deutlich günstigerer Preis
- ebook als "Zugabe" zum Hardcover
Und vielleicht mal eine positive Werbung nach dem Motto: Wir tun alles für gute ebooks - dann kauft sie doch auch statt Ladendiebstahl zu begehen

Aber Jammern und kein neues Geschäftsmodell einführen ist ja viel einfacher.

mirakix
05-09-2009, 07:59 AM
Hi,

fullack@ralphffm44 und wenn ich meine erworbenen ebooks auch noch:

- verleihen
- verschenken
- tauschen
- verkaufen dürfte

Dann wäre mein ebook Glück perfekt. Z.Zt kaufe ich meine ebooks fast nur bei ausländischen shops, da diese dort meistens preiswerter sind als die hardcover (damit meine ich auch taschenbücher, denn da wird im Ausland kaum ein Unterschied gemacht).
Ausserdem sind deren ebooks tiptop - guter Satz, keine Fehler, ansprechender Umschlag.

Dieses Gejammer der Medienindustrie nervt. Ich bezahle meine mp3 alben und ich bezahle für gute ebooks. Und ich bin happy über shareware oder donateware und bezahle da auch. Ich habe nur keine Lust mehr auf volle Regale und schwere Taschen!

smily77
05-10-2009, 11:33 AM
Ich habe vor 2 Wochen einen EBook-Reader gekauft und bin dann böse erwacht, als ich feststellen musste, dass die Preise für die Ebooks z.T. über den Preisen für die Taschenbuchausgaben lagen (Schweiz). Naja villeicht war ich ja etwas zu euphorisch, aber nach meiner Logik müsste ja ein Ebook bedeutend billiger als die gedruckte Ausgabe sein, weil der Druck ja wegfällt.
Sicher ist es ungeschickt eine solche Preispolitik anzusetzen, nach meinem Rechtsempfinden grenzt dies aber an eine betrügerische Absicht - mehr verlangen für weniger Leistung. (insbesondere, da es in der Schweiz noch Buchpreisbindung und Parallel-Importverbote gibt). Es fragt sich wesshalb die Öffentlichkeit derartige Absichten unterstützt.

mtravellerh
05-11-2009, 04:17 AM
Hi,

fullack@ralphffm44 und wenn ich meine erworbenen ebooks auch noch:

- verleihen
- verschenken
- tauschen
- verkaufen dürfte

Dann wäre mein ebook Glück perfekt. Z.Zt kaufe ich meine ebooks fast nur bei ausländischen shops, da diese dort meistens preiswerter sind als die hardcover (damit meine ich auch taschenbücher, denn da wird im Ausland kaum ein Unterschied gemacht).
Ausserdem sind deren ebooks tiptop - guter Satz, keine Fehler, ansprechender Umschlag.

Dieses Gejammer der Medienindustrie nervt. Ich bezahle meine mp3 alben und ich bezahle für gute ebooks. Und ich bin happy über shareware oder donateware und bezahle da auch. Ich habe nur keine Lust mehr auf volle Regale und schwere Taschen!

Ich kauf viel bei Baen (http://www.baen.com). Da kannst Du mit Deinen Ebooks machen, was Du willst (auch verleihen, verkaufen, tauschen usw), da DRM-frei. Das Gleiche gilt übrigens für Thomas (K-Thom) Shop (http://www.story2go.de). Die beiden Shops haben zudem noch das Lesefutter, das ich hauptsächlich verzehre, neben historischen Abenteuergeschichten und die krieg ich hier oder mach sie mir selber!

mirakix
05-15-2009, 04:54 AM
Hi,
danke für den Tipp mit Baen, aber ich lese sehr viel Engl./DE Literatur und halt auch Bestseller. Bisher habe ich die Bücher, die mir nicht so ans Herz gewachsen sind immer in der Fa. verkauft, oder an eine Freundin weitergeschenkt. Mein Platz im Bücherregal ist halt beschränkt bei einer 2-Zi Whg. Daher auch der ereader.

Ich verlange halt gleiches RECHT wie vorher. Warum sollen ebook Leser diskriminert werden?!

Illegale Büchertauschs sind keine Antwort. Ich bin gegen DRM. Und das mit den Deutschen ebookpreisen, das ist eh ein Thema da bekomme ich die Krise. Wollen die die Verbreitung von ebooks so mit Macht verhindern?! Das ist eine Frechheit.

Imho sollte es zu JEDEM Buch eine ebookausgabe geben, die 10-20% unter dem Buchpreis liegt! Und in Buchläden, sollten die Bücher ausliegen und daneben eine Buchzapfsäule stehen (wie ein Fotoautomat in jeder Drogerie) und dann kann man seine Books an Ort und Stelle auswählen, sich beraten lassen etc. Da werden auch die Buchhändler nicht arbeitslos...

Das was die Industrie jetzt macht, führt früher oder später zur Explosion einer illegalen Szene.

Das genau ist mit MP3 passiert. Die CDs waren schweinemässig überteuert.
Hätte es vor Jahren schon einen Download für 0,50 Eur pro Lied gegeben, wäre P2P nie so interessant geworden! Jedenfalls nicht für Otto Normalverbraucher.

My 5 cents
Mira:bulb2:

K-Thom
05-15-2009, 06:23 AM
Imho sollte es zu JEDEM Buch eine ebookausgabe geben, die 10-20% unter dem Buchpreis liegt!

Im Prinzip gebe ich dir ja Recht. Aber das muss man den Verlagen tatsächlich selbst überlassen. Es gibt ja auch nicht von jedem Buch zwingend ein Paperback.

Das was die Industrie jetzt macht, führt früher oder später zur Explosion einer illegalen Szene.

Nicht wirklich zu einer Explosion. Es ist deutlich aufwendiger, ein Buch einzuscannen, als eine CD oder eine DVD zu rippen. Vor allem, wenn man nicht nur Bild-pdfs möchte, sondern z.B. epubs. Das heißt stundenlanges Nachkorrigieren.

So illegal es auch ist, habe ich vor der aktiven Szene (also nicht den Leechern) eine gehörigen Respekt, die eine Unzahl an Stunden reinstecken, ein Buch einzuscannen, korrekturzulesen und zu formatieren.
Das übersehen viele Verlage, die behaupten, Buch-"Raubkopierer" seinen keine wahren Bücherfreunde. Das macht niemand, weil ihm langweilig ist, sondern weil man mit einem ganz deutlichen Enthusiasmus an die Sache geht.

Die aktive Szene hält sich aber auch weiterhin sehr bedeckt. Es erscheint kaum noch etwas Neues, und die Threads zu alten Titeln lassen sich auch weiterhin nicht aufrufen.

Targor
05-15-2009, 10:10 AM
Müssen sie den scannen? Ich hab vor etwa nem halben Jahr (ich glaube in der c't) einen Bericht über Zeroday releases oder so Ähnlich gelesen, also illegale Versionen von Programmen die erst noch released werden und dass das nur durch Leute in den jeweiligen Unternehmen möglich ist. Vlt gibt's da ähnliches.

Josch91
05-15-2009, 10:56 AM
Soweit ich weiß scannen die Meisten.

K-Thom
05-15-2009, 01:06 PM
Es wird in Zukunft mit Sicherheit mehr geknackte eBooks geben und weniger Scans, gerade bei den neuen Titeln. Nur vieles, das aktuell nicht mehr erhältlich ist, wird sich auch auf längere Sicht nur durch Einscannen als eBook wiederfinden.

Und das kann schon ein Großteil dessen sein, das vor 2002/2003 erschienen ist, wenn man sieht, wie viele Verlage mit ihren digitalen Druckvorlagen umgehen.

ralphffm44
05-17-2009, 02:41 PM
Fazit:
Ebooks werden gecrackt und die Hexenjagd auf "illegale" Bücherbesitzer & tauscher wird losgehen. Würde die Buchindustrie statt dessen das Geld in eine entsprechende positive Werbekampagne investieren würde das Problem vielleicht gar nicht entstehen - von Ausnahmen abgesehen, aber Ladendiebstahl hat es ja schon immer gegeben.

Gudy
05-18-2009, 12:06 PM
Fazit:
Ebooks werden gecrackt und die Hexenjagd auf "illegale" Bücherbesitzer & tauscher wird losgehen. Würde die Buchindustrie statt dessen das Geld in ansprechende Angebote investieren würde das Problem vielleicht gar nicht entstehen - von Ausnahmen abgesehen, aber Ladendiebstahl hat es ja schon immer gegeben.

Ich habe mal eben Deinen Rechtschreibfehler korrigiert. ;-)

ralphffm44
05-23-2009, 06:40 AM
@Gudy LOL - hast aber recht.
Ich kann nur hoffen das entsprechende Menschen aus der Verlagsbranche hier mitlesen und verstehen, dass eben kein Interesse an Raubkopiererei besteht sondern das die Kunden hier gewisse Vorstellungen haben, die vom Markt einfach nicht bedient werden.
Dazu kommt das ich das ganze Copyright nicht verstehe - wenn mir die LP aus den 70er und 80er Jahren nicht gehört sondern ich nur das Recht am Musikstück habe (oder am Buch) - kann ich das Buch/die Schallplatte jetzt einsenden und gegen geringe Aufwandsentschädigung dann das gleiche Stück als ebook/mp3 bekommen? Und wie wird mein Recht an dem kopiergeschützten Zeug geschützt wenn der Verlag pleite geht? Vielleicht mal eine Petition an den Bundestag: schützt die Verbraucher bei solchen Szenarien. (DAS gejaule möchte ich hören wenn die Verlagshäuser gegenseitig für DRM-Schutz bürgen müssten, ähnlich den Banken im Einlagensicherungsfond).

Genug geärgert - jetzt gehe ich grillen :-)

Viele Grüße
Ralph

Gudy
05-23-2009, 08:45 AM
Und wie wird mein Recht an dem kopiergeschützten Zeug geschützt wenn der Verlag pleite geht? [...] (DAS gejaule möchte ich hören wenn die Verlagshäuser gegenseitig für DRM-Schutz bürgen müssten, ähnlich den Banken im Einlagensicherungsfond).

Das hätte doch mal was. Und wenn's schief geht, springt am Ende Vater Staat mit 'nem Rettungspaket ein und betreibt die DRM-Authentisierungsserver selber weiter. :-D Ein schöner Traum, aber das würde zumindest helfen, die aus der Balance geratenen Verbraucherrechte an dieser Stelle wieder etwas ins Lot zu bringen.

Genug geärgert - jetzt gehe ich grillen :-)

Weise Entscheidung. :-)

K-Thom
05-23-2009, 04:54 PM
Dazu kommt das ich das ganze Copyright nicht verstehe - wenn mir die LP aus den 70er und 80er Jahren nicht gehört sondern ich nur das Recht am Musikstück habe (oder am Buch) - kann ich das Buch/die Schallplatte jetzt einsenden und gegen geringe Aufwandsentschädigung dann das gleiche Stück als ebook/mp3 bekommen?

Hmmm, beantworte ich das jetzt ernst oder unernst?

Erst mal ernst.
Du kaufst ein Buch, aber nicht den Text. Du kaufst eine Platte/CD, aber nicht die Musikstücke. Diese materiellen Güter gehen in dein Eigentum über. Du bist nicht nur der Besitzer, sondern tatsächlich der Eigentümer (obwohl Computerspielehersteller aus den USA meinten, gerade das mit ihren AGB aushebeln zu können ... nice try, meine Herren!).
Wenn der Verlag pleite geht, gehört dir immer noch das eine Exemplar des Buchs.
So, die digitale Welt des eBooks ... Hier erwirbst du NICHT die Datei. Diese ist quasi kostenlos. Was du bezahlst, ist das lizensierte Recht, im Rahmen der AGB den in der Datei hinterlegten Text lesen zu dürfen. "Kaufen" in dem Sinne tust du nichts! Du erwirbst lediglich das Recht zur privaten Nutzung.

Das mit dem Verlag, der pleite geht, ist aber wirklich ein interessanter Aspekt.
Auf dem iPhone oder dem Kindle ist es ohne Weiteres möglich, das eBook dann ohne dein Eingreifen zu löschen bzw. dir den Zugang dazu zu sperren.
Sollte ein Verlag also inetwa festgelegt haben "im Falle meines Ablebens verlieren alle Kopien ihre rechtliche Gültigkeit" und den User deutlich darauf hingewiesen haben, wäre eine rechtliche Handhabe wohl wirklich interessant. Ich weiß ehrlich nicht, wie ein Gericht dann entscheiden würde.

Warum solltest du ein Buch gegen ein eBook eintauschen dürfen? Du kannst gerne mal versuchen, die Erstauflage eines Buchs gegen die Zweitauflage einzutauschen oder das Buch gegen die Taschenbuchausgabe.

Probleme mit Inhalten, die an einen ganz bestimmten Anbieter gebunden waren (ob nun zwingend mit DRM versehen oder nicht, bleibt dahingestellt), sind ja bereits aufgetreten.

2007 wurde der Google Video Store geschlossen. Zuerst hatte Google vor, seine Kunden mit "tja, das war's" im Regen stehen zu lassen. Nach heftigen Protesten gab's dann eine magere Abfindung.
2008 hat Yahoo auch erst nach Protesten beschlossen, seinen Kunden bei dem eingestellten Yahoo-Musik Service eine Entschädigung (oder, ja, hier sogar einen Umtausch in MP3-Dateien) anzubieten.
Ähnliches gilt für MSN-Songs.

Drei große US-Firmen. Die allesamt wie selbstverständlich davon ausgegangen sind, dass die Dateien halt futsch sind. Danke, lieber Kunde, für dein Geld, und nun ab nach Hause. Nur die Furcht vor schlechter Publicity hat sie zum Einlenken bewogen. Gesetzlich ist bis heute keine Grundlage vorhanden, die Kunden davor schützt.

Man müsste mal den Verbraucherschutz in Deutschland auf DRM und Entschädigung ansetzen. Die Politik wird hier von sich aus wohl kaum aktiv.

Genug geärgert - jetzt gehe ich grillen :-)

Hoffentlich hat das Wetter bei dir gehalten. :)

ralphffm44
06-01-2009, 04:09 AM
Ich komme jetzt eigentlich zu folgendem Schluss:

Ich hätte gerne ein Datenformat (ob nun mp3 oder ebook), welches

- für mein Leben lang gültig ist (Datenverlust ist mein Problem)
- mit dem ich die "Datei" verleihen/verkaufen kann - dann kann ich sie nicht lesen
- Geräteunabhängig ist

Technisch also müsste ich die Datei sozusagend umschlüsseln um sie weiterzugeben, wodurch das Original "zerstört" würde...hm, klingt nicht machbar - aber es gibt ja klügere als mich.

Vielleicht doch ein "globaler" Server, über den ganz offiziell und sauber getauscht werden könnte? Eine Art "ebook-Gebraucht-Markt"?
Das würde der Illegalen Szene dann mal den Wind aus den Segeln nehmen...

Grüße aus Hessen
Ralph

mtravellerh
06-01-2009, 04:19 AM
Ich komme jetzt eigentlich zu folgendem Schluss:

Ich hätte gerne ein Datenformat (ob nun mp3 oder ebook), welches

- für mein Leben lang gültig ist (Datenverlust ist mein Problem)
- mit dem ich die "Datei" verleihen/verkaufen kann - dann kann ich sie nicht lesen
- Geräteunabhängig ist

Technisch also müsste ich die Datei sozusagend umschlüsseln um sie weiterzugeben, wodurch das Original "zerstört" würde...hm, klingt nicht machbar - aber es gibt ja klügere als mich.

Vielleicht doch ein "globaler" Server, über den ganz offiziell und sauber getauscht werden könnte? Eine Art "ebook-Gebraucht-Markt"?
Das würde der Illegalen Szene dann mal den Wind aus den Segeln nehmen...

Grüße aus Hessen
Ralph

Das mein Freund, wär natürlich wirklich ideal.

Leider gibt's bei Deiner Server.Idee ein klares Problem. Wenn's nämlich so einen zentralen Server gäb, hätt der gleichzeitig ein globales Monopol. Die könnten dann das ganze Geschehen diktieren!:eek:

K-Thom
06-01-2009, 04:21 AM
Das ist sicher möglich - wenn du bereit für den "gläsernen User" bist.

Jedes Gerät wird fest an einen User gebunden (durch ID). Dies wird für alle staatlichen Instanzen weltweit zugänglich dokumentiert.
Eine ständige Online-Kontrolle überprüft, welche eBooks oder mp3-Dateien (die auch alle durch ID markiert sind) sich auf welchen Geräten befinden.

Wird nun von den Kontrollinstanzen festgestellt, dass sich eine Datei auf einem Endgerät befindet, das dir nicht gehört, wird per Remote-Control auf alle deine Geräte zugegriffen, auf denen sich die Datei befindet und diese gelöscht.

Ja ... nu ... hm ... ich denke mir, dass jemand wie Schäuble bei diesen Gedanken eine Erektion bekommt. Ich dagegen nicht wirklich.

Aber selbst damit bekommst du den illegalen Markt nicht in den Griff. Was hinderte einen User, ein Buch einfach einzuscannen? Dann hat es keine ID.
Entsprechende Open Source-Software - die dann natürlich über das Graynet verteilt werden muss, weil sie sich staatlicher Kontrolle entzieht - wäre für die Erstellung ID-loser Dateien vorhanden.

Viele in der illegalen Szene sehen ihre Tätigkeit auch als "Sport" an. Diese würden schon alleine aus sportlichem Ehrgeiz nicht damit aufhören wollen.

K-Thom
06-01-2009, 04:28 AM
Es gibt ja auch schon Software-Firmen in den USA, die nicht die Raubkopien als Ursache ihres Übels sehen - sondern den völlig legalen Gebrauchtmarkt, der ihnen die Preise kaputt macht ...

Warum soll ich ein Spiel neu für 50.- Euro kaufen, wenn ich es eine Woche später gebraucht für vielleicht 35.- Euro bekomme?

Die Industrie und der Handel haben vom Wiederverkauf, egal ob nun materiall, analog oder digital erst mal nichts.
Ich denke, diese beiden hätten nichts dagegen, wenn es zu der demokratischen verbrämten Forderung "Ein User, ein eBook" kommt ...

Rafardeon
06-01-2009, 07:14 AM
Ich glaube, dass das zentrale Problem darin besteht, dass digitale Daten jederzeit (praktisch kostenlos) reproduzierbar und vervielfältigbar sind. Das führt ersteinmal natürlich dazu, dass man ein "verliehenes" Ebook trotzdem noch selbst verwenden kann -- man kann es ja einfach kopieren. Insoweit kann man natürlich die Sorge der Verlage schon etwas verstehen.
Andererseits ist DRM die falsche Antwort auf dieses Problem. Denn diejenigen, die ausreichend kriminelle Energie besitzen um Ebooks nicht nur an Freunde weiterzukopieren, sondern z.B. einen illegalen Markt dafür zu schaffen, die werden auch diese "Schutzmechanismen" umgehen. Letztenendes ist es nämlich gerade NICHT MÖGLICH, sich mit DRM zu schützen, da sich die zu schützenden Daten ja zum einen im Besitz dessen befinden, vor dem man sich schützen möchte und zum zweiten er Zugang zu den unverschlüsselten Inhalten erhalten muss (Buch lesen, Musik anhören, ...). Neben analogen Kopien (die ja immer möglich sind, z.B. Buch abtippen, Musik mit Mikro neu aufnehmen, ...), wird es immer wieder bei ausreichend investierter Zeit gelingen, einen Schutz auszuhebeln.

Was ist also die Lösung? In meinen Augen könnte der Preis der Ebooks eine wirksame Stellschraube sein. Dass Micropayments (Kleinsbeträge zu bezahlen, Gewinn nur über große Anzahl) funktionieren, scheint sich inzwischen rumzusprechen (siehe Browsergames, Second Life, App-Store von Apple, ...) und auch ich mache die Erfahren, dass es einfacher und bequemer ist, ein Lied eben schnell selbst zu kaufen ("sind ja nur 99 Cents"), als meinen Kollegen zu gängeln, es aus seiner Bibliothek rauszusuchen, mir auf einen Stick zu kopieren etc...(dies wäre übrigens legal, da Privatkopien laut Urheberrecht zulässig sind!). Ebenso weiß ich, dass ich für die 99 Cents ein Lied in ordentlicher Qualität und ohne Wiedergabefehler oder trojanische Pferde bekomme (was bei Filesharing ja nicht sichergestellt ist).
Wenn der Buchpreis für Ebooks deutlich sinken würde, dann würde in meinen Augen das Kopieren von Büchern immer uninteressanter werden und über eine große Anzahl an Verkäufen (bei minimalen Kosten für den Vertrieb) auch die Verlage gut verdienen.



Und noch ein paar Worte zu dem Vorschlag mit dem zentralen Server (einiges wurde ja auch schon genannt):
Wollen wir wirklich nur noch EINE Plattform zum Tausch und Erwerb von Ebooks? Die dann den Preis diktieren kann? Die die Inhalte kontrollieren kann (z.B. kaum noch Chancen für Indie-Autoren)? Wer trifft die Auswahl, was auf die Plattform kommt und welche (vermutlich enorm hohen) Anteile muss ein Autor für den Vertrieb seines Buches dort abgeben?
Das kann nicht die Lösung sein, es widerspricht dem Gedanken eines freien Internets und von freien Ideen.
Zudem ist der von K-Thom angesprochene Überwachungsaspekt nicht zu unterschätzen.

K-Thom
06-01-2009, 07:44 AM
Da ich auch eBook-Verleger bin, gebe ich noch mal meinen Senf dazu. Mal ganz offen und nonchalant.

Bei jedem eBook, das ich herausgebe, gibt es einen Break-even-Punkt. Ab dem mache ich dann mit dem eBook tatsächlich Gewinn. Je höher der Aufwand vorab ist, desto mehr Exemplare muss ich verkaufen, bis dieser Punkt erreicht ist.
Das sind Kosten für einscannen, nachkorrigieren, lektorieren, Cover. Deshalb sind Zweitverwertungen für mich ganz deutlich günstiger als jeder neue Titel (vor allem, wenn es sich um einen unbekannten Autor handelt).

Diese Kosten möchte ich mindestens einfahren. Bei story2go ist dieser Break-Even-Punkt bei "leichten" Titeln nach 50 Verkäufen erreicht. Bei "schweren" nach 100. Bei großen Verlagen wird dies um den Faktor 10 größer sein, weil einfach Gesamtkosten wie Gehälter, Miete, Fixkosten, etc., etc. dazukommen.

Jetzt würde ich gerne mindestens noch einen Gewinn einfahren wollen. Zum einen, weil ich ungern jeden Cent zweimal umdrehen möchte, zum anderen aber auch, um genügend Rücklagen für zukünftige Investitionen zu haben.
Ich bin mal so frei und setze dafür den Faktor 2 an, also maximal 200 Verkäufe pro eBook, damit sich das Ganze überhaupt gelohnt hat.
Wenn sich dieser Punkt nicht realistisch absehen lässt, lohnt sich der ganze Aufwand für eBooks schlicht und ergreifend nicht.

Robbie Williams hat mal vor ein paar Jahren auf einem Konzert sinngemäß gesagt "Ich habe jetzt so viel verdient, ab jetzt könnt ihr die Alben auch raubkopieren".
Ich halte das bis heute für eine pragmatische, offene Einstellung. Erreiche ich wenigstens die Mindesterwartungen, kann ich schlicht und ergreifend damit leben, wenn die Titel "nebenbei" noch illegal verteilt werden.
Natürlich mache ich weniger Geld - aber das, was ich wenigstens erreichen wollte, habe ich ja erreicht.

Bei vernünftigen Raubkopierern kann man sich tatsächlich auf einen fairen Umgang einigen (ich habe das selbst schon getan). Schlimm dagegen sind die Leecher, die einfach "keinen Bock" haben, für etwas Geld auszugeben, wenn man es auch kostenlos haben kann.

Mir wäre daher auch ein differenziertes Bild auf die Raubkopiererszene wichtig.

Es gibt die Aktiven, die mit Enthusiasmus und Spaß an der Sache dabei sind. Mit denen KANN man reden, ohne gleich juristische Schritte einzuleiten.
Es gibt die Downloader, die es für sich lesen und eigentlich auch nicht vorhaben, die Dateien wild zu verteilen. Damit sollte man als Verlag leben können. Solche Leute leihen sich auch Bücher aus der Stadtbücherei oder von Freunden aus und kaufen ohnehin nicht jeden Titel.
Die Leecher und die Verteiler über Kanäle wie Usenet dagegen werde ich mit allen gebotenen Mitteln verfolgen. Diese schaden uns wirklich. Ihnen fehlt auch schlicht der Respekt vor der Leistung der Autoren und der Verlage. Und es gibt keinen Grund, das zu tolerieren.

Ein respektvoller Umgang untereinander, der die legitimen Interessen aller Beteiligten berücksichtigt, würde eine Überlegung über DRM oder Dateien mit Verfallsdatum komplett hinfällig machen. Vorausgesetzt natürlich, die Verlage zeigen auch den nötigen Respekt vor ihren Lesern.

Rafardeon
06-01-2009, 12:52 PM
Ein respektvoller Umgang untereinander, der die legitimen Interessen aller Beteiligten berücksichtigt, würde eine Überlegung über DRM oder Dateien mit Verfallsdatum komplett hinfällig machen. Vorausgesetzt natürlich, die Verlage zeigen auch den nötigen Respekt vor ihren Lesern.

Dem gibt es natürlich wenig hinzuzufügen. Ich bin auch der Meinung, dass es noch möglich sein muss, mit seiner Arbeit Geld zu verdienen. Was ich zum Ausdruck bringen wollte, ist, dass ich der Überzeugung bin, dass das Verhalten der großen Verlage genau der falsche Weg ist. Ich denke wie gesagt, dass sich günstige Bücher in sehr großer Anzahl absetzen ließen und dann der Break-Even vielleicht erst bei 1.000 Exemplaren erreicht ist, was sich aber verschmerzen lässt, wenn man 5.000 bis 10.000 absetzt (nur ein Gedankenspiel, keine fundierten Zahlen, ich bin nicht in der Verlagsbranche!).

Aus IT-Sicherheitssicht (das ist mein Gebiet) kann DRM wie gesagt nicht funktionieren und man muss daher mMn einfach neue Wege gehen, um dennoch Geld zu verdienen -- die alten Buchhandels- und Verlagsstrukturen funktionieren heute möglicherweise nicht mehr.

gromit62
06-02-2009, 05:37 AM
Also mir wäre ein System recht, daß den Anwender nicht mit DRM gängelt und Ihm erlaubt beliebig viele Sicherheitskopien oder Transfers auf neue Lesegeräte zu gestatten.

Dazu sollte beim Kauf eines Inhalts (eBook) ein personalisiertes Wasserzeichen (im Klartext und versteckt) generiert werden.
Anmerkung: So ähnlich hat man das doch mit richtigen Büchern früher auch gemacht (mit Widmung oder Namensstempel) um "sein" Buch zu kennzeichnen.

Trifft man nun ein personalisiertes Buch bei jemand anderem an ... bitte sehr, ist der Verstoß gegen das Urheberrecht klar.
Natürlich wird es schwer sein, jeden einzelnen Verstoß aufzudecken. Aber dieses Problem ist ja nicht neu und nicht auf digitale Inhalte beschränkt.

netseeker
06-02-2009, 07:13 AM
Ich sehe das ganze Thema auch nicht anders wie beim Ladengeschäft: Die Ware steht im Verkaufsraum und wird ab und zu geklaut. Irgendwann ist ein Umsatzverlust durch Diebstahl spürbar. Also fange ich an meine Waren gegen Diebstahl zu sichern: Kameras, RFID und besondere Etiketten mitsamt Warenscanner am Ein- und Ausgang.
Hm, blöd nur, dass ich zwar jetzt weniger Diebstähle habe aber irgendwie meine Stamm- und Laufkundschaft zurückgeht. Die fühlen sich nämlich irgendwann unter Generalverdacht gestellt und von meinen Sicherheitsmaßnahmen in ihrem Einkaufserlebnis beeinträchtigt. Also fahre ich die Sicherheitsmaßnahmen auf einen Pegel zurück, der das ausgewogenste Verhältnis zwischen einzelnen Diebstählen und dem Konsum meiner eigentlichen Kundengruppe darstellt.

Eigentlich brauche ich den ganzen Prozess aber gar nicht zu durchlaufen, weil es da doch bereits Erfahrungswerte und Kennzahlen aus Jahrzehnten Ladengeschäft gibt. :smack:

Jetzt kommt das Thema auf mich zu, dass die Waren in die digitale Welt überführt werden sollen/müssen und erschwerend zu Diebstählen die leichtere Verbreitung von unberechtigten Kopien dazukommt. Was soll ich jetzt machen? Eigentlich doch auch nur genau dasselbe wie im Ladengeschäft: Die Ware soweit schützen (Warnhinweise oder nur weiches DRM wie Wasserzeichen bspw.), dass meine eigentliche Zielgruppe nicht beeinträchtigt und ein Teil der "Diebe" abgeschreckt wird. Den Rest lasse ich mit geringem Erfolg wie üblich von der Polizei verfolgen.

Warum versucht die Buchbranche bei eBooks das Rad neu zu erfinden und die nicht erreichbare, perfekte Lösung mit hohen Kosten und abgeschreckten Kunden neu auszuloten? Das haben Militär, Forschungsunternehmen (Schutz wissentschaftlicher Daten), Musik- und Filmindustrie doch auch schon alles probiert und sind gescheitert.
Neuererdings macht man Sachen wie "Wasserzeichen" in Musiktiteln. Wow, was für eine brandneue Erfindung. :rolleyes: Das Fraunhofer hatte da bereits vor ca. 10 Jahren eine bis heute sichere Variante - aber die hat man ignoriert und fleißig an harten DRM-Systemen gebastelt, die jetzt nur noch Millionengräber darstellen.

Ich sehe den Ansatz, den auch K-Thom bereits geäußert hat, als realistisch: Die eigentlichen Kunden so wenig wie möglich beeinträchtigen und die wirklich bösen Jungs mit allen legalen Mitteln verfolgen. Wenn Wasserzeichen da für alle ein akzeptabler Weg sind, dann los.

Malocher
06-02-2009, 02:37 PM
Die Leecher und die Verteiler über Kanäle wie Usenet dagegen werde ich mit allen gebotenen Mitteln verfolgen. Diese schaden uns wirklich. Ihnen fehlt auch schlicht der Respekt vor der Leistung der Autoren und der Verlage. Und es gibt keinen Grund, das zu tolerieren.

Hast ja recht aber so einfach ist da "verfolgen" nicht,die Jungs verstecken sich gut. Als Beispiel - ich bin mit einem schweizer VPN Anbieter anonym im Netz,(Meine IP ist eine russische) dazu eine anonyme E-Mail Adresse und der Usenet Zugang läuft auch über VPN.Da gibt es also nichts zu verfolgen.
Ein Weg die User zum kaufen zu bewegen zeigen meiner Meinung nach die Spielehersteller mit Games die Online Spielen ermöglichen.Es werden zwar sehr viel Games kopiert aber das eigentliche Vergnügen für die Kids - Online das Spiel mit mehren zu zocken geht meist nur mit gekauften Spielen - und die Kids Kaufen !!!
So etwas ist vielleicht auch im E-book Bereich möglich - mit Kundennummer einloggen und ein Bonus Kapitel nachladen u.s.w.Es gibt da sicher einige Möglichkeiten - denke ich.